Irisöl.
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trockenem Boden 1 ). Gewöhnlich wird die Wurzel nach 3 Jahrengeerntet, doch schneidet man sie, wenn der Preis hoch ist, häufigschon nach 2 Jahren aus. Die frisch abgeschnittenen Rhizomewerden erst in Wasser gelegt, um das Abhäuten zu erleichtern,und dann auf Terrassen ausgebreitet und getrocknet, was etwa14 Tage beansprucht. Nach dem Trocknen werden die Wurzel-stöcke durch Drechseln zu den bekannten, den Kindern währenddes Zahnens zum Kauen gegebenen „Veilchenwurzeln" verarbeitet;auch werden davon Rosenkränze in großer Menge hergestellt.Das Veilchenwurzelpulver wird zur Herstellung von Sachets ver-wendet. Die unansehnlicheren Wurzelstücke, sowie die Bruch-stücke und Abfälle beim Schälen und Zerschneiden der ge-trockneten Wurzeln kommen als Material für die Destillation desIrisöles in den Handel.
Die Hauptausfuhrplätze für italienische oder Florentiner Veil-chenwurzel sind Livorno, Verona und Triest.
Zur Destillation gelangt fast ausschließlich die FlorentinerWare. Geringer an Qualität und wohl selten nur zu Destillations-zwecken verwendet wird die Veroneser, von Iris germanica stam-mende Wurzel. Noch schlechter ist die marokkanische oderMogador-Iriswurzel, die ebenfalls Iris germanica zur Stamm-pflanze hat; sie ist dunkler an Farbe und von schwachem Ge-ruch. Um ihr ein helleres Ansehen zu geben, wird die Wurzelmanchmal mit schwefliger Säure gebleicht, wodurch sie natür-lich zur Fabrikation von ätherischem Öl unbrauchbar wird.
Zuweilen sind indische Wurzeln 2 ) an den Londoner Marktgekommen, haben sich aber wegen ihrer schlechten Beschaffen-heit — wesentlich wohl infolge unrichtiger Sammlungs- und Be-handlungsweise — bisher für Destillationszwecke als unbrauch-bar erwiesen.
Bei der Dampfdestillation gibt die Veilchenwurzel nur 0,1bis 0,2°/o ätherisches Öl. Die Destillation ist wegen des starkenAufschäumens der Flüssigkeit, wesentlich durch den hohen Stärke-mehlgehalt der Wurzel herbeigeführt, schwierig und zeitraubend.
') Nähere Beschreibung der Kultur siehe U. Somma, Staz. sperim. agrar.•tal. 34 (1901), 417. — G. L. Mazuyer, Americ. Perfumer 6 (1911), 31. — DailyConsular and Trade Report v. 1. Juni 1911; Bericht von Schimmel Sj Co.Oktober 1911, 52.
-) Bericht von Schimmel &, Co. Oktober 1896, 45.