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Linum.
Fig. 24. Fasern aus der Samenschale Ton Semen Lini.
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Zur Erkennung von Leinsamen in pulverigen Gemengen kommen in erster Liniedie Faserschicht (Fig. 24) und die Pigmentschicht (Fig. 25), wenn sie vorhanden ist, inzweiter die Querzellen und die Aleuronkörner in Betracht.
Bestandtheile. 6 Proc. Schleim, aus der Epidermis deT Samenschale stammend,er wird mit Jod und Schwefelsäure nicht blau, von Kupferoxydammoniak nicht gelöst und
gehört zu den echten Schleimen. 29—40Proc. fettes Oel(vergl. unten). Linamarin,ein dem Amygdalin verwandter Körper, derhei der Spaltung Blausäure und Glukose liefert;er wird in Krystallen erhalten, die bei 134° C.schmelzen.
Zusammensetzung der Samennach König; Wasser 9,23 Proc., Stickstoffsubstanz 22,57 Proc, Fett 33,64 Proc.stickstofffreie Extraktstoffe 23,23 Proc., Holzfaser 7,05 Proc, Asche 4,28 ProcVerunreinigungen und Verfälschungen etc. Die Leinsamen sind häufigmit Sand, Erde, Grasfrüchten und anderen Samen (bes. von Cruciferen) vermengt, worüber diegenaue Betrachtung einer Probe mit der Lupe Aufschluss giebt.Im Pulver der Leinsamen muss man solche Verunreinigungenmit dem Mikroskop unter Vergleichung mit reinem Pulver fest-stellen. Es ist dabei darauf aufmerksam zu machen, dass reifeLeinsamen keine Stärke enthalten, wohl aber unreife, die derDroge beigemengt sein können.
Aufbewahrung. In Holzkästen an einem trockenen Ort,nach Austr. nicht über ein Jahr.7 ^~^\\ Anwendung. Innerlich bei katarrhalischen Leiden, neuer-
Fig. 25. Zellen der Pigment- dings auch bei Zuckerkrankheit in Form des Schleimes, wenigerschient von Semen Lini. zwe ckmässig als Abkochung. Aeusserlich in Pulverform zu er-weichenden, schmerzlindernden Umschlägen. In Theemischungen, bei denen es auf denSchleim ankommt, verwendet man den unzerkleinerten Samen.
Semen Lini pulveratum. Leinsamenmehl. Poudre de graine de lin (Gall.).Farine de lin. Linum contusum (Brit.). Crushed Linseed. Der gereinigte, beietwa 40° 0. getrocknete und hierauf durch Stossen oder Mahlen in ein grobes Pulver ver-wandelte Same. Man hält das Leinmehl in Blechbüchsen vorräthig, jedoch in massigerMenge, da es infolge seines hohen Oelgehalts leicht ranzig wird und dann auf zarteKörpertheile reizend wirkt; dann aber auch, weil beim Lagern des Pulvers in grösserenMengen Selbstentzündungen oder auch Explosionen vorkommen können. Brit. und Gall.fordern ein frisch bereitetes Pulver. 100 Th. Leinsamen geben 95—97 Th. grobes Pulver.Verfälschung mit stärkehaltigen Samen erkennt man mittels des Mikroskops, sowie durchJodlösung in der erkalteten Abkochung.
Pecoctum Seminum Lini. Leinsamenabkochung bereitet man nach Vorschrift derGenn., indem man 1 Th. unzerkleinerten Leinsamen mit 10 Th. kaltem Wasser über-giesst und ohne Umrühren */, Stunde stehen lässt, dann leicht abprosst. Eine schleim-reichere Abkochung gowinnt man durch halbstündige Digestion von 1 Th. der ganzenSamen mit 20—25 Th. Wasser im Dampfbade unter bisweiligem Umrühren. Austr. über-lässt die Bestimmung der Mengenverhältnisse dem Apotheker.
Mucüago Seminis Lini. Mucago de semine Lini. Leinsamensehleim.Mucilage de semence de lin stellt man aus 1 Th. ganzen Leinsamen und 50 Th. lau-warmem Wasser durch halbstündige Maceration dar, nach Gall. aus 1 Th. Samen und10 Th. lauwarmem Wasser durch sechsstündiges Ausziehen, oder auch durch Auflösen von1 Th. Mucüago Lini sicca (wie Muoilago Cydoniae sicca Band I, S. 1009 zu bereiten) in100 Th. Wasser.
Ptisana de semine Lini (Gall.). Tisane de lin. 10 g Leinsamen, 1000 g siedendesWasser, nach 1 / 2 Stunde abseihen.
b) Placenta Seminis Lini. — Leinkuchen. — Pain on gäteau de lin. — Linseed-cake sind die bei der Gewinnung des Leinöls durch Pressen verbliebenen Bückstände.Sie enthalten sämmtlichen Schleim, doch nur noch wenig Oel, und dienen, grob gepulvert,ku schleimigen Breiumschlägen (1 Th. Leinkuchenmehl auf 2 Th. heisses Wasser). Für