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Maltum.
Maltum.
Maltum fructns Ilordei. Malz. Gerstenmalz.
I. Maltum. Maltum Hordei.Malt (franz. u. engl.).
Die auf künstlichem Wege zum Keimen gebrachte und während des Keimens ge-trocknete Gerstenfrueht. — Wenn in der Apotheke Malz gebraucht werden sollte, so istdasselbe am zweckmässigsten aus einer Brauerei oder Malzfabrik zu beziehen. Sollte manes selbst darstellen wollen, so hat man die geltenden steuergesetzlichen Vorschriften zubeachten.
Die Bereitung des Malzes besteht darin, dass man Gerste 2—6 Tage lang inWasser quellen lässt, alsdann in Haufen von 9—12 cm Höhe aufschichtet. Diese müssenalle 6—8 Stunden umgeschaufelt werden, bis die Früchte an ihrer Oberfläche trocken er-scheinen. Während dieser Zeit erwärmen sich die Haufen freiwillig, die Gerstenkörnerbeginnen zu keimen und entsenden weisse, fadenförmige Würzelchen (Aeugeln oder Guzen).— Die Haufen werden nunmehr, um sie der Abkühlung nicht zu stark auszusetzen, höhergemacht. Haben die Würzelchen etwa die l'/afache Länge der Gerstenfrucht erreicht,oder ist der Blattkeim unter der Hülse bis zur Hälfte der Frucht vorgedrungen, schmecktdie Frucht beim Kauen nicht mehr mehlig, sondern süsslich, so ist es Zeit, die Keimungzu unterbrechen. Dies geschieht, indem man die Haufen zu dünneren Schichten aus-schaufelt (Ausziehen der Haufen), diese wiederholt umschaufelt und das Malz schliesslichauf den Welkboden, oder die Sehweiche, oder auf die Darre überführt.
Das ohne künstliche Wärme getrocknete Malz nennt man Luftmalz; dieses ist vonheller Färbung. Das Darrmalz ist bei 40—90° C. getrocknet und wird als gelbes,bernsteingelbes und braunes Malz unterschieden. Das braune Darrmalz wird auch Farbe-malz genannt. Das zur Verwendung für den Apotheker allein in Betracht kommendeMalz ist das Luftmalz.
Während des Keimens des Malzes entstehen in dem Embryo mehrere ungeformteFermente (Enzyme), nämlich: Diastase, welche die Eigenschaft hat, Stärke in Maltoseund Dextrine zu verwandeln, Glukase, welche zwar Stärke unverändert lässt, aber diedurch Einwirkung von Diastase auf Stärke gebildeten Produkte, nämlich lösliche Stärkeund Dextrine, in Dextrose umwandelt. Ausserdem istPektase vorhanden, welche Eiweiss-stoffe in Peptone und Amidokörper verwandelt.
Das trockne Gersten-Luftmalz enthält annähernd in Procenten: 30 Pflanzenfaser(Zellstoff) und unlösliche Stoffe, 1 Diastase, 10 Dextrin, 3 Glukose, 40 Stärkemehl (zum Thei!in löslicher Form), 11 Eiweiss- und Protei'nstoff, 2 Fett, 3 Aschenbestandtheile.
Man kann zwar jede Getreidefrucht in Malz verwandelt, indessen wird hierzu dieGerstenfrucht bevorzugt, weil das Gerstenmalz die grösste Menge Diastase enthält, daheralso die Fähigkeit, Stärke in Zucker umzuwandeln, in reichstem Maasse besitzt.
Anwendung. Das Malz wurde in früherer Zeit im Aufguss innerlich (gegenSkorbut) und zu Bädern schlecht genährter oder schwächlicher Kinder benutzt. Heutekommt diese Anwendung seltner vor und wird durch den innerlichen Gebrauch von Malz-extract ersetzt. Der Aufguss dient auch als Vehiculum demuleens zu Klystieren undGurgelwässern.
Liebic's Kindernahrimg'. Weizenmehl und fein geschrotenes Luftmalz je 15 Th.werden, mit 50 Th. kaltem Wasser gemischt, eine Stunde hindurch an einen lauwarmenOrt gestellt, hierauf fügt man hinzu 0,5 Th. Kaliumbikarbonat und 150,0 Th. Kuhmilch.Nachdem die Mischung '/„ Stunde an einem warmen Orte gestanden hat, wird sie überfreiem Feuer unter Umrühren erhitzt, bis sie anfängt dick zu werden. Man nimmt siedann vom Feuer weg, rührt 10 Minuten um, erhitzt wiederum und nimmt vom Feuer,wenn das Dickwerden eintritt. Dieses _ Erhitzen und Umrühren geschieht so oft, bis einDickwerden der Mischung nicht mehr eintritt. Dann wird unter Umrühren bis zum Auf-kochen erhitzt und durch ein Haarsieb gegossen. Dieses umständliche Verfahren kanndurch längeres Erhitzen im Wasserbade und öfteres Umrühren ersetzt werden.
Diese sog. LiEBiG'sche Suppe ist neuerdings wieder von Czeeny zur Ernährungmagen- und darmkranker Säuglinge empfohlen worden.