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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Pariserblau

Pastellfarben.

Stunden heraus und ersetzt sie solange durch frische, bis das Fett mit demRiechstoff gesattigt ist. Bei der Enfleurage werden die Blüten zwischendünne, auf Glasplatten ausgegossene Schichten kalten Fettes ausgebreitet undtäglich durch frische Blüten ersetzt; nach etwa einem Monat ist das Fett mitdem Riechstoff gesättigt. Für die Gewinnung einiger Duftstoffe, z. B. Jasminund Tuberose, ist die Enfleurage durch kein anderes Verfahren zu ersetzen,während sie für verschiedene andere Duftstoffe mehr und mehr durch dieExtraktionsmethode verdrängt wird. Durch die schönen Arbeiten vonA. H es s e ist nachgewiesen worden, dass Jasmin- und Tuberosenblüten nichtgrössere Riechstoffmengen fertig gebildet enthalten, sondern fortwährendSpuren davon bilden und ausdunsten. Hier führt zur Gewinnung der Riech-stoffe nur die Enfleurage zum Ziel, denn dieses Verfahren unterscheidet sichvon allen andern zur Riechstoffgewinnung dadurch, dass die abgepflücktenBlüten fortwährend weiter Riechstoff produzieren können, der dann immervon dem Fett aufgenommen wird.

Bei der Extraktion extrahiert man die Blüten durch Übergiessen mitganz reinem Schwefelkohlenstoff oder Petroläther und giesst die Ex-traktionsflüssigkeit nach 24—48 Stunden von den Blüten ab und überandere, frische Blüten. Ist schliesslich die Extraktionsflüssigkeit nachvielmaliger Wiederholung dieses Verfahrens mit dem Duftstoff gesättigt,so wird sie vorsichtig im Wasserbade abdestilliert. Als Rückstandbleibt eine fettige Masse, die kaum Visoo % der Blütenmenge ausmacht, jedochden gesamten Riechstoff einschliesst; man nimmt diesen Rückstand dann mitAlkohol auf. Die nach einer dieser Methoden gewonnenen Blütenessenzenbezeichnet man als Extra its (Extraits d'odeur), Esprits und Bon-q u e t s. Die durch Extraktion von Blüten mittels Olivenöls gewonnenen Ex-trakte führen den Namen Huiles antiques. Lösungen ätherischer ülein Spiritus bezeichnet man als Essenzen.

Die Fabrikation der Parfümerieessenzen, der natürlichen und künst-lichen Riechstoffe hat in Deutschland eine hohe Vollendung erreicht.

Schnelle Verbreitung gefunden haben die in neuerer Zeit unter demNamen H e i k o - C o s m o in den Handel gekommenen Blütenöle in kon-zentrierter, alkoholfreier Form, welche die Spirituosen Extraits in den Hinter-grund drängen.

Seit langer Zeit benutzt man in der Parfümerie sogenannte Fixateure,d. h. Stoffe, durch welche die Duftkörper fester gehalten und am schnellenVerdunsten gehindert werden sollen; so ist z. B. Ambra ein bekannter Fixateur.Nach dem D. R. P. 144 002 kommt dem Salizylsäurebenzylester (Fixateur,,Agfa") ebenfalls eine erheblich fixierende Wirkung zu; man setzt ein Teildieses Esters auf etwa 1000 T. fertiges Parfüm zu.

Zur Parfümerie verwendete Essenzen,stoffe u. s. w.:

Haarmann & Reimer, Chemische Fabrik zu HolzminderLunter ,,Riechstoffe").

ätherische Öle, künstliche Riech-

G. m. b. II., Holzminden (s. Inserat

Pariserblau siehe „Eisenfarbe n".

Pariser-Lack siehe ,,K o s c h e n i 11 e".

Pariserrot siehe „Bleifarbe n".

Parodyn siehe ,,A n t i p y r i n".

Pastellfarben. Die zur Pastellmalerei benutzten Farbstifte müssen inallen notwendigen Nuancierungen angefertigt werden, da eine Mischung beidieser Art der Malerei nur in sehr beschränktem Masse möglich ist. Manfertigt die Pastellfarben aus den verschiedensten Farbstoffen unter Zusatz vonKaolin, Gips, Leimwasser, Gummi arabicum u. s. w. Gewöhnlich werden diePastellfarben in Formen gepresst (P a s t e 11 s t i f t e), doch gibt es auchpulverförmige und weiche Pastellfarben.

Nach dem D. R. P. 148 214 feuchtet man zur Herstellung von Farbstiftendie Farbkörper (Graphit; Eosin u. s. w.) mit wasserlöslichen, nicht trocknen-den Flüssigkeiten (z. B. Glyzerin) an und verbindet dann damit die harzigen