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2 (1920)
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439
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Natrium carbonicum.

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Alkalimetrische Bestimmung. Titer der Soda, Die alkalimetrische Be-stimmung ist nach den Vereinbarungen deutscher Sodafabrikanten stets in der geglühten,also völlig wasserfrei gemachten Soda auszuführen. Man wägt 2,65 g der geglühten Probeab, löst sie in etwa 120 ccm Wasser, fügt 34 Tropfen Methylorangelösung hinzu undtitrirt nun in der Kälte mit Normal-Salzsäure bis zur Kothfarbung. Jeder ccm Normal-äure zeigt = 2 Proc. NajCO., an.

Diese Bestimmung giebt den Alkali-Titer der wasserfreien Soda an. Um über denWerth einer Soda völiig ins Reine zu kommen, muss ausserdem noch der Glühverlust be-stimmt werden.

II. Natrium carbonicum (Austr. Germ. Helv.). Natrium carbunieum purum.Carbonate de soude pur crystallis6 (Gall.). Sodii Carbonas (Brit. U-St.). Natriumcarbonicuui crystallisatum. Krystallisirtes Natriumkarbonat. Sal Sodae depuratum.Sei de soude crystallise. Na 2 CO, -f lOI^O. Mol. Gew. = 280.

Darstellung. Man löst 100 Th. gute krystallisirtc Soda in 3035 Tb., siedend-heissem Wasser und rührt die Lösung um, bis sie zu einem Krystallbrei erstarrt. Diesenbringt man in einen Deplacir-Trichter, lässt die Mutterlauge ablaufen, giesst nun bisweilenkleine Mengen recht kalten Wassers auf die Krystalle und prüft gelegentlich die ab-tropfende Flüssigkeit auf Chlor und Schwefelsäure. Wenn diese nur noch in geringenMengen vorhanden sind, löst man das Salz in etwa 50 Th. siedendem destillirtem Wasser,filtrirt die Lösung und lässt sie bei 1520° C. krystallisiren. Die Krystalle bringt manin den Deplacir-Trichtcr, lässt sie abtropfen, wäscht sie noch 23 mal mit wenig kaltemWasser nach und trocknet sie alsdann auf Filtrirpapier bei gewöhnlicher Temperatur.Die Mutterlauge giebt beim Einengen nochmals brauchbare Krystalle, die alsdann verblei-bende Lauge wird eingedampft und das hinterbleibeude Salz zur rohen Soda gegeben.

Aus sehr kalten wässerigen Lösungen krystallisirt das Natriumkarbonat mit mebrKrystallwasser, aus sehr koncentrirten und sehr heissen Lösungen dagegen mit wenigerKrystallwasser.

Eigenschaften. Aus der nicht zu koncentrirten wässerigen Lösung krystallisirtbei gewöhnlicher Temperatur das Natriumkarbonat in grossen, durchsichtigen, spitzen,monoklinen Krystallen von der Zusammensetzung Na. 2 CO s -f-10 H 2 0 und dem spec. Gew. 1,45.

Es löst sich unter Temperaturerniedrigung in etwa 1,6 Th. Wasser von 15° C. oderin 0,2 Th. siedendem Wasser, nicht in Weingeist. Die wässerige Lösung schmeckt laugen-haft, bläut rothes Lackmuspapicr und entbindet auf Zusatz von Säure reichlich Kohlen-säure. An trockner Luft verwittern die Krystalle zunächst oberflächlich, allmählich zer-fallen sie vollständig zu einem weissen Pulver NajCOj -|- 2 H 2 0. Wird krystallisirtesNatriumkarbonat erhitzt, so schmilzt es bei 34° C. unter theilweiser Ausscheidung derVerbindung Na 2 C0 s -\- H»0. Die nämliche Verbindung wird erhalten, wenn man eine ge-sättigte Lösung von Natriumkarbonat bei Temperaturen über 35° C. krystallisiren lässt.Ein Salz der Zusammensetzung Na 2 C0,-f-7 H 2 0 scheidet sich in Rhombogdern aus, wenn maneine warm gesättigte Lösung bei Luftabschluss erkalten lässt. Beim Erhitzen auf 100° C.wird das Natriumkarbonat wasserfrei, es hinterbleibt Na. 2 C0 3 , welches bei höherer Tempe-ratur schmilzt. Die Existenz verschiedener Hydrate des Natriumkarbonats, ihre abwei-chende Löslichkeit und ihre Bildung und Zersetzung bei verschiedenen Temperaturen be-dingt , dass das Natriumkarbonat eigenthümliche Löslichkeitsverhältnisse zeigt. DieLöslichkeit des Natriumkarbonats in Wasser steigt nämlich mit zunehmender Temperaturund zwar bis 34° C. Bei 34° C. ist die Löslichkeit am grössten (Löslichkeits-Optimum),über 34° C. wird die Löslichkeit geringer. Eine bei 34° C. gesättigte Lösung trübt sichdaher beim weiteren Erwäraien. Dies beruht darauf, dass die in höheren Temperaturensieh bildenden Salze mit geringerem Wassergehalte eine geringere Löslichkeit besitzen alsdas Salz mit 10 HjO. Beim Abkühlen auf 34° C. bildet sich dies Salz wieder zurück undgeht iu Lösung.