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Saccbaruni.
Kohlensäure zersetzt. Es fällt Calciumkarbonat aus, und die von diesem getrennte Lävu-loselösung wird im Vakuum zur Trockne gebracht (Dubrunfaut).
Nach D.R.P, 67087 geht man von der Melasse aus. Letztere -wird in der 6 fachenMenge Wasser gelöst, durch Salzsäure invertirt, diese Lösung abgekühlt und mit Kalk-hydrat versetzt, im übrigen wie vorher angegeben behandelt.
Eigenschaften. Die Lävulose des Handels stellt weisse, krümelige, krystallinische,etwas hygroskopische Massen oder ein weisses Pulver dar. Sie ist in absolutem Alkoholziemlich löslich, sehr leicht löslich in Wasser und in verdünntem Weingeist. Die wässerigeLösung ist neutral und süsser als die des Rohrzuckers. Sie reducirt PEHLiNo'sche Lösungund Wismutsalze in alkalischer Flüssigkeit, und wird ebenso wie die des Traubenzuckersbeim Erwärmen mit Kali- odeT Natronlauge gebräunt. Sie lenkt die Ebene des polari-eirten Lichtes nach links ab (1°). Als speciflsche Drehung wird für Lävulose bei 20° C.der Werth — 71,4 bis — 100° angegeben. Aus der Drehung des Invertzuckers würdesich sogar der Werth 108,5° berechnen. Lävulose ist direkt vergährbar, doch vergährtsie langsamer als Dextrose. Das Anhydrid schmilzt bei 95—105° C, bei höherem Erhitzenwird es tiefgreifend zersetzt.
Prüfung. Farblose, geruchlose, krystallinische Massen, welche beim Erhitzenunter Karamelbildung verkohlen und schliesslich, ohne einen wägbaren Rückstand (anor-ganische Substanzen) zu hinterlassen, verbrennen. In Wasser und in verdünntem Wein-geist leicht löslich; die wässerige Lösung reducirt FEHUNo'sches Reagens und dreht links.Löst man 5,5 g in Wasser zu 100 ccm auf, so gebe diese Lösung im 200 mm-Rohr nachVentzke-Souhl bei 20° C. eine Ablenkung von 25—26°, was einem Gehalte von 98 bis99 Proc. Lävulose entspricht.
Aufbewahrung. Wegen der hygroskopischen Eigenschaften in gut verschlossenenGefässen.
Anwendung. Als Süssmittel für Diabetiker. Da diese die Lävulose in nicht zugrossen Mengen voll ausnutzen und verbrennen, so erhalten sie damit ein sie zugleichernährendes Süssmittel. In leichteren Fällen von Diabetes wurden täglich 50 g assimilirt,in schwereren Fällen weniger.
IV. Invertzucker. Entsteht aus dem Rohrzucker durch Einwirkung von Fermenten(Invertin) oder verdünnten Säuren auf die wässerige Lösung desselben. Der Invertzuckerist ein Gemisch gleicher Gewichtstheile Dextrose und Lävulose. Da das spec. Drehungs-vermögen der letzteren grösser ist als dasjenige der ersteren, so ist Invertzucker links-drehend. Er ist von milder angenehmer Süsse und direkt vergährbar, und zwar ver-gährt zuerst die Dextrose und erst später auch die Lävulose, so dass bei partiellerVergährung von Invertzucker zunächst eine linksdrehende Flüssigkeit erhalten wird.
Eine Rohrzuckerlösung, welche vor der Inversion -f- 100° polarisirt, giebt nachder Inversion eine Linksdrehung von (—) 32,66° bei 20° C. und von 42,66° bei 0° C.Die Drehung ist von der Temperatur sehr abhängig.
KLOTZ's Lösender Sirup. Ist ein 70 Proc. Zucker enthaltender weisser Sirup.Der Zucker ist z. Th. als Rohrzucker, z. Th. als Invertzucker vorhanden. Das Verhältnissbeider wurde bei verschiedenen Untersuchungen verschieden gefunden. B. Fischer.
Antispasmodischer Sirup von Desaga gegen Keuchhusten. Ist ein schwach rothgefärbter, etwas Kaliumkarbonat enthaltender Zuckersirup.
Fruchtzucker des Handels. Flüssiger Raffinade-Zucker. Die unter diesenNamen im Handel befindlichen Präparate sind z. Th. aus Invertzucker, z. Th. aus Rohr-zucker bestehende Sirupe mit einem Zuckergehalt von etwa 80 Proc. auf Rohrzucker be-rechnet, darunter etwa 40 Proc. Invertzucker. Der Invertzucker ist dem Rohrzucker fürmanche Zwecke vorzuziehen, da er süsser und vollmundiger schmeckt als dieser undweniger zum Auskrystallisiren neigt. Als Ersatz des Sirupus simplex dürfen diese Sirupein der Receptur nicht verwendet werden.
V. RaffiriOSe. Melitriose. Pluszucker. C 18 H 32 0 16 . Mol. Gew. = 504.
Kommt zu etwa 0,02 Proc. in der Zuckerrübe vor und reichert sich in der Melassesn. Krystallisirt aus wässeriger Lösung in feinen weissen Nadeln mit 5 Mol. Wasser