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2 (1920)
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1012
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L012

Tainarindus.

Rohes Tamarindemnus erweicht man mit äa haissoni Wasser, reibt durch ein Haarsieb(IV. Germ.), dampft in einem (tarirten) Porcellangefässe im Wasserbade zum dicken Ex-trakt ein und mischt diesem noch warm 1 I 6 , nach Auatr. 1 / a seines Gewichts gepulvertenZucker hinzu. Da hierdurch eine Verdünnung eintritt, welche die Haltbarkeit des Musesbeeinträchtigt, so thut man gut, noch eine Weile weiter einzudampfen. Gall.: Ebenso,doch ohne jeden Zuckerzusatz. E. Dieterich lässt 1 Th. Tamarinden zuerst mit 2,dann nochmals mit 1 Th. heissem Wasser erweichen, durch ein feines Haarsieb reiben,den Brei in einem Pressbeutel abtropfen, dann bis auf 0,7 Th. auspressen, hiermit die zumdicken Extrakt eingedampfte Pressflüssigkeit mischen und dann die entsprechende MengeZucker zusetzen. Bei diesem Verfahren wird ein zu langes Erhitzen des Muses, wobeidieses leicht einen bittern Geschmack annimmt, vermieden. Ausbeute etwa 150 Proc.Germ, und Helv. schreiben einen bestimmten Säuregehalt vor: 2 g mit 50 ccm heissemWasser geschüttelt, sollen nach dem Erkalten ein Filtrat geben, wovon 25 ccm mit 1,2 ccmNormal-KOH oder -NaOH noch sauer reagiren. Der Wassergehalt wird von Germ, undHelv. auf 40 Proc. begrenzt. Prüfung auf Metalle wie oben. (Bei der Darstellung sämmt-licher Zubereitungen aus Tamarinden ist die Verwendung von Metallgerätheii selbstver-ständlich ausgeschlossen.)

Aufbewahrung. Man bewahrt das zum Schimmeln neigende Mus an einemkühlen, trocknen Orte in Porcellangefässen auf. Die Oberfläche wird nach jedesmaligerEntnahme mit einem Pistill glatt gestrichen und mit einer Scheibe aus Fliesspapier, diesich rings der Wandung des Gefässee dicht anschliesst, bedeckt. Hat man das Papier zu-vor mit einer weingeistigen Saltcylsäurelösung getränkt, so ist das Auftreten von Schimmel-pilzen nicht zu befürchten.

Anwendung. Das gereinigte Mus diont als gelindes Abführmittel, in Mixturenzu 515 g mehrmals täglich, gewöhnlich aber in Form von Latwergen und Konserven.Brit. und U-St. führen nur das rohe Mus, das erst bei Verwendung zu Oonfectio Sonnaeder Reinigung unterworfen wird.

Conserva Taniariudoruni. Taiiiarindenkonserveii. Conserve de tamaiin.Ergänzb.: Gereinigtes Tamarindenmus stösst man mit q. s. feinem Sennesblätterpulvorzur Masse an, formt 2 g schwere Brödchen, trocknet bei 40° C. und überzieht mit Blatt-silber oder Ohokoladenmasse. Gall.: Wie Conserva Cassiae (Bd. I, S. 674). Diete-kich: 500,0 Tamarindenmus, 300,0 Zucker, 200,0 Jalapenknollen, 200,0Weizenstärke, 5TropfenNeroliöl stösst man zur Masse, rollt aus, sticht 2,5 g schwere Brödchen aus, bepinselt miteinem Brei aus 2 Chokoladenpulver, 7 Zucker, 3 Gummischleim, q. s. Rosenwasser, be-streut mit Kristallzucker und trocknet bei 40° C.

Extractum seu Mellago Taiuariiidorum. Tamarindeuextrakt. Man zieht Ta-marinden mit dem 5 fachen Wasser aus, wie unter Sirup. Tamarindi angegeben, dampft aberdie filtrirte Pressflüssigkeit zum Sirup ein. Ausbeute etwa 50 Proc. Giebt mit Zucker-wasser eine fast klare, angenehm schmeckendeTamarinden-Limonade".

Ptisaua cum pulpa Tainariudi. Tisane de tamariu (Gall). 20,0 Tamarinden-mus übergiesst man in einem Porcellangefäss mit 1000,0 siedendem Wasser und seiht nach1 Stunde durch.

Sirupns Tamarindi. Taiuarindensirup. Helv.: 250 Th. Tamarinde digerirt manim Wasserbade mit q. s. Wasser, seiht durch, presst aus, dampft auf 400 Th. ein undbringt mit 450 Th. Zucker und 150 Th. Glycerin zum Sirup. Man mischt gleiche TheileTamarindenoxtrakt und Himbeersaft und setzt eine Spur Fruchtäther zu. Die Säure kannman durch vorsichtigen Zusatz von Natriumkarbonat theilweise abstumpfen.

Electu&rluni Tamarlndornm Fuli.tcr.

Kp. Foliorum Sennae pulv.Tartari depuratiPulpae Tainarindorum dcpur.Sirupi Mannae

5,0

1,015,0q. s.

genau mit 4, mischt 57, dann den Best von175,0 hinzu und filtrirt nach einigen Tagen.

Kssentia Tamarindorum.

Tamarindenessenz.

I. Berliner Apoth.-Verein.Kp. 1. Foliorum Sennae Spiritu cxtract. 50,0

2. Pulpae Tamarindorum depur. 330,0

3. Aquae ebullientis 2000,0

4. Liquoris Natri caustici

(Pond. spee. 1,170) 30,0 vcl q. a.

5. Spiritus (87 proc.) 100,0

6. Sirupi simplicis 100,0

7. Tinet. Vanillae 5,0.Man stellt 13 zwölf Stunden bei Seite, presst

und dampft die zum Kochen erhitzte Flüssig-keit auf 700,0 ein. 525,0 davon neutralisirt man

II. Münchener Apo th.- Verein.Kp, 1. Pulpae Tamarindorum crudae 500,0

2500,0

q-

2. Aquae ebullientis

3. Magnesii carbonici

4. Foliorum Sennae concis. 50,0

5. Magnesiae ustae 2,00. Aquae destillatae 500,0

7. Sirupi simplicis 50,C

8. Sirupi Aurautii corticis 50,0

9. Sirupi Cinnamomi 50,010 Spiritus düuti 50,0.

Man erweicht 1 mit 2, dampft die ohne Pressunggewonnene Seihflüssigkeit auf 1000,0 ein, neu-tralisirt 750,0 davon mit 3, mischt die übrigen250,0 und den durch 24stündige Maceration aus46 erhaltenen Auszug hinzu, kocht auf, seihtdurch Flanell, dampft auf 800,0 ein, fügt 7 bi»10 hinzu, lässt absetzen und filtrirt.