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2 (1920)
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Saecharinum.

Prüfung. Sadebaumöl wird häufig mit Terpentinöl verfälscht, dessen Gegenwartsich durch Erniedrigung des spec. Gewichte und des Drehungswinkels, und falls grössereMengen davon vorhanden sind, auch durch Verminderung der Löslichkeit in Spirituskundgiebt.

Anwendung. Da Sadehaumöl, innerlich gegeben, stark giftig wirkt, und auchals Abortivum gebraucht wird, so darf es im Handverkauf nicht abgegeben werden.

Saecharinum. 1 )

!. Saecharinum. (Austr. Ergänzb. Helv.) Acide anhydro-orthosiilfamlde-beuzoique (Gall). Benzoesänresulfinid. Ortaosnlfaminbenzoesäureanhydrid. Sac-charol. Sacckarinol. Saccharinose. Sycose. Toluolsüss. Zuckerin. Fahlberg'sSaccharin. Snlflnidnm. Agncarina. Gluciinide. Sucre de houille. C,H 5 NSO,. Mol.Gew. = 183.

Darstellung. Diese erfolgt fabrikmässig in grossem Maassstabe nach ver-schiedenen Verfahren. Eins derselben ist in seinen Grundzügen folgendes: Toluol wirddurch Behandeln mit konc. Schwefelsäure in Orthotoluolsulfosäure C e H 4 (CH 3 )S0 3 Hübergeführt. Das Natriumsalz dieser Säure wird durch Einwirkung von Phosphorpenta-chlorid in Orthotoluolsulfochlorid CH 4 (CH 3 )S0 2 C1 umgewandelt. Durch Ueberleitenvon trockenem Ammoniakgas wird das Orthotoluolsulfochlorid in OrthotoluolsulfamidC 6 H 4 (CH 3 )S0 2 NH5 übergeführt. Oxydirt man letzteres durch Kaliumpermanganat in Baurer

Flüssigkeit, so wird zunächst intermediär Orthosulfaminbenzoesäure C,H 4 <gQ*

gebildet, welche durch Abspaltung von Wasser in ihr Anhydrid, d. i. OrthoBulfamin-benzoesäureanhydrid oder Saccharin übergeht.

Eigenschaften. Das reine Saccharin schmilzt bei 223,5° C, die Schmelze er-starrt zu einer rein weissen Masse. Das Handelssaccharin war in der ersten Zeit zueinem erheblichen Procentsatze durch Parasulfaminbenzoesäure, welche nicht süssschmeckt, verunreinigt. Gegenwärtig ist Saccharin mit einem Gehalt von 9899 Proc.Orthosulfaminbenzoesäureanhydrid im Handel.

Das zum therapeutischen Gebrauche bestimmte Saccharin bildet ein weisses, krv-stallinisches Pulver, dessen Schmelzpunkt thunlichst nahe bei 223,5° C. liegen soll. DieAngaben der Arzneibücher in dieser Hinsieht sind z. Tb. als veraltet anzusehen. Es gebenfür den Schmelzpunkt an: Austr. = 219220° C, Ergänzb. = ca. 205° C, Helv. =^_ c0 nicht unter 210° und nicht über 220° C, Gall. = 224° C. Saccha-

C 6 H 4 NH rin löst sich in etwa 335 Th. kaltem Wasser oder 28 Th. siedendem

s . Wasser, zu sauer reagirenden, intensiv süss schmeckenden Lösungen. Es

Saccharin.

löst sich ferner in ca. 30 Th. kaltem Alkohol oder in 95 Ge-

wichtsth. Aether. Beim Verdunsten der ätherischen Lösung scheidet sich das Saccharinin hexagonalen Krystallen ab. Die Löslichkeit in Wasser wird erheblich gesteigert durchZufügung von Alkalien (Kalilauge, Natronlauge, Kaliumkarbonat, Natriumkarbonat, Bikar-bonaten und Ammoniak). Die Süsskraft der besten, sog. absoluten Sorten ist die 500 fachedes gewöhnlichen Rohrzuckers. Der süsse Geschmack lässt sich noch in einer Verdünnungvon 1 : 100000 (in gleicher Weise hei Rohrzucker 1 :200) deutlich wahrnehmen.

Chemisch verhält sich das Saccharin wie ein Säureanhydrid, d. h. es löst sich inAlkalien zu Salzen der Orthosulfaminbenzoesäure auf, welche in Wasser leicht löslich sind.Werden nicht zu stark verdünnte Lösungen dieser Salze mit Säuren angesäuert, so scheidetsich das Anhydrid, d. h. das Saccharin wieder aus.

*) Es muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass der NameSaccharin"schon früher von P^liöot einem nicht süss schmeckenden Spaltungsprodukt von Kohle-hydraten C e H 10 O s beigelegt worden war.