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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Natriumverbindungen.

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Stickstoff der Luft ausgeht, sind unter Kaliumcyanid (No. 9 im Artikel „K a -liumverbindunge n") besprochen. Bei letzterem Verfahren erhält manDicyandiimid, das beim Schmelzen mit Na 2 C0 3 hauptsächlich NaCN (und NH 3 )bildet. Dem F r a n k sehen Verfahren in vieler Hinsicht ähnlich ist das Amer.Pat. 787 380, wonach man Na 2 C0 3 auf eine Masse von Erdalkalicyanid undCyanamid unter starker Erhitzung (auf Rotglut) einwirken lässt; darauf laugtman aus, gibt NaHC0 3 zu und lässt zuletzt das NaCN bei höchstens 5° aus-kristallisieren, während die Verunreinigungen in der Lösung zurückbleiben.

Das D. R. P. 176 080 nimmt zur Gewinnung von Alkalicyaniden mittelsLuftstickstoff den Weg über die Nitride, die sich bekanntlich mit einerReihe von Metallen leicht bilden. Nach vorliegendem Verfahren benutzt manMagnesiumnitrid oder Calciumnitrid, die im Gemenge mit Alkalikarbonat undKohle erhitzt werden; hierbei gerät das Gemenge ins Glühen, und ohne weitereWärmezufuhr setzt sich das Glühen unter Bildung von Cyanalkali durch dieganze Masse fort. Die Ausbeute wird erheblich besser, wenn man nachD. R. P. 180 118 das Alkalikarbonat ersetzt durch Alkalimetall; das Mg wirktdann anscheinend als Kontaktsubstanz. Beispielsweise lässt man auf einGemisch von 23 Mg, 92 Na und 92 C bei Rotglut reinen N einwirken, wobeidas angewandte Na nahezu quantitativ in NaCN übergeht, anscheinend nachden Gleichungen:

3 Mg + N. = Mg 3 N 2 . — Mg s N s + 2Na + 2C = 3Mg+ 2 NaCN.

Nach D. R. P. 200 986 erhält man Cyanide und Cyanamide der Alkalien,wenn man Titanstickstoffverbindungen oder Kohlenstoffstickstofftitan mitOxyden oder Salzen der Alkalien in Gegenwart von Kohlenstoff, kohlen-stoffhaltigen Verbindungen oder C abscheidenden Gasen zusammen erhitzt.Nach dem Zusatz-D. R. P. 235 662 lassen sich statt ^der Titanstickstoff-verbindungen auch die Nitride und Karbidnitride des Si und AI mit gleichemErfolge benutzen.

Nach D. R. P. 223 027 leitet man zur Darstellung von NaCN in ge-schmolzenes hocherhitztes Na gasförmiges trocknes Trimeithylamin ein. Beidieser Reaktion scheidet sich Kohle aus, die man durch Filtrieren beseitigenoder deren Abscheidung man auf chemischem Wege durch Zusatz vonDinatriumcyanamid oder aber durch Einleiten von NHs (mit dem N[CH 3 ] 3zusammen) verhindern kann. Nach dem Zusatz-D. R. P. 227 780 ist es vor-teilhafter, das NH 3 nach beendeter Reaktion, also vom N(CH 3 )a getrennt, ein-zuleiten.

Das Franz. Pat. 347 373 schützt ein Verfahren zur Reinigung vonCyaniden derart, dass man das Rohcyanid in Gegenwart von Wasser und Am-moniumsalzen destilliert, das Ammoniumcyanid sammelt und es mittels Säureoder Base zersetzt. Auch das D. R. P. 207 886 bezweckt ein Verfahren zurHerstellung von reinem NaCN aus rohen, durch Absorption blausäurehaltigerGase in Natronlauge gewonnenen Lösungen: Man versetzt die Lösung miteiner dem freien und dem kohlensauren Natron äquivalenten Mengewässeriger Blausäure sowie mit einer dem kohlensauren Natron genau ent-sprechenden Menge Kalk in Form des reinen, trockenen Hydrats und rührteinige Zeit um. Dabei treten die Reaktionen ein:

NaOH + HCN = NaCN + H 2 0;Na 2 C0 3 + 2 HCN + CaO = 2 NaCN + H 2 0 +CaC0 3 .

Enthält die Lösung nach der Behandlung mit Kalk noch Sulfat, so wird sienach der Filtration vom Calciumkarbonat wieder durch Blausäure und Baryt-hydrat gefällt, entsprechend der Gleichung:

Na 2 S0 4 + Ba(OH) 2 + 2 HCN = BaS0 4 + 2 NaCN + 2 H 2 0.

Die filtrierte Lösung wird im Vakuum bei niedriger Temperatur eingeengt,wobei sich die Verunreinigungen und der Kalk ausscheiden. Aus der ge-reinigten, warm filtrierten Lösung erhält man beim Erkalten das reine wasser-haltige Salz, das abgeschleudert und durch Trocknen im Vakuum nebenfestem NaOH vom Kristallwasser befreit wird.