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Narcotinum.
II. f Stypticin. Cotarninum hydrochloricum. c 13 n 13 jf0,4-11,0.HCl. Mol.
Gew. = 273,5. Ein bei der Spaltung und Oxydation des Narkotins auftretendes Produkt.
Darstellung. Man löst von 1 Th. Narkotin in einer Mischung von 2,8 Th. Sal-petersäure (spec. Gew. 1,40) und 8 Th. Wasser und hält diese Lösung so lange auf 49° C,bis sich beim Erkalten Flocken nicht mehr ausscheiden. Alsdann wird die Lösung filtrirt,und das in ihr enthaltene Cotarnin durch Kalilauge gefällt. Durch Unikrystallisiren ausBenzol erhält man das freie Cotarnin in farblosen, bei etwa 132° C. schmelzenden Nadeln.Man löst dasselbe in berechneten Mengen Salzsäure auf und lässt die Lösung im Exsikkatoreintrocknen.
Eigenscliaften, Ein gelbes, krystallinisches Pulver, welches, bei 100—105° C.getrocknet, nur einen minimalen Gewichtsverlust erleidet. Auf dem Platinbleche verbrenntes ohne Rückstand. In Wasser ist es sehr leicht mit gelber Farbe löslich; auch in abso-lutem Alkohol löst es sich beim Erwärmen und fällt auf Zusatz von Aether krystallinischaus. Im Kapillarrohre rasch erhitzt, beginnt es gegen 180° C. sich zu bräunen und zersetztsich gegen 191—192° C. — Löst man 0,3 g des Salzes in 4—5 ccm Wasser und fügt Jod-jodkalium hinzu, so entsteht ein brauner Niederschlag von jodjodwasserstoffsaurem Cotarnin.Wird dieses aus alkoholischer Lösung umkrystallisirt, so schmilzt es glatt bei 142° C.
Prüfung. 0,1 g Stypticin wird in 3 ccm Wasser gelöst; dazu bringt man 3 TropfenNatronlauge (von 15 Proc). Jeder Tropfen verursacht eine milchweisse Fällung, die beimUmschütteln verschwindet. Aus der klaren Lösung krystallisirt sehr bald, besonders beimRühren mit einem Glasstabe, die freie Base. Diese soll beinahe weiss aussehen, die über-stehende Lauge muss klar und nur schwach gelblich gefärbt sein. Präparate, welche beidieser Prüfung trübe oder stark gefärbte Mutterlaugen geben, enthalten fremde Beimengungenund sind zu verwerfen. — Der Schmelzpunkt der freien Base, welche auf einem Thon-scherben getrocknet wird, ist von der Schnelligkeit des Erhitzens abhängig. Gewöhnlichbeobachtet man denselben bei 130—132° C.
Aufbewahrung. Vorsichtig.
Anwendung. Stypticin wirkt ähnlich wie das Hydrastinin blutstillend, hat aberden Vortheil, daneben noch beruhigend und schmerzstillend zu wirken. Innerlich beiDysmenorrhoe, starken menstruellen Blutungen, bei klimakterischen und profusen Hämor-rhagien 4—5mal täglich 0,025—0,05 g. Subkutan bei starker Blutung 0,2 g in wässerigerLösung in die Glutaealmuskeln injicirt.
Talmlae Stypticini. Stypticin-Tabletten a 0,05 g Stypticin enthaltend.
Gehaltsbestimmung. 5 Tabletten werden in einem Probirglase mit 15 ccm lau-warmem Wasser Übergossen und unter öfterem Umschütteln solange stehen gelassen, bissie vollkommen zerfallen sind. Man filtrirt, wäscht den Rückstand mit 10 ccm Wassernach und schüttelt das Filtrat zunächst mit 20 ccm Aether aus, welchen man abtrennt undfortgiesst. Die wässerige Lösung wird nun mit 20—26 ccm Aether überschichtet, durchZufügung von 2—3 ccm Natronlauge (von 15 Proc), die Base in Freiheit gesetzt und so-fort mit dem Aether ausgeschüttelt. Die alkalische Flüssigkeit wird noch 5—6 mal mitje 15—20 ccm Aether ausgeschüttelt, bis nichts mehr in den Aether hineingeht. Die ver-einigten ätherischen Ausschüttelungen werden in einer tarirten Glasschale auf einemwarmem Wasserbade koncentrirt und — da die Base gegen Wärme sehr empfindlich ist —die letzten Antheile des Aethers durch freiwilliges Verdunsten an der Luft entfernt. Derkrystallinische, gelblich gefärbte Rückstand verbleibt dann mehrere Stunden im Exsikkatorund wird hierauf gewogen. — Es ist zu berücksichtigen, dass hei der Verwandlung derfreien Base in das Stypticin theoretisch eine Gewichtszunahme von ca. 8 Proc. eintritt.Wiegt der Rückstand also z. B. 0,23 g, so entspricht dies 0,23 + 0,0184 g = 0,2484 gStypticin.