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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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857
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Natriumverbindungen. 857

auf einwirken lässt; mit trockner C0 2 wird die Reaktion beendet. Fernerkönnte für die Gewinnung von NaHC0 3 auch noch das unter 12b Natrium-b i ch r o m a t erwähnte D. R. P. 133736 in Betracht kommen. Das Bikarbonatbildet farblose Kristalle, die meistens zu Krusten vereinigt sind. An feuchterLuft werden sie allmählich trübe, und beim Kochen der wässerigen Lösung gehtdas Salz unter Abgabe von C0 2 in das neutrale Karbonat über. 100 T. H 2 0lösen bei 0° 6,9 T., bei 20° 9,6 T., bei 60° 16,4 T. NaHC0 3 . Man benutzt eszum Entschälen der Seide, zum Waschen von Wolle, als Arzneimittel und zurHerstellung von Brausepulvern.

Prüfung: Auf Verunreinigungen prüft man nach den Vorschriften des D. A. V. Die

qualitativen Methoden zum Nachweis von Monokarbonat im Bikarbonat sind sämtlich unzuver-lässig; quantitativ bestimmt man den Gehalt an Monokarbonat durch Ermittelung der Kohlen-säure oder man verfährt sehr zweckmässig nach der im Artikel „A 1 k a 1 i m e t r i e" beschrie-benen titrimetrischen Methode mit Baryumchlorid.

Natriumbikarbonat, raffin.................. °/o kg Mk. 18,00

rein, D. A. V .............. o^ ^ ^ 3000

ehem. rein, pulv............. oj g ^ ^ 3200

„ in Platten........... oj g ^ ^ 5600

Königswarter k Ebcll, landen vor Hannover.

26. N a t r i u m 1 a k t a t (milchsaures Natrium; Natrium, lacticum).CsHöOäNa. Man gewinnt es technisch aus Calciumlaktat, das durch Vergärungvon verzuckerter Stärke dargestellt wird (vgl. Milchsäure), indem man diesesmit Na 2 SO* oder Na 2 C0 3 umsetzt. Es bildet eine gelbliche, sirupdickeFlüssigkeit, die sich sehr schwer als trockene Masse gewinnen lässt und indieser Form äusserst hygroskopisch bleibt.

Natriumlaktat (Syrupkonsistenz).............1 kg Mk. 9,00

27. Na tr i ummoly bd a t (Natrium molybdaenicum). Durch Lösenvon Molybdäntrioxyd Mo0 3 in Natronlauge gewonnen. Ausser dem regulärenSalz Na 2 MoOi gibt es noch verschiedene Polymolybdate.

Natriummolybdat, techn...................1 kg Mk. 10,00

„ ehem. rein................1 „ „ 15,00

28. Natriumnitrat (salpetersaures Natrium; Natrium, nitricum)siehe unter „C h i 1 i s a 1 p e t e r".

29. Na tri um n i tri t (salpetrigsatires Natrium; Natrium, nitrosum).NaN0 2 , auch kurzweg als Nitrit bezeichnet, kann unter anderm durch Ein-tragen von trocknem Natriumnitrat in einen glühenden eisernen Tiegel dar-gestellt werden. Besser glüht man nicht reines NaN0 3 sondern ein Gemischdesselben mit Schwefelbaryum; die Reaktion entspricht der Gleichung:

4 NaN0 3 + BaS = BaSO, + 4 NaN0 2 .

Man laugt die geschmolzene Masse nach dem Erkalten mit H 2 0 aus unddampft die Lauge auf 40—45° Be ein, worauf NaN0 2 auskristallisiert. DasD. R. P. 59 228 ersetzt das teuere BaS durch ein Gemisch von gemahlenemBleiglanz mit Kalk. Technisch benutzt man beinahe ausschliesslich ein an-deres Verfahren zur Nitritfabrikation, und zwar schmilzt man Weichblei mitChilisalpeter zusammen. Immerhin sind sonst noch viele andere Fabrikations-methoden vorgeschlagen worden. So leitet man nach dem D. R. P. 117 928möglichst luftfreie schweflige Säure über ein nahe bis zur Sinterung erhitztesGemenge von Natriumnitrat und Erdalkalioxyd (an Stelle des letzteren kannauch das Hydrat oder Karbonat zur Verwendung kommen), wobei die Um-setzung folgender Gleichung entspricht: NaN0 3 + CaO + S0 2 = NaN0 2 +CaS0 4 . Bei der Ausführung im Grossen erzielt man die erforderliche innigeMischung von Kalk und Chilisalpeter dadurch, dass man den gebrannten Kalkmit der konzentrierten Salpeterlösung löscht. Die Ausbeute soll fast theore-tisch sein und die Trennung vom unlöslichen Gips sich sehr leicht bewerk-stelligen lassen. — Das D. R. P. 138 029 besteht in der Reduktion von Salpetermit Sulfiten, und zwar schmilzt man NaN0 3 bei Gegenwart von NaOH undlässt auf die Schmelze bei Temperaturen zwischen 320 und 420° wasserfreies