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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Stöchiometrie.

so langsam, daß sie sich der Wahrnehmung in absehbarer Zeitentziehen; es bewirkt also die Zufuhr von Energie eigentlich nureine Beschleunigung der Geschwindigkeit des Vorgangs (der Re-aktionsgeschwindigkeit).

Beschleunigung oder Verzögerung eines ehem.Vorgangs können gewisse Stofl'e bewirken, auch wenn sienur in geringer Menge vorhanden sind u. ohne daß sie selbstdabei wahrnehmbar verändert werden; solche Stoffe heißenKatalysatoren oder Kontaktsubstanzen u. ihre Wir-kung Katalyse oder Kontaktwirkung.

Z. B. verbrennen Phosphor oder Kohle beim Erhitzen in ganztrockenem Sauerstoff nicht, viele Metalle vereinigen sich beigew. Temp. nicht mit ihm, beides findet aber statt, sobald nurSpuren von Wasser zugegen sind.

Rohrzucker wird von verd. Säuren in zwei andere Zuckerartengespalten, ohne daß die Säuren dabei verändert werden.

Gesteigerte ehem. Wirkung (s. S. 16) zeigen vieleElemente im Entstehungszustande, in statu nas-cendi, d.h. im Augenblicke des Freiwerdens aus ihren Verb

Z. B. bleicht vorrätig gehaltener Sauerstoff Pfianzenfarbennicht, während dies geschieht, wenn man aus Wasser durch Chlorfreiwerdenden Sauerstoff sofort anwendet.

Die Ursache der ehem. Vorgänge zwischen auf-einander einwirkenden Stoffen ist eine ehem. Affi-nität oder ehem. Verwandtschaft genannte Kraft, wo-runter man eine zwischen den einzelnen Elementen wirkendeAnziehungskraft versteht, welche die Elemente veranlaßt sichzu vereinigen u. sie in den dann entstandenen Verb, zu-sammenhält; die Affinität ist zwischen versch. Elementenversch. groß u. kann sogar bei einem u. demselben Elementunter versch. Umständen sich versch. groß äußern.

Die Bezeichnung ehem. Affinität oder Verwandtschaft ist ver-wirrend, da nicht verwandte (ähnliche), sondern am meisten ver-schiedene Elemente sich am leichtesten verbinden.

Von anderen anziehenden Kräften, z. B. von der Schwerkraft,dem Magnetismus, unterscheidet sich die Affinitätskraft dadurch,daß sie nur auf sehr geringe Entfernung wirkt, weshalb Stoffe, welchesich ehem. verbinden sollen, in innige Berührung zu bringen sind.

Wie die ehem. Affinität wirkt u. unter welchen Bedingungendurch sie die ehem. Vorgänge zustande kommen, darüber ist bisjetzt wenig bekannt; jedoch ist es gelungen, die Wirkungsweiseder Affinität nach versch. Richtungen zu erforschen u. diese Er-gebnisse bilden das Gebiet der Verwandtschaftslehre.

Alle Energiearten lassen sich in zwei Faktoren zerlegen, denIntensitäts- u. den Kapazitätsfaktor; bei der ehem. Energie ist die