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Naphtylamine.
a-Naphtylamin gewinnt man, indem man a-Nitronaphtalin (s. d.)reduziert, und zwar wird empfohlen: 800 kg Fe und 40 kg HCl unter Zusatzvon H 2 0 zu mischen, anzuwärmen und dann unter stetem Rühren nach undnach 600 kg lufttrocknes a-Nitronaphtalin zuzugeben; die Temperatur soll auf70° gehalten werden. Bei dieser Temperatur erhält man die Masse nach demEintragen unter fortwährendem Rühren noch 6—8 Stunden. Man setzt danngelöschten Kalk (etwa 50 kg) bis zur alkalischen Reaktion zu und destilliertdas Naphtylamin aus Etagenretorten ab, wobei die Temperatur des Kühl-wassers, um Verstopfungen der Kühlröhren durch Naphtylamin zu vermeiden,auf 60° gehalten wird. Das zu einer schwarzgrauen Masse in der Vorlage er-starrende rohe a-Naphtylamin wird durch Rektifizierung gereinigt. Es bildetdann farblose, leicht sublimierbare, schwer in H 2 0, leicht in Alkohol undÄther lösliche Blättchen von sehr unangenehmem Geruch, die sich an der Luftallmählich braun färben. Seh. P. 50°; S. P. 300°. Das technische Produktbildet je nach der Reinheit farblose bis braunschwarze Massen. — Auch dasim Artikel „A n i 1 i n" erwähnte D. R. P. 139 457 ist auf die Darstellung vona-Naphtylamin ausgedehnt worden. Nach dieser katalytischen Methode,welche sich auf die Hydrogenation in Gegenwart fein verteilter Metallegründet, leitet man über eine auf 300—400° erhitzte Schicht von reduz. CuDämpfe von Nitronaphtalin, gemischt mit H oder Wassergas, wobei glatte Re-duktion zu Naphtylamin eintritt. — Das D. R. P. 205 076 bezweckt ein ver-bessertes Verfahren zur Gewinnung von reinem a-Naphtylamin. Solcheslässt sich durch Abspalten der Sulfogruppe aus Naphthionsäure darstellenoder durch öftere Kristallisation des technischen a-Naphtylamins aus heissemLigroin. Eine einfache und technisch leicht ausführbare Methode zur Tren-nung der a- und ß-Verbindung besteht darin, dass man das homogene Ge-misch des technischen Naphtylamins mit einem organischen Lösungsmittel,wie Xylol, Solventnaphta, Chlorbenzol u. s. w., abkühlt, wobei der grösste Teilder a-Verbindung sich in reinem Zustande abscheidet, während /J-Naphtyl-amin mit dem Rest der a-Verbindung gelöst bleibt und in bekannter Weiseabgetrennt wird. Die weitere Verarbeitung der Mischung erfolgt in derWeise, dass man das Lösungsmittel entfernt, mittels verdünnter Salzsäuredie Hydrochloride darstellt, das beim Abkühlen ausfallende a-Naphtylamin-chlorhydrat abfiltriert und aus dem Filtrat die ß-Verbindung als Sulfat fällt./(-Naphtylamin lässt sich nicht auf dieselbe Weise gewinnen, dabeim Nitrieren von Naphtalin nur a-Nitronaphtalin entsteht. Dagegen gewinntman es durch Einwirkung von Ammoniak auf ß-Naphtol:
CioHt . OH + NH 3 = CioHr. NH 2 + H 2 0.Man erhitzt z. B. 10 kg /J-Naphtol, 4 kg Ätznatron und 4 kg Salmiak in einemAutoklaven 60—70 Stunden auf 160°, entfernt dann das unangegriffene#-Naphtol durch Behandeln mit NaOH und extrahiert aus dem ungelöstenRückstand das ^-Naphtylamin durch verd. HCl. Nach einem neueren Ver-fahren setzt man bei diesem Prozess mit Vorteil Sulfite zu; hierbei ent-steht zunächst der Schwefelsäureester des /?-Naphtols, der dann viel leichterals das Naphtol in die Amidoverbindung übergeht. — Das technische Pro-dukt bildet harte, geschmolzene Massen, während reines /^-Naphtylaminweisse, glänzende, geruchlose, schwer in kaltem, leicht in heissem H 2 0, Alkoholund Äther lösliche Blättchen bildet, die mit Wasserdämpfen flüchtig sind.Seh. P. 112°; S. P. 294°. Beide Naphtylamine dienen vor allem zur Dar-stellung von Azofarbstoffen.
Das Naphtylphenylamin C10H7. NH . C e H 5 wird in der a-Modi-fikation durch Erhitzen von Anilinsalz mit a-Naphtylamin auf 240° erhalten.Das technische Produkt bildet hellbraun gefärbte, geschmolzene Massen, diereine Verbindung ist farblos. Seh. P. 62°; S. P. (bei 15 mm Druck) 226°.
Prüfung: Technisches «-Naphtylamin soll annähernd den richtigen Seh. P. zeigen undsich in warmer verdünnter HCl ohne Hinterlassung öliger Schmieren ziemlich klar lösen. EineLösung von salzsaurem «-Naphtylamin gibt mit Fe. 2 Cl ft und andern Oxydationsmitteln einenvioletten Niederschlag. Nitrite geben in schwaehsaurer Lösung einen braunroten Nieder-schlag von Amidoazonaphtalin.
Das ^-Naphtylamin unterscheidet sich vom «-Naphtylamin durch den viel höheren Seh. P.sowie durch das Fehlen des unangenehmen Geruches. In der Lösung erzeugen Oxydations-