Urethanuni.
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Mol.
der freien Thiuretbase. — In kochendem Alkali löst sich das Thiuret auf; säuert man ein«solche Lösung an, so entwickelt sich Schwefelwasserstoff und PhenyldithioMuret wird ge-
C H N = C__NH — O = NH fallt " ** eim Kocllen mit Säuren (Eisessig) entwickelt das
Thiuret Schwefelwasserstoff, während sich aus der LösungS-------------S Schwefel abscheidet. Das Phenyldithiobiuret entwickelt
Thiuret, freie Base. beim Kochen mit Säuren zwar auch Schwefelwasserstoff,
aber es scheidet keinen Schwefel ab. Hieraus erklärt es sich wohl, dass das Thiuret starkdesinficirende Eigenschaften besitzt, während solche dem Phenyldithiobiuret abgehen.
Aufbewahrung. Vorsichtig. Anwendung. Nach F. Blum kommen demThiuret antibakterielle Eigenschaften in hervorragendem Maasse zu. Pudert man es trockena uf Gelatine- oder Agar-Platten auf, so macht es nicht nur die Nährböden für jedesWachsthnm ungeeignet, sondern es vermag auch die Mikroorganismen abzutödten. DasThiuret ist vorläufig als Jodoformersatz in der Wundbehandlung in Aussicht genommen.
Von anderen Salzen des Thiurets werden nachfolgende beschrieben:
Salzsaures Thiuret C 8 H,N 8 S S . HCl; krystallisirt aus Wasser mit 3 Mol. H,0,aus Alkohol mit 1 Mol. Krystallalkohol. Schmelzpunkt der letzteren Verbindung 214» 0.
Bromwasserstoffsanres Thiuret C„H,N 8 S, . HBr. Schmelzpunkt 253° 0.
Salicylsaures Thiuret C 8 H,N 8 S 2 . C 7 H,0,. Schmelzpunkt 76° C.
o-kresotinsaures Thiuret C 8 H,N 8 S 2 . C 8 HgO,. Schmelzpunkt 75° C.
Urethanum.
Unter „Urethanen" versteht man die Aether der Carbaminsäure (Amidokohlensäure)GO,H(NHj). Als XJrethan schlechthin aber versteht man den Carbaminsäure-Aethyläther.
I. f Urethanum (Ergänzb. Helv.). Aethylurethan. Carbaminsänre-Aethylester.Urethane (franz.). Urethane (engl.). CO . NU« . OC,H t . Mol. Gew. = 89.
Darstellung. Man lässt im geschlossenen Rohr bei einer Temperatur von 120 bis130° C. auf salpetersauren Harnstoff Aethylalkohol mehrere Stunden lang im Ueberschusseinwirken. Die nach dem Erkalten kristallinische Masse wird in der gerade hinreichendenMenge Wasser gelöst Diese Lösung wird mehrmals mit Aether ausgeschüttelt. Der nachdem Abdestilliren des Aethers hinterbleibende Rückstand wird der Destillation unterworfenund schliesslich nochmals aus Wasser umkrystallisirt.
Eigenschaften. Farblose, geruchlose, säulenförmige Krystalle, neutral, von kühlen-dem, salpeterartigem Geschmacke, bei 47—50° C. schmelzend und bei etwa 171° C. siedend.Nach dem Schmelzen zeigen sie die Erscheinung der Ueberschmelzung.
Wird es auf dem Platinbleche erhitzt, so verbrennen die entweichenden Dämpfe mitbläulicher Flamme, und das Urethan hinterlässt schliesslich keinen Rückstand. 10 Th. Ure-th&h lösen sich in 10 Th. Wasser oder in 6 Th. Alkohol (von 90 Proc.) oder in 10 Th. Aetheroder in 15 Th. Chloroform oder in 8 Th. verflüssigter Karbolsäure oder in 30 Th. Glycennoder in 150 Th. Ricinusöl oder in 200 Th. Olivenöl. Erwärmt man 1 g des Urethans mito ccm konc. Schwefelsäure, so erfolgt Entwickelung von Kohlensäure. Erwärmt man 1 gUrethan mit 5 ccm Natronlange, so tritt Geruch nach Ammoniak auf. — Löst man 0,5 gdes Präparates in 5 ccm Wasser, fügt 1 g trockenes Natriumkarbonat sowie einige Körn-chen Jod hinzu und erwärmt, so tritt deT Geruch nach Jodoform auf, und beim Erkaltenscheiden sich Krystalle von Jodoform ab.
Prüfung. 1) Das im Exsiccator gut getrocknete (!) Präparat soll bei 47 bis5 0» C. schmelzen. Schon geringe Verunreinigungen drücken den Schmelzpunkt herab. —2 ) Die lOproc. wässerige Lösung werde durch Silbernitratlösung nicht getrübt (Chlor). —2 ccm derselben sollen, mit 2 ccm konc. Schwefelsäure vermischt und mit 1 ccm Ferrosulfatlösung überschichtet, eine bräunliche Zone nicht zeigen (Salpetersäure) — 3) Die Lösungvon 1 g Urethan in 1 g Wasser darf beim Vermischen mit 1 ccm Salpetersäure einen
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