Hyazinthenöl.
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153. Bärlauchöl.
Sämtliche Teile des Bärlauchs, Allium ursinum L., Blätter,Blüten und Zwiebeln riechen äußerst penetrant knoblauchartig.
Bei der Destillation der ganzen Pflanze erhält man 0,007 %eines stark lichtbrechenden Öls von dunkelbrauner Farbe undeinem zwar knoblauchähnlichen, aber doch deutlich davon ver-schiedenen Geruch. Der Geschmack ist brennend scharf;d 13 .1,015.
Das Öl siedet fast ganz zwischen 95 und 106°. Es bestehtnach Sem ml er 1 ) hauptsächlich aus Vinylsulfid (C„H 3 ) 0 S(Sdp. 101°; d 0,9125). Die Konstitution des Vinylsulfids wirddurch die Formel:
H H H H
I I s ! I
H — C=C /X C = C—Hausgedrückt.
Daneben finden sich im Bärlauchöl noch Polysulfide desRadikals Vinyl sowie in ganz geringer Menge ein Mercaptan undein nicht näher untersuchter Aldehyd.
154. Hyazinthenöl.
Ein ätherisches Öl aus Hyazinthen (Hyacinthus Orientalis L,Familie der Liliaceae) ist von Spalteholz in Haarlem dar-gestellt worden. 2 ) Die Blüten wurden sofort nach dem Abpflückenm Zinkgefäße gebracht, worin man sie während einiger Minutenmit Benzol, das durch Ausfrieren gereinigt war, in Berührnngließ. Nachdem das Benzol abgelassen und die Hyazinthen noch-mals mit dem Extraktionsmittel nachgewaschen waren (auf dieseWeise wurden 281 kg Blüten mit 200 1 Benzol behandelt), wurdedie Lösung bei 30° unter vermindertem Druck auf 2 1 eingedampft.Sodann wurden die Fette und das Wachs mit verdünntem Alkoholausgefällt, die Lösung filtriert und weiter im Vakuum eingedampft.Das nunmehr zurückbleibende Öl (60,5 g = 0,016 °/o) roch imkonzentrierten Zustande unangenehm und scharf, erst bei sehrstarker Verdünnung hatte es den natürlichen Hyazinthenduft.
*) Liebigs Annalen 241 (1887), 90.
-) C. J. Enklaar, Chem. Weekblad 1 (1910), 1.