Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
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1133
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Vinum.

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Alkohols eingedampft. Der Rückstand wird mit kleinenMengen absoluten Alkohols aufgenommen, die Lösung*n einen eingetheilten Glascylinder mit Stopfen ge-gossen und die Schale mit kleinen Mengen absolutemAlkohol nachgewaschen, bis die alkoholische Lösung genau15 cem beträgt. Zu der Lösung setzt man dreimal je7,fi cem absoluten Aether und schüttelt nach jedem Zusatztüchtig durch. Der verschlossene Cylinder bleibt solangestehen, bis die alkoholisch-ätherische Lösung ganz klargeworden ist; hierauf giesst man die Lösung in ein Wäge-gläschen mit eingeBchliffenem Stopfen. Nachdem manden Glascylinder mit etwa 5 cem einer Mischung von1 ßaumtheil absolutem Alkohol und 1 l j t Raumtheilenabsolutem Aether nachgewaschen und die Waschflüssig-keit ebenfalls in das Wägegläschen gegossen hat, ver-dunstet man die alkoholisch-ätherische Flüssigkeit aufeinem heissen, aber nicht kochenden Wasserbade, wobeiwallendes Sieden der Lösung zu vermeiden ist. Nach-dem der Rückstand im Wägegläschen dickflüssig ge-worden ist, bringt man das Gläschen in einen Trocken-kasten, zwischen dessen Doppelwandungen Wasser lebhaftsiedet, lässt nach einstündigem Trocknen im Exsikkatorerkalten und wägt.

Berechnung. Wurden a Gramm Glycerin ge-wogen, so sind enthalten:

x a= 1,111 a Gramm Glycerin In 100 cem Wein.

b) In Weinen mit 2 g oder mehr Zucker

in 100 cem.60 cem Wein werden in einem geräumigen Kolbenauf dem Wasserbade erwärmt und mit 1 g Quarzsandund solange mit kleinen Mengen Kalkmilch versetzt, bisdie zuerst dunkler gewordene Mischung wieder einebeilere Farbe und einen laugenhaften Geruch ange-nommen hat. Das Gemisch wird auf dem Wasserbadeunter fortwährendem Umsehütteln erwärmt. Nach demErkalten setzt man 100 cem Alkohol von 96 Massprocentzu, lässt den sich bildenden Niederschlag absetzen, filtrirtdie alkoholische Lösung ab und wäscht den Niederschlagmit Alkohol von 96 Massprocent aus. Das Filtrat wirdeingedampft und der Rückstand nach der unter II Nr. 9agegebenen Vorschrift weiter behandelt.

Berechnung. Wurden a Gramm Glycerin ge-wogen, so sind enthalten:

x = 2,222 a Gramm Glycerin in 100 cem Wein.

Anmerkung: Wenn die Ergebnisse der Zucker-bestimmung nicht mitgetheilt sind, so ist stets an-zugeben, ob der Glyceringehalt der Weine nach IINr. 9 a oder 9 b bestimmt worden ist.

10. Bestimmung des Zuckers.

Die Bestimmung des Zuckers geschieht gewichts-analytisch mit Fehling'scher Lösung.

Herstellung der erforderlichen Lösungen.

1. Kupfersulfatlösung: 69,278 g krystallisirtesKupfersulfat werden mit Wasser zu 1 Liter gelöst.

2. Alkalische Seignettesalzlösung: 346 gSeignettesalz(Katiurnnatriumtartrat)und 103,2 g Natrium-hydrat werden mit Wasser zu 1 Liter gelöst und dieLösung durch Asbest filtrirt.

Die beiden Lösungen sind getrennt aufzubewahren.

Vorbereitung des Weines zur Zucker-bestimmung.

Zunächst wird der annähernde Zuckergehalt des zuUntersuchenden Weines ermittelt, indem man von demExtraktgehalt desselben die Zahl 2 abzieht. Weine, diehiernach höchstens 1 g Zucker in 100 cem enthalten,können anverdünnt zur Zuckerbestiminung verwendetWerden; Weine, die mehr als 1 g Zucker in 100 cementhalten, müssen dagegen soweit verdünnt werden, dassdie verdünnte Flüssigkeit höchstens 1 g Zucker in 100 cementhält Die für den annähernden Zuckergehalt gefun-dene Zahl (Extrakt weniger 2) giebt an, auf das wieviel-fache Mass man den Wein verdünnen rauss, damit dieLösung nicht mehr als 1 Procent Zucker enthält. ZurVereinfachung der Abmessung und Umrechnung rundetman die Zahl (Extrakt weniger 2) nach oben zu auf eineganze Zahl ab. Die für die Verdünnung anzuwendendeMenge Wein ist so auszuwählen, das* die Menge derverdünnten Lösung mindestens 100 dm beträgt. Ent-hält beispielsweise ein Wein 4,77 g Extrakt in 100 ctm,dann ist d«-r Wein zur Zuekerbestiinmung auf das4,772 = 2,77 fache oder abgcruudet auf das dreifache\lass mit Wassei zn verdüuneu. Man lässt in diesem

Falle aus einer Bürette 83,8 cem Wein von 15* C. Inein 100 ccm-KÖlbchen fliessen und füllt den Wein mitdestillirtem Wasser bis zur Marke auf.

Ausführung der Bestimmung des Zuckers ImWeine.

100 cem Wein oder, bei einem Zuckergehalte vonmehr als 1 Procent, 100,cem eines in der vorher be-schriebenen Weise verdünnten Weines werden in einemMesskölbchen abgemessen, in eine Porcellanschale ge-bracht, mit Alkalilauge neutralisirt und im Wasserbadeauf etwa 25 ecm eingedampft. Behufs Entfernung vonGerbstoff und Farbstoff fügt man zu dem entgeistetenWeinrtickstande, sofern es sich um Roth weine oder er-hebliche Mengen Gerbstoff enthaltende Weissweine han-delt, 5 bis 10 g gereinigte Thierkohle, rührt das Gemischunter Erwärmen auf dem Wasserbade mit einem Glas-stabe gut um und filtrirt die Flüssigkeit in das 100 cem-Kölbchen zurück. Die Thierkohle wäscht man solangemit heissem Wasser sorgfältig aus, bis das Filtrat nachdem Erkalten nahezu 100 cem beträgt. Man versetztdasselbe sodann mit 3 Tropfen einer gesättigten Lösungvon Natriumkarbonat, schüttelt um und füllt die Mischungbei 15° C. auf 100 cem auf. Entsteht durch den Zusatzvon Natriumkarbonat eine Trübung, so lässt man dieMischung 2 Stunden stehen und filtrirt sie dann. DasFiltrat dient zur Bestimmung des Zuckers.

An Stelle der Thierkohle kann zur Entfernung vonGerbstoff und Farbstoff auB dem Wein auch Bleiessigbenutzt werden. In diesem Falle verfährt man wiefolgt: 160 cem Wein werden in der vorher beschriebenenWeise neutralisirt und entgeistet und der entgeisteteWeinrückstand bei 15° C. mit Wasser auf das ursprüng-liche Mass wieder aufgefüllt. Hierzu setzt man 16 cemBleiessig, schüttelt um und filtrirt. Zu 88 cem desFiltrates fügt man 8 cem einer gesättigten Natrium-karbonatlösung oder einer bei 20° C. gesättigten Lösungvon Natriumsulfat, schüttelt um und filtrirt aufs neue.Das letzte Filtrat dient zur Bestimmung des Zuckers.Durch die Zusätze von Bleiessig und Natriumkarbonatoder Natriumsulfat ist das Volumen des Weines um l / Evermehrt worden, was bei der Berechnung des Zucker-gehaltes zu berücksichtigen ist.

a) Bestimmung des Invertzuckers*In einer vollkommen glatten Porcellanschale werden25 cem Kupfersulfatlösung, 25 cem Seignettesalzlösungund 25 cem Wasser gemischt und auf einem Drahtnetzzum Sieden erhitzt. In die siedende Mischung lässt manaus einer Pipette 25 cem des in der beschriebenen Weisevorbereiteten Weines fliessen und kocht nach dem Wieder-beginn des lebhaften Aufwallens noch genau 2 Minuten.Man filtrirt das ausgeschiedene Kupferoxydul unter An-wendung einer Saugepumpe sofort durch ein gewogenesAsbestfilterröhrchen und wäscht letzteres mit heissemWasser und zuletzt mit Alkohol und Aether aus. Nach-dem das Röhrchen mit dem Kupferoxydulniederschlagebei 100° C. getrocknet ist, erhitzt man letzteren stark beiLuftzutritt, verbindet das Röhrchen alsdann mit einemWasßerstoff-Entwickelungsapparat, leitet trocknen undreinen Wasserstoff hindurch und erhitzt das zuvor ge-bildete Kupferoxyd mit einer kleinen Flamme, bis das-selbe vollkommen zu metallischem Kupfer reducirt ist.Dann lässt man das Kupfer im Wasseretoffström erkaltenund wägt. Die dem gewogenen Kupfer entsprechendeMenge Invertzucker entnimmt man der als Anlage bei-gegebenen Tafel III. (Die Reinigung des Asbestfilter-röhrchens geschieht durch Auflösen des Kupfers in heisserSalpetersäure, Auswaschen mit Wasser, Alkohol undAether, Trocknen und Erhitzen Im Wassers toff ströme.)

b) Bestimmung des Rohrzuckers.

Man misst 50 cem des in der vorher beschriebenenWeise erhaltenen entgeisteten, alkalisch gemachten, ge-gebenenfalls von Gerbstoff und Farbstoff befreiten undverdünnten Weines mittelst einer Pipette in ein Kölb-chen von etwa 100 cem Inhalt, neutralisirt genaumit Salzsäure, fügt sodann 5 cem einer 1 procentigenSalzsäure hinzu und erhitzt die Mischung eine halbeStunde im siedenden Wasserbade. Dann neutralisirtman die Flüssigkeit genau, dampft sie im Wasserbadeetwas ein, macht sie mit einer Lösung von Natrium-karbonat schwach alkalisch und filtrirt sie durch einkleines Filter in ein 50 ccm-Kölbchen, das man durchNach waschen bis zur Marke füllt. In 25 cem der zuletzterhaltenen Lösung wird, wie unter II Nr. 10a angegeben,der lnvertzuckergehalt bestimmt.

Berechnung. Man rechnet die nach der Inversion