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Majorans.
IVSajorana.
Gattung der Labiatae—Stachj oideae—Thyininae.
Majorana hortensiS Mönch (gyn.: Origanum Majorana L.).
Heimisch auf den afrikanischen Küsten des Mittelmeeres und im mittleren Asien, viel-fach kultivirt. 30—50 cm hoch, mit ziemlich kahlem, bräunlichem, oben locker tranbig-rispig-fistigem Stengel, seltener vom Grunde an verzweigt. Blätter gestielt, bis 2 1 /., cm lang, ellip-tisch bis verkehrt-eiförmig, stumpf spatelförmig in den Stiel verschmälert, ganzrandig, kurzfilzig, drüsig-punktirt. Blüthen in kugligen oder länglichen, zu 3—5 gebüschelten Aehr-chen mit dicht dachziegeligen Hochblättern. Die kleine Korolle weiss oder purpurn. Diebei uns im Freien kultivirte Pflanze ist einjährig und bringt ziemlich selten reifen Samen(Sommermajoran), in ihrer Heimath und in Gewächshäusern gezogen ist sie ausdauernd(Wintermajoran).
Die Blätter haben einen Mittelnerven und bogenläufige, undeutlich Schlingen bil-dende Sekundämerven. Sie haben auf beiden Seiten Spaltöffnungen und tragen 2—4 zellige,schlanke, warzige Gliederhaare, ferner Köpfchenhaare mit 2—4 zelligem Stiel und wenig-zelligem Köpfchen, sowie Drüsenhaare mit 8—12 zelligem Kopf auf sehr kurzem Stiel,Man verwendet die Blätter und Spitzen der blühenden Pflanze.
Bestandtlieile. 1,8 Proc. ätherisches Oel, Gerbstoff. Den zulässigen Asche-gehalt setzte die freie Vereinigung bayerischer Vertreter der angewandten Chemie festauf 10 Proc. und davon 2 Proc. Sand (d. h. in Salzsäure unlöslich). Von anderer Seitewird vorgeschlagen, diese Zahlen auf 14 resp. 3,5 Proc. zu erhöhen. Im allgemeinen istdie Droge, die aus der ganzen zerschnittenen oder gestossenen Waare hergestellt ist,ärmer an Asche wie die nur aus Blättern bestehende „abgerebelte" Waare.
Herba Majoranae (Ergänzb. Helv.). Herba Aniaraci s. Sampsuchi. — Mairau.Majoran. Meyran. Sommermajoran. Wurstkraut. — Marjolaine. Somnnte flenriede marjolaine (Gall.). — Marjoram.
Einsammlung. Aufbewahrung. Man sammelt die Blätter und Blüthenständeim Juli, indem man sie von den Stengeln abstreift, trocknet im Schatten und bewahrt sietheils geschnitten, besser durch ein Drahtsieb gerieben, wobei beigemengte Stengeltheilezurückbleiben, theils in ein feines Pulver verwandelt in dichtschliessenden Blechbüchsenoder in gelben Stöpselgläsern auf. Die Bündelwaare der Drogisten, Herba Majoranaain fasciculis, ist nur für Küchenzwecke geeignet. 7 Th. frisches Kraut geben 1 Th.trocknes. Das Pulvern desselben bedingt einen Verlust von etwa 10 Proc.
Anwendung. Mairan ist ein selten gebrauchtes magenstärkendes, katarrhwidrigesMittel, das zu 0,5—2,0 im Aufguss gegeben wird. AeusserHch dient es zu Bädern, Kräuter-kissen und als Zusatz zu Niesepulvern. Hauptsächlich findet das Kraut aber im Haushalt undin der Schlächterei als beliebtes Gewürz zur Wurst Anwendung, daher der Name „Wurstkraut".
Unguentnm Majoranae (Ergänzb.). Mairansalbe. Mairanbutter. 2 Th. grobgepulvertes Mairankraut stellt man, mit 1 Th. Weingeist befeuchtet, einige Stunden in dieWärme, erhitzt mit 10 Th. Schweineschmalz im Dampfbade, bis der Weingeist ver-flüchtigt ist, presst und filtrirt im Dampftrichter. — E. Diet. lässt 200 Th. Kraut mit150 Th. Weingeist und 5 Th. Ammoniakflüssigkeit befeuchten, sonst ebenso. — Dunkel-grüne Salbe, die häufig im Handverkauf zum Einreiben der Stirn und Nase bei Stock-schnupfen der Kinder gefordert wird.
Unguentnm Majoranae compositum.Butyrum Majoranae compositum.V.p. Cerae flavae
Olei Lauri exprees. aa 20,0Adipis suilli 60,0
Olei Majoranae gutta. XX.
Oleum Majoranae. Majoranöl. Wird aus dem frischen blühenden Majoran-Kraute in einer Ausbeute von 0,3—0,4 Proc. erhalten. Es ist eine gelbe oder grünlichgelbeFlüssigkeit von angenehmem Majorangeruche. Spec. Gewicht 0,89—0,91; a D =-j-5 bis+ 18°.Von den Bestandteilen des Oeles sind Terpincn, C 10 H lt) , und Terpineol, C 10 H ]8 O, nachge-wiesen worden. Den Träger des charakteristischen Geruchs kennt man noch nicht.
PnlTis sternulatorius viridis (Hamb. Vorschr.).Ep. Herbae Majoranae pulv. 8,0
Herbae Mari veri pulv.Flor. Convallariae pulv.Ehizom. Iridis flor. pulv. Sä 1,0.