Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
777
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Saccharum.

777

t C i 8 H0 -}- 5 HjO). Ist in kaltem Wasser schwerer, in heissem Wasser leichter löslich"wie Rohrzucker, sie ist unlöslich in absolutem Aethyl-Alkohol, dagegen löslich in 10 Th.absolutem Methyl-Alkohol. Die Lösungen schmecken nicht süss. Raffinose ist gährungs-fähig, wirkt aber auf FEHLiNo'sche Lösung nicht reducirend. Die Lösungen sind rechts-drehend. In lOprocentiger Lösung ist [a] D = -f- 104,5°. Auf gleiche Gewichtstheile be-rechnet ist das Rechtsdrehungsvermögen der Raffinose 1,57 mal und das des Raffinoseanhy-drids 1,85 mal grösser als das des Rohrzuckers. Löst man 26,048 g Rohrzucker zu 100 ccm,6 o zeigt diese Lösung im 200 mm-Rohr (nach Ventzke-Soleil) -\- 100° Drehung. Diegleiche Menge Raffinosehydrat giebt unter den nämlichen Bedingungen -)- 157,15° unddie gleiche Menge Raffinoseanhydrid = -f- 185° Drehung.

Bei der Inversion durch verdünnte Säuren wird die Raffinose nach der GleichungC u H,jOi 6 + 2 HjO = 3 C e H 12 0, gespalten in Lävulose, Dextrose und Galaktose. Da vonden Spaltprodukten nur die Lävulose linksdrehend, dagegen Dextrose und Galaktose(letztere in hohem Maasse) rechtsdrehend sind, so besitzt die invertirte Flüssigkeit einemassige Rechtsdrehung. Eine Lösung von 16, 576 g Raffinosehydrat zu 100 ccm in WasserPolarisirt direkt -f 100°, nach der Inversion noch -f- 51,24°.

Die Raffinose kommt als Süssstoff nicht in Betracht, sondern lediglich als Ver-unreinigung des Rübenzuckers. Die ersten Produkte sind frei von Raffinose, dagegen ent-halten die aus der Melasse dargestellten Nachprodukte Raffinose. In diesem Falle lässtdie Polarisation den Zucker höherprocentig erscheinen, als er thatsächlich ist, unter Um-ständen kann die polarimetrische Untersuchung einen 100 Proc. übersteigenden Zucker-gehalt finden lassen. Daher der NamePluszucker".

VI. Maltose (Isomaltose). C^H^O,.. Mol. Gew. = 342.

Entsteht durch Einwirkung von Diatstase auf Stärke, auch durch Einwirkung vonverdünnter Schwefelsäure auf Stärke, ist daher im Malzextrakt und auch im Stärkezuckerenthalten. Sie krystallisirt aus Wasser in weissen, süssen Nadeln C 12 H a jO n -\- H a O, istleicht löBlich in Wasser, Alkohol und Methylalkohol. Durch Trocknen bei 100110° C.w ird sie wasserfrei, doch beginnt sie sich dabei unter Bräunung zu zersetzen.

Maltose ist leicht und vollständig vergährbar. Die wässerige Lösung ist rechts-drehend. Die speeifische Drehung ist bei 20° C. = 138,29. Die Lösungen zeigen die Er-scheinung der Halbrotation, d. h. sie drehen frisch bereitet wesentlich geringer alsn ach längerem Stehen. Geringer Zusatz von Ammoniakflüssigkeit bringt die Rotationsofort auf den normalen Betrag. Maltose reducirt die FEHLiNo'sche Lösung, nicht aber eineneutrale Lösung von Kupferacetat (Barfoed's Reagens s. Bd. I, S. 1025). Bei der Inver-sion durch verdünnte Säuren entstehen aus 1 Mol. Maltose = 2 Mol. Dextrose. Es istdaher verständlich, dass durch die Inversion die Rechtsdrehung der Maltose auf etwa dendritten Theil herabgesetzt wird, während die reducirende Wirkung auf etwa das Doppelteerhöht wird.

Maltose ist im reinen Zustande kein Handelsartikel, da sie noch zu theuer ist. Da-gegen ist sie wichtig als Bestandtheil der Malzpräparate, z. B. Malzextraktes und desBieres.

VII. SaCCharum LactiS (Austr. Brit. Germ. Helv. U-St). Sucre de lait (Gall.).Milchzucker. Lactose. Sugar of milk. Milk-Sugar. Sei de lait. Lactine.e uH O n -j- HjO. Mol. Gew. = 3Ö0.

Darstellung. Die beim Verkäsen der Milch mittels Lab sich ergebenden Molkenwerden aufgekocht, filtrirt und im Vakuum eingedampft. Beim Erkalten unter Bewegungkrystallisirt der Milchzucker als feiner Krystallsand aus. Dieser wird in Centrifugeninter Zulaufenlassen von kaltem Wasser abgeschleudert, dann in Wasser gelöst, durchfhierkohle entfärbt und zur Krystallisation gebracht.

In den Handel gelangt er in KrystaUtafeln oder walzenförmigen Krystallmassen odera 's feines Pulver.

Eigenschaften. Milchzucker bildet geruchlose, harte, weisse, nicht glänzende,vierseitige rhombische Prismen von schwach süssem Geschmacke, welche zwischen den