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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Verwandtschaftslehre.

folge des Gleichgewichtszustandes unverbunden bleiben, sichwegen ihrer geringen Menge nicht mehr nachweisen lassen.

Die Geschwindigkeit des Verlaufs heißt Reak-tionsgeschwindigkeit u. ist das Verhältnis der in derVolumeinheit (Liter) umgesetzten (auch hier in Grammol.berechneten) Stoffmengen zu der dabei verlaufenen Zeit.

Das Massenwirkungsgesetz gibt nach S. 91 auch Aus-kunft über die Geschwindigkeit, mit welcher der Gleich-gewichtszustand erreicht wird; auch die Reaktionsge-schwindigkeit ist der Konz. der vorhandenen, rea-gierenden Massen proportional, vorausgesetzt, daß derVorgang bei konstanter Temp. verläuft.

Die Reaktionsgeschwindigkeit ist bei allen ehem. Vorgängenzuerst am größten u. wird dann immer kleiner; die Gesamtgeschw.einer Reaktion ist äußerst verschieden; lonenreaktionen erfolgen fastmomentan, Molekularreaktionen dagegen fast stets sehr langsam,weshalb die Reaktionsgeschw. der Salzbild, in wäss. Lös. sehrgroß ist, hingegen sehr klein bei der Bild. u. Zersetzung org.Verb., so daß sich dieselbe hier leicht meßbar verfolgen läßt u.ebenso in Gasen, wenn man hohe Temp. vermeidet.

Man nimmt gegenwärtig an, daß alle ehem. Vorgänge, welcheerst durch äußere Einflüsse wahrnehmbar erfolgen, auch bei gew.Temp. stattfinden, aber sich dann, infolge der äußerst langsamenReaktionsgeschw., der Wahrnehmung entziehen; z.B. wirken Wasser-stoff u. Sauerstoff bei gew. Temp. so träge aufeinander, daß eineMessung der Geschwindigkeit der Reaktion unmöglich wird; Er-niedrigung oder Erhöhung der Temp. ermöglicht es in solchenFällen zuweilen die Versuchsbedingungen derart zu ändern, daßdie Geschwindigkeit eine meßbare wird.

Außer von der Art u. der Konz. der aufeinanderwirkenden Stoffe ist die Reaktionsgeschwindigkeitabhängig vom Gasdruck oder vom osmot. Druck (alsovon der Konz., Temp. u. von der Natur des Lösungs-mittels) sowie von Belichtung u. Katalysatoren.

Die Erhöhung derTemp. beschleunigt dieReaktions-geschwindigkeit stets, daher sucht man Reaktionen, derenVerlauf bei gew. Temp. sehr heftig erfolgt, durch Abkühlen zumäßigen u. solche, deren Verlauf zu langsam ist, durch Erwärmenzu beschleunigen. Das Erhitzen vieler org. Verb., die sich ver-binden sollen, erfolgt in geschlossenen Gefäßen nicht wegen deserreichbaren, höheren Drucks, sondern wegen der dadurch er-reichbaren höheren Temp.

Katalysatoren (S. 8) können die Reaktionsgeschwindigkeitbeschleunigen (pos. Katalysatoren) oder vermindern (neg.Katalysatoren); solche, welche nur best. Reaktionen beein-flussen können, heißen allg. Katalysatoren. Zu den allg. u.