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2 (1920)
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Narcotinum.

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Narcotinum.

I. f Narcotinum. Narkotin. Anarkotin. Opian. Narcosln. Dkrosxf.'s Salz.C M n 23 N0 7 . Mol. Gew. = 413. Ein Alkaloid des Opiums.

Darstellung. Die rückständige Opiumsubstanz, welche man bei der Darstellungdes wässerigen Opinmextrakts sammelt, tibergiesst man mit einem 4fachcn Volum kaltemWasser und soviel Salzsäure, dass die Flüssigkeit schwach sauer reagirt. Nach mehr-stündiger Maccration wird filtrirt, und das Filtrat nach und nach so lange mit gelöstemNatriumkarbonat versetzt, als dadurch eine Fällung hervorgebracht wird. Der nach einigerZeit gesammelte Niederschlag wird nach dem Trocknen zerrieben, mit Aether behandelt,von der filtrirten Aetherlösung der Aether abdestillirt, der Rückstand in wenig absolutemWeingeist unter Erwärmen gelöst und in flachem Gefäss der Verdunstung des Weingeistesund der Krystallisation überlassen. Sind die Krystalle nicht farblos, so werden sie wiederumin Weingeist gelöst, mit thierischeT Kohle digerirt etc.

Eigenschaften. Krystallisirt aus Alkohol in grossen, farblosen, glänzendenNadeln, welche bei 176° C. schmelzen, geruchlos und geschmacklos sind und alkalischreagiren. In kaltem Wasser ist Narkotin unlöslich, in siedendem Wasser nur sehr weniglöslich. Leicht löslich in 2,3 Th. siedendem Chloroform und 20 Th. siedendem Alkohol oderin 100 Th. kaltem Alkohol. Löslich in 170 Th. Aether oder 31 Th. Essigäther oder 22 Th.Benzol oder 300 Th. Amylalkohol. Die neutralen Lösungen des Narkotins bez. seiner Salzelenken den polarisirenden Lichtstrahl nach links ab, die sauren Lösungen dagegen nachrechts.

1) Koncentrirte Schwefelsäure löst das Narkotin anfangs grünlichgelb, die Lösungwird bald gelb, dann röthlichgelb und nach einigen Tagen himbeerfarbig. 2) Verdunstetman die frisch bereitete Lösung in verdünnter Schwefelsäure (1 -f- 5) sehr allmählich, sowird sie zuerst Orangeroth, dann vom Rande aus blauviolett und schliesslich, wenn dieSchwefelsäure zu verdampfen beginnt, schmutzig - rothviolett. Die gleichen Farb-erscheinungen beobachtet man, wenn man die Lösung des Alkalolds in konc. Schwefel-säure vorsichtig erhitzt. 3) Rührt man in die Lösung des Narkotins in konc.Schwefelsäure nach 12stündigem Stehen eine sehr kleine Menge Salpetersäure (Bruch-theil eines Tropfens) ein, so entsteht schöne rothe Färbung. 4) MolybdänsäurehaltigoSchwefelsäure löst das Narkotin in Substanz mit grüner Farbe, welche bei Anwendungeiner grösseren Menge Molybdänsäure (0,01 g Natriummolybdat auf 1 com konc. Schwefel-säure) in schönes Kirschroth übergeht. 5) Chlorwasser färbt die wässerige Lösung gelb-grün. Auf Zusatz von Ammoniak nimmt das Gemisch eine rothbraune Färbung an.6) Jodjodkalium, Kaliumquecksilberjodid, Phosphormolybdänsäure und Kaliumwismutjodidfallen Narkotinlösungen noch bei einer Verdünnung von 1 :5000.

Den sauren Narkotinsalzlösungen wird das Narkotin schon durch Schütteln entzogen. Narkotin ist eine schwache Base. Die Salze reagiren sauer. Die Salze flüchtiger Säurenzersetzen sich schon heim Erhitzen der wässerigen Lösung unter Ahscheidung von freiemNarkotin. Ammoniak, ätzende und kohlensaure Alkalien fällen das Narkotin aus seinenSalzlösungen. Das salicylsaure Narkotin ist in Wasser schwer löslich. Durch Erhitzenmit Salpetersäure wird das Narkotin gespalten und zugleich oxydirt unter Bildung vonCotarnin, s. w. u.

Prüfung. 1) NaTkotin darf an 2procentige Essigsäure heim Schütteln nichts ab-geben, d. h. wird die Essigsäure auf dem Wasserbade in einem Glasschälchen verdampft,so darf ein Rückstand nicht hinterbleiben. 2) Es schmelze hei 176° C. und hinterlassebeim Verbrennen keinen Rückstand. 3) Wird Narkotin mit 5proc. Natronlauge ge-schüttelt und die filtrirte Lösung alsdann mit Ammoniumchloridlösung im Ueherschuss ver-setzt, so darf auch nach 24 Stunden eine Ausscheidung nicht erfolgen (Morphin).

Aufbewahrung. Vorsichtig

Anwendung. Narkotin wirkt nuT in sehr geringem Maasse narkotisch. Daherauch dai SynonymAnarkotin". Man gieht es zu 0,10,25 g mehrmals täglich gegenkrampfartige Beschwerden, Neuralgien, Intermittens. Als Höchstgaben gieht die Ross.pro iosi 0,25 g, pro die 1,0 g an.