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2 (1920)
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293
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Liehen islandicus.

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Einsammlung. Zubereitung. Die in den Gebirgsgegenden gesammelte Flechtegelangt, von Erde und Steinen befreit, in den Handel, muss aber für pharmaceutisclieZwecke noch einer sorgfältigen Reinigung von fremden Flechten, Moosen, Kiefernadelnn. dergl. unterworfen werden. Die hellfarbige Waare wird bevorzugt. Das Schneiden dergetrockneten Droge ergiebt viel Abfall; man feuchtet sie deshalb schwach an, verwan-delt sie durch Sehneiden in eine grobe Theeform (Sieb I Germ.) und trocknet wieder.Man bewahrt sie in Holzkästen auf.

Anwendung. Das isländische Moos dient in Form des Aufgusses oder des kaltenAuszuges als Bittermittel, in Form der Abkochung oder Gallerte als schleimiges, reiz-milderndes und stärkendes Mittel bei schwindsüchtigen oder schwächlichen Personen,ferner bei hartnäckigem Durchfall; neuerdings angeblich auch mit Erfolg bei Morbus Brightiiangewendet. Man giebt es zu 1530 g täglich als Abkochung (1:1015), als versüssteGallerte thee- bis esslöffelweise, oder in den weiter unten angegebenen Formen.

Der entbitterten Flechte gehen die tonischen Eigenschaften, die auf dem Ge-halt an Cetrarsäure beruhen, ab; sie wirkt nur durch ihren Schleimgehalt und wird auadiesem Grunde auch zu Brod für Zuckerkranke verarbeitet.

Liehen islandicus ab amaritie liberatus (Ergänzb.). Liehen islandicus ex-amaratus s. ablutus s. edulcoratus s. praeparatus. Entbittertes isländischesMoos. Ergänzb.: 5 Th. grob zerschnittenes isländisches Moos lässt man, mit einerMischung aus 30 Th. lauwarmem "Wasser und 1 Th. Kaliumkarbonatlösung (33 1 /.) proc.)Übergossen, 3 Stunden stehen, giesst ab, wäscht mit kaltem "Wasser, bis dieses nicht mehralkalisch abfliesst, und trocknet. DuäT. lässt 100 Th. fein zerschnittenes Moos mit einerLösung von 5 Th. Kaliumkarbonat in 500 Th. "Wasser und 50 Th. "Weingeist 12 Stundenbei gewöhnlicher Temperatur, dann 6 Stunden bei 30° C. ausziehen, auspressen u. s. w.Ausbeute 8082 Proc.

Gelatina Li chenis islandici (Ergänzb.). Gelati na de Lichene islandico. Is-ländisch-Moos-Gallerte. Gelöe de liehen d'Islande (Gall.). Ergänzb.: 3 Th.grob zerschnittenes isländisches Moos lässt man mit 100 Th. Wasser */, Stunde im Wasserbadestehen, presst gelinde und dampft die Flüssigkeit mit 3 Th. Zucker so weit ab, dass nachdem Abschäumen 10 Th. bleiben. Bei Verordnung frisch zu bereiten. Gall.: Je 75 gIsländisch-Moos-Zucker und Zuckerpulver erhitzt man mit 150 g "Wasser zum Sieden,schäumt ab und lässt nach Zusatz von 10 g Orangenblüthenwasser erkalten. Die Ausbeuteaoll 250 g betragen. Ersetzt man die 150 g "Wasser durch ein Decoctum Lichenis islandici5,0:150,0, so erhält man die Gelee de-liehen amere (Gall.).

Gelatina Lichenis islandici saccharata sicca (Ergänzb.). Saccharure tum deLichene islandico. Pulvis pectoralis Trosii. Gezuckerte, trockene Islän-disch-Moos-Gallerte. Isländisch-Moos-Zucker. Saccharure de liehen (Gall.).Ergänzb.: 15 Th. grob zerschnittenes isländisches Moos lässt man mit 1 Th. Kalium-karbonat und soviel Wasser, dass die Flechte davon bedeckt wird, 24 Stunden unteröfterem Umrühren stehen, seiht durch, wäscht die Flechte zunächst mit Wasser, bis diesosnicht mehr bitter oder laugenhaft schmeckt, erhitzt es dann zweimal mit je 200 Th. Wasser4 Stunden im Dampf bade, dampft die Seihflüssigkeit mit 5 Th. Zucker ein, bis die Massenicht mehr klebt, zertheilt sie in kleine Stücke, trocknet, verwandelt in ein mittelfeinesPulver und bringt durch Zusatz von q. s. Zuckerpulver auf 10 Th. Gesammtgewicht.Graubraunes, süss, dann bitterlich schleimig schmeckendes Pulver. Gall. Aus gleichenTheilen isländischem Moos und Zucker. Man wäscht ersteres wiederholt mit kaltem Wasserbis zur Entbitterung, kocht mit q. 8. Wasser eine Stunde, lässt die Pressflüssigkeit in derWärme absetzen, fügt den Zucker hinzu, dampft ein und bringt, wie vorhin angegeben,zur Trockne. In dicht verschlosesnen Gefässen aufzubewahren. Das Pulver giebt mitetwa 6 Th. Wasser eine Gallerte, mit 2030 Th. Wasser ersetzt es die Abkochung.

Decoctum Cetrariae (Ü-St.).Decoction of Cetraria.

Bp. 1. Lichenis islandici conc. 50,0

2. Aquae frigidae 400,0

3. Aquae fervidae 1000,0

Man lässt 1 mit 2 eine halbe Stunde stehen, presstaus, giesst den Auszug fort, erhält die Flechtemit 3 eine halbe Stunde im Sieden und bringtdie Seihflüssigkeit auf 1000 ccm.

Pasta Cacao cum Lichene islandico.

Isländischmoos-Chokolade.Ep. I.

Pastae Cacao saccharatae 900,0

Gelatinae Lichenis islaudic. saccharat. siccae 100,0.II.Ep.Gelatinae Liehen, island. saccharat. sicc. 100,0Pastae Caeao

Sacchari pulverati ää 450,0,

Bereitung wie bei Pasta Cacao aromatica (Band LS. 520).