Für 1000 Th. Zucker = Th. WasserDer Sirup erhält Proc. Zucker
nach der Pharmakopoenach Windisch . . . -
Sacchar
um.
773
Austr.
Brit.
Gall.
Germ.
Helv.
U-St.
62561,5
1,299
50066,61,331,33
58863,0
1,308
66660,0
1,29
562
64,0
1,33
1,314
53065,41,3171,322
Es
Das spccGew. ist
Zuckersirup sei klar (blank), fast farblos, ohne unangenehmen (Melasse-) Geruch,Ton rein süssem Geschmack. Er enthält in dei Regel kleine Mengen von Invertzucker,"welcher durch das Erhitzen der Zuckerlösung entstanden ist. Um sich davor zu schützen,dass käuflicher Sirup mit Invertzucker oder Stärkesirup versetzt ist, erhitzt man eineMischung von 0,5 g Sirup, 5 ccm Wasser und 5 ccm FEHLiNG'sche Lösung zum Aufkochen;*s soll dann nicht sofort gelbe oder röthliche Ausscheidung erfolgen.
Sirop de sucre ä froid (Gall.). Sirop de Sucre incolore. Wird durch Auf-'ösen von 1800 Th. bestem (!) Zucker in 1000 Th. destillirtem Wasser in der Kälte (!)u nd Filtration des Sirups dargestellt. Enthält 64,3 Proc. Zucker. Spec. Gew. Dach Gall.~— 1,32, nach Windisch 1,316.
Sirupus Saccüari cocti. Sirup aus gekochtem Zucker. 1000 Th. weisserZucker werden mit 200 Th. Wasser übergössen, bis zur Tafelkonsistenz gekocht und in«inen tarirten Kessel ausgegossen. Nach dem Erkalten werden 18 Th. mit 10 Th. destil-'irtem Wasser zu einem Sirup verarbeitet, wie oben angegeben ist. Dieser Sirup hat«inen sehr angenehmen Geschmack und dient zum Versüssen von Likören etc.
SirupUS communis. Sirupus Hollandicus (Helv.). Sirupus Indicus. Indi-scher Sirup. Gemeiner Sirup.
Die heim Raffiniren des Kolonialzuckers sich ergehende Melasse. Sie wird mitWasser verdünnt, aufgekocht, kolirt und durch Eindampfen auf das spec. Gewicht 1,35gebracht.
Ein Sirup von brauner Farbe, angenehm süssem Geschmacke und neutraler Reak-tion. Beim Veraschen hinterlasse er 2—2,5 Proc. Rückstand, welcher im wesentlichen aus-^atriumchlorid besteht. Dieser Sirup wird häufig mit Stärkesirup verschnitten, um ihnceller und leichter flüssig zu machen. Beträgt der Zusatz nicht mehr als 15—20 Proc,so ist er nicht von Belang; ein erheblicherer Zusatz würde die Süssigkeit des Sirups beein-trächtigen. Sirup aus Rühenmelasse ist als Ersatzmittel des Kolonialsirups nicht zulässig,<la er wenig angenehm schmeckt. Zu seinem Nachweis versetzt man den mit der drei-fachen Menge Wasser verdünnten Sirup mit Bleiacetatlösung. Ein starker Niederschlagwürde Rübenmelassesirup anzeigen.
Die Brauchbarkeit des Kolonialsirups wird im wesentlichen nach seinem Geschmackeund nach seinem spec. Gewichte bewerthet.
Rotulae Sacchari (Germ.). Zuckerplätzchen. Zuckerkügelchen. Plankonvexe,runde, 6—7 mm breite, 3—4 mm dicke, harte Körper, aus reinem weissem Rohrzuckerbestehend. Sie werden im Grossen, selten im pharmaceutischen Laboratorium dargestellt.Gepulverter weisser Zucker wird in ein kleines Kasseroi mit Ausguss gegeben, mit wenigemWasser zu einem dicken Breie angerührt und unter Umrühren erhitzt, bis am Rande derMasse ein Sieden beginnt und ein Tropfen, auf eine Metallplatte gegeben,, sofort erstarrt.J-*er Ausguss des Kasserols wird mit Kreide berieben, um ein Abfliessen an demselben zuverhindern. Dann wird eine mit etwas Oel abgeriebene Metallplatte mit der Masse unter-Beihilfe eines erhitzten Glasstabes betropft. Die Tropfen werden wenn nöthig noch be-sonders getrocknet.
Diese Zuckerform dient nur zur Darstellung der Pfefferminzkügelchen.
Saccharum hordeatum. Saccharum penidium. Gerstenzucker. Durch Schmel-zung amorph gemachter Rohrzucker. 1000,0 weisser Rohrzucker in Stücken (ambesten ist hier ein reiner Meliszucker) worden in einem blanken kupfernen Kasseroi mitktiel und Ausguss mit 200,0 Wasser übergössen, nach dem Zerfallen des Zuckers überireiem Kohlenfeuer, unter Vermeidung jeden Umrührens (!), lebhaft bis zur Tafel-Konsistenz gekocht oder bis eine mit einem Glasstäbchen herausgenommene Probe, durchschnelles Eintauchen in kaltes Wasser abgekühlt, sich hart und brüchig zeigt. Die ge-schmolzene Zuckermasse giesst man nun in 20—30 cm langen Streifen auf eine mit Oelabgeriebene Metallplatte oder Marmorplatte aus. Die halb erkalteten Streifen werden mitden Fingern um ihre Axe gewunden.
') Nach Gall. in der Siedehitze = 1,26.