Bittermandelöl.
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stärker blausäurehaltig sein, je mehr von jenem gegenwärtig ist.Während normale Öle mit dem spez. Gewicht 1,052 bis 1,0581,6 bis 4% Blausäure enthielten, wurde bei Ölen von der Dichte1,086 bis 1,096 9 bis 11,4% Blausäure konstatiert. Bei einemzur Aufklärung dieser Verhältnisse unternommenen Versuchergab sich, daß das spez. Gewicht von reinem Benzaldehyd nachzweitägigem Stehen mit einer wäßrigen, 20 °/o igen Cyanwasser-stofflösung von 1,054 bis 1,074 gestiegen war 1 ).
Über das Gleichgewicht Benzaldehyd + Blausäure ^^±Benz-aldehydcyanhydrin siehe die Abhandlung von P. H. Wirth' 2 ).
Da Geruch und Geschmack des aus Bittermandelöl ge-wonnenen Benzaldehyds im allgemeinen für besser gelten alsbeim besten künstlichen Produkt, so kann man annehmen, daßin ersterem noch ein bis jetzt unbekannter Bestandteil vorkommt.F. D. Dodge 8 ) versuchte diesen zu isolieren, indem er 60 g einesvon Blausäure befreiten Bittermandelöls in 100 ccm Äther lösteund die Lösung mit 200 g konz. Bisulfitlösung versetzte. Nach18 Stunden wurde die entstandene Bisulfitverbindung abfiltriert,mit Äther gewaschen und das Ätherextrakt nach Schütteln mitetwas Sodalösung im Vakuumexsikkator abgedunstet, wobei un-gefähr 0,2 % gelbes Öl zurückblieb, das schwerer als Wasserwar und einen angenehmen, charakteristischen Geruch aufwies.Es konnte noch nicht näher identifiziert werden. KünstlicherBenzaldehyd gab bei derselben Behandlung Spuren eines Ölsohne ausgesprochenen Geruch.
Verfälschung und Prüfung. Der qualitative Blausäurenachweisist beschrieben in Bd. I, S. 551, die quantitative Blausäure-bestimmung in Bd. I, S. 624.
Der Nachweis von fremden Ölen im Bittermandelöl gelingtleicht, wenn man den Benzaldehyd in seine Verbindung mit Bisulfitüberführt und von den nicht aldehydischen Beimengungen trennt.
In ein größeres Reagensglas von ca. 100 g Inhalt werden5 g des zu untersuchenden Öls mit 45 g Natriumbisulfitlösunggegeben und gut umgeschüttelt. Dann fügt man noch 60 g
') Bericht von Schimmel % Co. April 1893, 42.2 ) Arch. der Pharm. 24!) (1911), 382.
3 ) 8 th International Congress of applied chemistry, Washington andNew York, 15)12. Vol. 17, p. 15.