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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Verwandtschaftslehre.

Theoretisch können daher alle ehem. Vorgänge nur biszu einem Gleichgewichtszustande (also unvollkommen) ver-laufen, nachweisbar ist derselbe aber nur, wenn die Be-dingungen, unter denen ehem. Umsetzungen stattfinden,derart sind, daß die neuentstandenen Stoffe ebenfalls auf-einander einwirken können (s. S. 93), da diese dann auchdem Massengesetz folgen müssen; infolge der Vermehrungder Produkte wird deren Bestreben zur Rückverwandlungin die Ausgangsstoffe immer größer u. schließlich wird da-durch die gegenseitige Einw. der Stoffe aufgehoben und esfindet ein scheinbarer Stillstand, des ehem. A^organgs statt,ehe er sich vollkommen vollziehen konnte, d. h. es tritt einGleichgewichtszustand ein.

Wirken z.B. die beiden Verb. AB u. CD nur unter Bild,der Verb. A D u. B C aufeinander eiu, so werden bei normalemVerlaufe der Reaktion nicht nur diese entstehen, sondern eswerden in dem ehem. System oder Gebilde (d.h. in der An-zahl von Stoffen, welche sich an dem ehem. Vorgange beteiligen),auch die ursprünglichen Stoffe AB u. OD vorhanden sein, dennA besitzt sowohl für B als auch für D Affinität; da die Affinitätengleichzeitig wirksam sind, so tritt ein Gleichgewicht im Systemein, wenn sich bestimmte Mengen der vier möglichen Verbin-dungen gebildet haben.

In jedem solchen Gleichgewichtszustand ist genau ge-nommen kein Stillstand vorhanden (s. unten), indem dabei diestoffliche Umwandlung nicht aufhört, sondern sich in dereinen Richtung mit derselben Geschwindigkeit vollzieht, wiein der anderen, so daß nur infolgedessen keine Änderungmehr in dem betr. ehem. System wahrnehmbar ist.

Man kann den Gleichgewichtszustand als den Zustandbezeichnen, in welchem die Reaktionsgeschwindigkeit aufbeiden Seiten des ehem. Systems gleichgroß geworden ist,u. hieraus ergibt sich, daß bei allen Vorgängen, die zu einemGleichgewichtszustande führen, dieserauch erreicht wird, gleich-viel ob die Reaktion ihren Anfang bei den Ausgangsstoffenoder bei den Endprodukten nimmt.

Diese Vorgänge, welche also zu demselben End-zustande führen, gleichviel ob man von den Aus-gangsstoffen oder von deren Produkten ausgeht,heißen umkehrbare (inverse oder reversible).

Man bezeichnet umkehrbare Reaktionen, indem man in denehem. Gleichungen das Zeichen = durch^: ersetzt.