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2 (1920)
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170
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Kalium Kali.

hat. Die am Boden und zum Theil auch an den Gefässwandungen sich ausscheidendewässerige Schicht enthält die Verunreinigungen, die klare alkoholische Lösung das Kali-hydrat. Man zieht die klare alkoholische Lösung ah, destillirt den Alkohol ab, bringtden Eückstand in einer Silberschale zur Trockne, schmilzt ihn und verfährt wie sub Iangegeben. (In der Technik verbindet man hiermit die Darstellung von absolutem Alkohol.)Eigenschaften. Weisse, sehr harte und spröde, durchscheinende, stark alkalischebez. ätzende Stücke oder Stäbchen, welche an der Luft Feuchtigkeit und Kohlensäureanziehen und in "Wasser und in Alkohol leicht unter Erhitzung löslich sind. Die alko-holische Lösung färbt sich beim Erhitzen oder bei längerer Aufbewahrung dunkel, wahr-scheinlich infolge Bildung von Aldehyd bez. Aldehydharz. Beim Erhitzen schmibt es,ohne in KjO + HjO zu zerfallen, zu einer ölig fliessenden Elüssigkeit, welche bei hellerRothghith ohne Zersetzung etwas verdampft, bei Weissgluth in Kalium, Sauerstoff undWasserstoff zerfällt. Kalihydrat in Substanz, sowie wässerige Lösungen desselben wirkenstark ätzend, zerstören bez. lösen die thierische Haut ebenso die Eiweissstoffe auf.

Mit Weinsäure im TJeberschuss versetzt, giebt die wässerige, nicht allzustark ver-dünnte Lösung einen weissen krystallinischen Niederschlag von Kaliumbitartrat.

Prüfung. 1) Wird 1. g Kaliumhydrat in 2 ccm Wasser gelöst und mit 10 ccm Wein-geist vermischt, so darf sich nach 12 stündigem Stehen nur ein sehr geringer Bodensatzbilden (Kaliumkarbonat, -chlorid, -sulfat). 2) Man löse 1 g Kaliumhydroxyd zu 10 ccm inWasser auf und füge zu dieser Lösung 10 ccm verdünnte Schwefelsäure. 2 ccm der soerhaltenen Lösung mische man mit 2 ccm konc. Schwefelsäure und überschichte dieMischung mit 1 ccm Ferrosulfatlösung. Es darf sich eine gefärbte Zone nicht zeigen.Dieselbe würde von Salpetersäure herrühren. 3) Die mit Salpetersäure übersättigteLösung (1 = 50) darf weder durch Baryumnitratlösung sofort verändert (Schwefelsäure)noch durch Silbernitratlösung mehr als opalisirend getrübt werden (Chlor). 10 ccmeineT Lösung von 5,6 g des Präparates zu 100 ccm sollen zur Sättigung mindestens 9 ccmNormal-Salzsäure bedürfen, entsprechend einem Gehalt von mindestens 90 Proc. Kali-hydrat KOH. Als Indikator ist Methylorange zu benutzen.

3) fKali hydricum crudum. Hohes oder technisches Kalihydrat. Potnssecanstique ä la chaux (Gall.).

Darstellung. Kaliumhydroxyd in Stücken oder in Stangen wird von den chemischenFabriken gegenwärtig so wohlfeil und rein in den Handel gebracht, dass seine Darstellungim pharmazeutischen Laboratorium nicht lohnend ist

Zur Darstellung erzeugt man zunächst, wie unter Liquor Kali caustici an-gegeben ist, eine möglichst reine, kohlensäurefreie Kalilauge und dampft diese rasch inSilberkesseln bezw. Silberpfannen, zuletzt unter Umrühren mit einem Silberspatel, zurTrockne. Der trockene Bückstand wird über einem massigen Kohlenfeuer unter Bedeckungdes Schmelzgefässes weiter erhitzt, bis er ölartig ruhig fliesst. Die' feurigflüssige Massewird nun entweder auf ein blankes Eisenblech oder in auf 3050° C. vorgewärmte Formen,welche aus Eisen gefertigt und versilbert sind, ausgegossen. Die Formen dürfen nichtmit Oel oder Talg, sondern nur mit einem trockenen Tuche ausgerieben werden. SieheBand I, Seite 376. Nach dem Erstarren werden die Stäbe aus der Form mit Hilfe eineseisernen Spatels herausgestossen und sofort in trockne Gefässe gebracht, welche mit Korkverschlossen und mit Paraffin gedichtet werden.

Um dem Kaliumhydroxyd ein schönes weisses Aussehen zu belassen, mnss man dasHineinfallen von Staub, Euss etc. in die zu schmelzende Masse verhindern. MancheFabrikanten setzen zu dem gleichen Zwecke etwas Kalisalpeter hinzu, durch welchen dieorganischen Verunreinigungen verbrannt werden. Indessen ist ein solcher Zusatz imhöchsten Grade verwerflich, da ein solches Kalihydrat, dessen Gehalt an Nitrat und Nitritnicht bekannt war, schon wiederholt zu den unangenehmsten Irrthümern bei AnalysenVeranlassung gegeben hat. Zum Schmelzen müssen silberne Gefässe benutzt werden,weil schmelzendes Kali sowohl Eisen als auch Platin angreift und Porcellan einfachdurchschmilzt.