Saceharinum.
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Heaktionen. Von den Reaktionen, welche das Saccharin zeigt sollen die folgenden»geführt werden:
1) Der süsse Geschmack, -welcher noch bei sehr geringen Substanzmengen oder insehr verdünnter Lösung wahrgenommen wird; derselbe tritt stärker hervor, wenn man dieLösung oder das Saccharin in Substanz (Ausschültelungsrückstand) mit etwas Natrium-hikarbonat neutralisirt. 2) Mit Soda gemischt vor dem Löthrohr auf Kohlo erliitzt, erhältroan eine Heparschmelze. — Trägt man Saccharin in ein schmelzendes Gemisch vonSalpeter und Soda ein, so enthält die Schmelze Schwefelsäure, welche in bekannter Weisenach dem Ansäuern durch Baryumchlorid nachzuweisen ist. 3) Wird Saccharin in Natron-lauge gelöst, zur Trockne verdampft, und der .Rückstand Vs Stunde auf 250° C. erliitzt,50 enthält die Schmelze Natriumsalicylat. Säuert man die Lösung der Schmelze mit ver-dünnter Schwefelsäure an und schüttelt die Lösung mit Aether aus, so hinterlässt derletztere beim Verdunsten Salicylsäure, welche durch Eisenchlorid nachzuweisen ist.(C. Schmitt.) 4) Erhitzt man 0,05 g Saccharin mit ca. 0,1 g Resorcin und ca. 10 Tropfenkonc. Schwefelsäure, so nimmt die Flüssigkeit zunächst gelbrothe, dann dunkelgrüne Fär-bung an. Löst man die erkaltete Masse in Wasser und übersättigt mit Natronlauge, sozeigt die Flüssigkeit intensiv grüne Fluoresconz (Börnstein).
Prüfung. 1) Saccharin sei rein weiss, schmelze möglichst nahe an 224° C., 1 )die Schmelze gebe nach dem Erstarren eine rein weisse (!), nicht gelbe oder brauneMasse. — 2) Der süsse Geschmack lasse sich noch in einer wässerigen Losung 1:100000deutlich wahrnehmen. — 3) Saccharin verbrenne auf dem Platinblech unter HinterlassungT on höchstens Spuren von Asche. Der Aschengehalt betrage allerhöchstens 0,5 Proc. —*) In konc. Schwefelsäure löse es sich ohne Färbung; die wässerige Lösung reducireFEHLiNo'sche Lösung beim Erwärmen nicht (reducirender Zucker). — 5) Die gesättigtewässerige Lösung werde durch Ferrichlorid weder braun gefällt (Benzoesäure) nochviolett gefärbt (Salicylsäure). — 6) Man löst 0,2 g Saccharin mit Hilfe von Natrhim-karbonatlösung in 4—5 ccni Wasser auf, fügt Kupfersulfatlösung in geringem Ueberschussehinzu, bis kein Niederschlag mehr erfolgt und filtrirt vom Kupfersaccharinat ab. DieFlüssigkeit wird nach Zusatz von Natronlauge zum Sieden erhitzt. War das Saccharinrein, so entsteht ein dunkler Niederschlag; färbt sich die Flüssigkeit dagegen azurblau, soWar Mannit zugegen. — 7) Beim Kochen des Saccharins mit Magnesiamilch werde Ammo-niak nicht abgespalten.
Aufbewahrung. Ueber diese ist etwas Besonderes nicht zu bemerken.
Werthbestimmung. Die von Hefelmann angegebene Methode beruht darauf,dass beim Erhitzen mit Schwefelsäure von 70—73 Proc. wohl die Orthosulfaminbenzoe-säure in Sulfobenzoesäure und Ammoniumsulfat zerlegt wird, während die Parasulfamin-henzoesäure (welche nicht süss schmeckt) unverändert bleibt.
Man erhitzt 10 g getrocknetes Saccharin mit 100 cem Schwefelsäure von 70 bis'3 Proc. HjS0 4 drei bis vier Stunden lang unter öfterem Umschwenken im lebhaft sie-denden Wasserbade, indem man den mit der Saccharin-Schwefelsäuremischung beschicktenKolben in das Wasserbad einsenkt. Die Ueberführung des Saccharins in o-Sulfobenzoe-säure und Ammoniumsulfat ist beendet, wenn ein aus der Mischung entnommener Tropfennach starker Verdünnung mit Wasser nicht mehr süss schmeckt. Die Para-SulfaminbenzoS-saure wird, wie schon bemerkt, hierbei nicht zersetzt. Ist alle OrthosulfaminbenzoösäureErsetzt, bo lässt man erkalten und verdünnt mit dem gleichen Volumen Wasser. Chemisch^ines Saccharin scheidet alsdann selbst nach wochenlangem Stehen nichts aus, während^ ara-Sulfaminbenzoesäure enthaltendes nach 12 ständigem Stehen oder bei selir kleinen■Mengen nach Verlauf von 2—3 Tagen, alle Para-Sulfaminbenzoösäure krystallinisch aus-scheidet. Der Zusatz einer Spur von Para-Sulfaminbenzoesäure beschleunigt die Aus-scheidung. — Die ausgeschiedene Para-Sulfaminbenzoesäure wird auf einem Asbestfiltergesammelt, mit kleinen Mengen eiskalten Wassers gewaschen, bei 100° O. getrocknetund gewogen.
Das Filtrat von der Para-Sulfaminbenzoösäure wird mit Wasser zu 500 cem auf-gefüllt. In 50 cem dieser Flüssigkeit (=l,0g Saccharin) bestimmt man nach Zusatz von«00 cem Wasser und frischgeglühter, gebrannter Magnesia im Ueberschusse (!) nachBo - I, S. 258 die Menge dos in Lösung befindlichen Ammoniaks maassanalytisch. Man
„ *) Zu der Bestimmung des Schmelzpunktes trockne man das Saccharin erst übel
Schwefelsäure aus, erhitze dann rasch auf ca. 215° C. und steigere von da ab erst di *Temperatur langsam bis zum eintretenden Schmelzen.