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2 (1920)
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Liatris. Liehen islandicus.

Liatris.

Gattung der CompositaeEnpatorieaeAdenostylinae.

Liatris OdoratiSSiltia Willd. Heimisch in Nordamerika. Yanilla plant. Deee»Tongue. Dog Tongue. HOUND'» Tongue. [Die perennirende Pflanze enthält reichlichCumarin, in den Blättern 1,5 Proc, das sieb zuweilen auf ihnen krystallinisch ab-scheiden soll. Die Blätter sind schmal spateiförmig, bis 25 cm lang, die oberen stengel-umfassend. Sie sind' monofacial gebaut, tragen also auf beiden Seiten Spaltöffnungen undPalissadenparenchym, im Mesophyll Oelzellen (nach Paschkis). Auf den EpidermenDrüsenhaare.

Die Blätter dienen zum Aromatisiren des Schnupftabaks; die Wurzeln dieser undanderer Arten (z. B. Liatris Spicata Willd., Button quake-root, Devil's Jbit, Colicroot, L. squarrosa Willd., Rattles nake's master, L. SCariosa (L.) W.) verwendetman als Diureticum und gegen Gonorrhoe, die der letztgenannten Arten auch gegenSchlangenbisse.

Liehen islandicus.

Liehen islandicus .(Au 3 * 1 - Germ. Helv.). Cetraria (U-St.). Mnscns catharticusg. islandicus. Isländisches Moos. Isländische Flechte. Kramperlthee. Baspal.Bispel. Tartschenfleckte. Liehen d'Islande (Gall.). Iceland Moss.

Cetraria islandica Ach. (Lichenes Ascolichenes, Familie der Parmeliaceae).

Circumpolar in Europa, Sibirien, Nordamerika, auch auf der südlichen Halbkugel; imNorden in der Ebene, in südlicheren Gegenden mehr im Gebirge.

Beschreibung. Die Flechte besitzt einen bis 10 cm hohen aufrechten oder auf-steigenden Thallus, der frisch häutig-lederig ist, beim Trocknen knorpelig und etwasbrüchig wird. Die Zweige des Thallus sind gabelig-gelappt und an den Bändern umge-bogen. Auf der Oberseite olivengrün, zuweilen mit purpurnen Flecken, auf der Unterseitehell, grünlich-weiss, trocken lederbraun. Am Bande mit kurzen, dicken Fransen besetzt,den Spermogonien, zuweilen am Ende der Thalluszweige mit braunen, rundlichen,etwas vertieften Apothecien, die im Durchschnitt neben den Paraphysen zahlreicheAsci mit je 8 Sporen erkennen lassen.

Auf dem Querschnitte durch den Thallus erkennt man eine dichte Eindenschichtund eine aus lockeren Hyphen bestehende Markschicht, in welcher die rundlichen,grünen Gonidien liegen. (Bekanntlich sind die Flechten keine einheitlichen Organismen,sondern entstehen durch das Zusammenleben [Symbiose] eines Pilzes, in diesem Fall einesAscomyceten, der den Flechtenkörper bildet, mit einer Alge, den Gonidien, in diesem FallCystococcus humicola Naegeli). Die lockeren Hyphen der Markschicht durchbrechenzuweilen die Binde und bilden die weisslichen Soredien, die dann einer ungeschlecht-lichen Fortpflanzung dienen können.

Bestandtheile. Bis 70 Proc. Lichenin oder Flechtenstärke (C,,H 10 0,,)x, wirdmit Jod nicht blau, etwa 11 Proc. Dextrolichenin, dem Lichenin isomer, wird mit Jodblau, worauf die Blaufärbung beruht, die ein Theil des Thallus mit Jod giebt. Beidegeben gährungsfähigen Zucker, man verwendet daher die Flechte zur Spiritusgewinnung,2 Proc. Cetrarsäure oder Cetrarin, C 30 H 30 Oi 2 , den bitteren Geschmack der Drogebedingend, sie ist zweibasisch. 1 Proc. Lichesterinsäure, C 48 H, 6 0 ls , ebenfalls zweibasisch.

Znsammensetzung der Droge nach König: 15,96 Proc. Wasser, 2,19 Proc.Stickstoffsubstanz, 1,41 Proc. Fett, 76,12 Proc. stickstofffreie Extraktstoffe,2,91 Proc. Holzfaser, 1,41 Proc. Asche.

Verfälschungen werden absichtlich wohl kaum vorgenommen, es finden sich aberunter der Droge nicht selten Cladonien, die an ihrem stielrunden Thallus leicht er-kannt werden.