Kirschlorbeeröl.
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lung nicht vor sich gehen kann. Wie besondere Versuche 1 ) ergebenhaben, wirkt ein Zusatz von 10° o Spiritus konservierend; beiZusatz von nur 5 0 /o treten die Oxydationserscheinungen nochkräftiger auf als beim unverdünnten Öle.
Blausäurehaltiges Bittermandelöl wird viel weniger leichtoxydiert als blausäurefreies. Es spielt hier die Blausäure dieselbekonservierende Rolle wie ein 10° oiger Spirituszusatz.
347. Kjrschlorbeeröl.
Oleum Laurocerasi. — Essence de Laurier-Cerise. — Oil of Cherry-Laurel.
Herkunft und Gewinnung. Der in Persien und den Kaukasus-ländern einheimische Prunus Laurocerasus L. wird in Ländernmit gemäßigtem Klima vielfach kultiviert und besonders alsSchmuckpflanze gezogen.
Das aus den Blättern des Kirschlorbeers destillierte Öl istin seinen Eigenschaften dem Bittermandelöl äußerst ähnlich undnur durch einen etwas abweichenden Geruch davon zu unter-scheiden. Bei der Darstellung verfährt man ganz so wie beimBittermandelöl, indem man die zerschnittenen Blätter mit Wassereinmaischt, eine Zeitlang sich selbst überläßt und dann das in-zwischen entstandene Öl mit Wasserdampf übertreibt. Die Aus-beute beträgt ca. 0,05 °/o (Umney) 2 ).
Das Öl entsteht wie bei den bitteren Mandeln durch Spaltungeines Glucosids, des Prulaurasins 8 ), durch Emulsin. Es kristalli-siert in dünnen, farblosen Nadeln, hat leicht bitteren Geschmack,schmilzt bei 120 bis 122°, ist leicht löslich in Wasser, Alkohol,Essigäther, fast unlöslich in Äther und dreht die Ebene despolarisierten Lichtes nach links ([«] D — 62,69°). Emulsin zerlegtdas Prulaurasin, das die Formel C ]A H 17 N0 6 besitzt, in Blausäure(8,59" »), Glucose (61,24°/o) und Benzaldehyd.
IN ach älteren Angaben sollte ein Teil des Öls und der Blau-säure seine Entstehung nicht dem Glucosid verdanken, sondern
') Bericht von Schimmel £j Co. April 1895, 47.
-) Pharmaceutical Journ. III. 5 (1875), 761.
:; ) H. Herissey, Compt. rend. 141 (1905), 959. — Journ. de Pharm, et Chim.VI. 2-'! (1906), 5. — Arbeiten, die sich auf das Glucosid, das früher Laurocerasinhieß, beziehen, sind folgende: Lehmann, Neues Repert. f. d. Pharm. 23 (1874),449. — Pharm. Zeitschr. f. Russl. 24 (1885), 353, 369, 385, 401; Berl. Be-richte L8 (1885), 569, Referate. — K. Jouck, Arch. der Pharm. 243 (1905), 421.