Ricinus.
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Die geschälten Samen enthalten: 6,46 Proc. Wasser, 19,24 Proc. Stickstoff-substanz, 66,03 Proc. Fett, 2,91 Proc. stickstofffreie Extraktstoffe, 2,47 Proc.Holzfaser, 2,89 Proc. Asche. Ferner enthalten die Samen Amygdalin und zu 3 Proc.einen sehr giftigen Stoff, Eicin, der eine zur Gruppe der ungeformten Fermente gehörigeo-Phy talbumose ist. 0,03 mg Ricin pro 1 kg Körpergewicht eines Hundes tödten denselben,und zwar wirkt es auf das Blut, indem es dasselbe zum Gerinnen bringt. Innerlich ge-nommen wird die dosis letalis beim Menschen zu 30 mg, subkutan zu 3 mg angenommen.Das Ricin löst sich nicht in Alkohol, Aether, Chloroform, Benzol etc., dagegen leicht inverdünnten Säuren und Salzlösungen. Durch Erhitzen einer Lösung wird seine Giftigkeitrasch zerstört.
Anwendung. Wegen ihrer grossen Giftigkeit infolge des Gehaltes an Ricin(3 Samen können das Leben eines Menschen gefährden) werden die Samen kaum medici-msch verwendet. Ueber die Presskuchen vergl. unten.
_ Tinctura Ricinl seminis. Aus 1 Th. zerstossenen Samen und 5 Th. verdünntemWeingeist.
2) Das fette Oel der Samen: Oleum Ricinl (Germ. Helv. Anstr. Brit. U-St.).Oleum e semine Ricini. Oleum Castoris sen Palmae Christi. — Ricinusbl. Castoröl.(Palmöl). — Huile de ricin. — Castor oil.
Darstellung. Die frischen Samen werden enthülst und die Kerne 1—2 mal kaltgepresst, wobei 40—45 Proc. Oel gewonnen werden. Die Rückstände werden dann noche 'amal heiss gepresst, wobei man noch 7 Proc. Oel gewinnt. Oder man extrahirt die zer-kleinerten Samen mit Schwefelkohlenstoff etc. Zur pharmaceutischen Verwendung ist nurdas kalt gepresste Oel zuzulassen, die anderen finden Verwendung für technische Zwecke,als Brennöl, Schmieröl etc. Wie die anderen besitzt aber auch das kaltgepresste Oel einedrastische Wirkung (wohl infolge eines Ricingehaltes); um ihm diese zu nehmen, wird esmehrmals mit Wasser ausgekocht, durch Erwärmen vom Wasser befreit, fütrirt und sofortin Blechkanister abgefüllt, die verlöthet werden.
Nach einem neuerdings patentirten Verfahren (D. R. P. 93 596) löst man das Oel inabsolutem Alkohol, erhitzt in einem luftdicht verschlossenen Gefäss und wäscht dann mitbeissem Wasser aus.
Sorten. Die im Handel befindlichen amerikanischen und ostindischen Oelesind in der Regel warm gepresst und daher gelblich, das italienische und franzö-sische ist kalt gepresst und fast farblos.
Konstanten des Oeles. Spec. Gew. des Oeles bei 15° C. 0,960—0,973, der Fett-säuren bei 15,5° C. 0,9509. Erstarrungspunkt des Oeles — 17 bis — 18° (amerikanischesOel schon bei — 10 bis — 12° C). Erstarrungspunkt der Fettsäuren 3,0° O, ihr Schmelz-punkt 13,0° C. Verseifungszahl 180 — 183. Acetylzahl 153,4. Acetylsäurezahl 142,8.Acetylverseifungszahl 296,2. Jodzahl 84,0—84,5. Jodzahl der Fettsäuren 86,6 — 88,3.Es dreht die Polarisationsebene rechts.
Eigenschaßen. Dickflüssig, kaum gelblich, von mildem, hintennach etwaskratzendem Geschmack und schwachem, charakteristischem Geruch. An der Luft wird esranzig, zähe und trocknet in dünnen Schichten allmählich aus, ohne ganz fest zu werden.Bei der Elaidinprobe wird es fest. Es ist etwas fadenziehend, d. h. ein abfallender Tropfenaieht einen Faden nach sich. — Es ist mit absolutem Alkohol und Eisessig in jedem Ver-nältniss mischbar. Es löst sich bei 15° C. in etwa 4 Th. 90proc. Weingeist, bei 25° C.mischt eB sich mit 2 Th. desselben. Löslich in Aether, Chloroform, Amylalkohol, Benzolin allen Verhältnissen, nicht löslich in Benzin, Petroläther, Petroleum, Paraffinöl.
Charakteristisch für das Oel ist sein hohes specifisches Gewicht, seine hohe Acetyl-zahl, seine leichte Löslichkeit in Alkohol und Eisessig, seine Unlöslichkeit in Petroleum-destillaten.
Bestandteile. Ricinolsäureglycerid und Ricinisolsäureglycerid, beide^isH^Os),. C 8 H 6 . Daneben enthält es noch geringe Mengen Stearin (C l8 H 3b 0. 2 ) 3 . C,H 6 ,aber wahrscheinlich kein OleYn.