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Linum.
Aufbewahrung uud Prüfung diese« Pulvers gilt das Gleiche, wie für das Leinsamenmehl,welches durch jenes natürlich nicht ohne weiteres ersetzt werden darf. Die ganzen Lein-kuchen halten sich lange Zeit, dagegen wird das Pulver leicht von Milben zerstört; manhalte nicht zuviel davon vorräthig.
Die Rückstände von der Gewinnung des Leinöles sind ein beliebtes Futtermittel undeignen sich wegen ihres Schleimgehaltes besonders für Jung- und Zuchtvieh. AusgepressteWaare (Kuchen) wird höher geschätzt als mit Schwefelkohlenstoff extrahirte. Sie ent-halten: 28,70 Proc. Eohprote'in, 10,74 Proc. Rohfett, 32,18 Proc. stickstofffreieExtraktstoffe, davon sind verdaulich 86 Proc. Eohprote'in, 90 Proc. Rohfett,80 Proc. stickstofffreie Extraktstoffe.
c) Oleum Lini (Austr. Brit. Germ. Helv. U-St.). Oleum e semine Lini. Oleumlini expressum. — Leinöl. Leinsameuöl. — Huile de lin (Gall.). — Linseed Oil.Oil of Flaxseed.
Beschreibung. Das Oel wird «alt oder heiss gepTesst oder mit Schwefelkohlen-stoff extrahirt. Das erstere ist besonders dünnflüssig, gelblich und von mildem Geschmack,die anderen sind dunkler und schmecken weniger angenehm. Es gehört zu den trock-nenden Oelen, giebt daher die Elaidinprobe nicht.
Konstanten des Oeles: Spec. Gew. 0,93—0,94, bei längerer Aufbewahrung steigtdas spec. Gew. Spec. Gew. der Fettsäuren 0,923. Verseifungszahl 187—195. Verseifungs-zahl der Fettsäuren 198,8. Jodzahl 170—181. Jodzahl der Fettsäuren 178,5. Erstarrungs-punkt des Fettes — 16° C. Erstarrungspunkt der Fettsäuren 13—17° C. Schmelzpunktder Fettsäuren 13—24° C.
JBestandtJieile. 80 Proc. Linolen- und Isolinolensäureglycerid (C 18 H 29 O ä ) 8C,H B , 20 Proc. Linolsäureglycerid (C 18 H 31 0 2 ) a C 8 H 5 .
Verfälschungen und Prüfung. Das beste Charakteristicum ist die Bestim-mung der aussergewöhnlich hohen Jodzahl, die meisten Verfälschungen erniedrigen dieselbe.
Cruciferenöle (Rüböl etc.) weist man nach, indem man 20 cem des Oeles in5 cem Aether löst und 5—10 Tropfen einer alkoholischen Lösung von Silbernitrat (1: 50)zufügt. Eine nach mehrstündigem Stehen an einem dunklen Orte entstehende Braun-färbung oder ein dunkler Niederschlag von Schwefelsilber zeigt die Anwesenheit einesCruciferenöles an.
Zum Nachweis von Harzöl löst man 1 Tropfen Leinöl in 1 cem Essigsäureanhydridund setzt 1 Tropfen konc. Schwefelsäure zu, Rothfärbung zeigt Harzöl an. Oder manprüft das Oel, nachdem man es, wenn zu gefärbt, in 2 Th. Chloroform gelöst hat, imPolarisationsapparat. Leinöl ist optisch inaktiv, Harzöl dreht rechts.
Für pharmaceutische Zwecke eignet sich nur das durch kalte Pressung gewonnene,klare, gelbe Leinöl; Austr. lässt in der Wärme auspressen; Germ, und Helv. geben überdie Bereitung nichts Näheres an. Man kauft das Oel am sichersten vom Oelschläger, fülltes auf trockene Flaschen und bewahrt es im Kühlen, vor Licht geschützt, und nicht überein Jahr auf. Schleimige Bodensätze werden abfiltrirt.
Anwendung. Als Zusatz zu eröffnenden Klystieren (2—4 Esslöffel), äusserlichhei "Verbrennungen entweder rein oder mit Kalkwasser ää als Brandliniment. Zur Dar-stellung der Kaliseife. Vielfach in der Thierheilkunde als Abführmittel. Technisch zurBereitung der Buchdruckschwärze, von Firnissen u. dergl. In manchen Gegenden dientLeinöl als Genussmittel.
Oleum Lini lotum ist ein durch Schütteln mit "Wasser, Absetzenlassen und Filtrirengereinigtes Leinöl.
Oleum Lini album. "Weisses oder gebleichtes Leinöl. 1000 g Leinölschüttelt man mit 500 g 4proc. Kaliumpermanganatlösung, setzt nach 24 Stunden 30 g ge-pulvertes Natriumsulfit, nach dessen Lösung 40 g rohe Salzsäure zu, stellt unter bisweiligemSchütteln hei Seite, wäscht, sobald das Oel hell geworden, mit Wasser unter Zusatz vongepulverter Kreide, lässt absetzen und entwässert durch getrocknetes Natriumsulfat.
Oleum Lini sulfuratum (Ergänzt).). Balsamum Sulfuris. Balsamum Sul-furis externum. Geschwefeltes Leinöl. Schwefelbalsam. 100 Th. gut ausge-