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Kalium — Kali.
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Prüfung. 1) Das technische Kalihydrat sei farblos und nicht feucht. An semerOberfläche sollen sich Efflorescenzen (von Kaliumkarbonat) nicht erkennen lassen 2) DieWässerige Lösung brause beim Uebersättigen mit Säuren nur mass.g auf. I ) Es enthaltals gewöhnliche Verunreinigungen: Thonerde, Spuren vonSsen *»f^f^'^±säure, Kohlensäure, häufig auch Salpetersäure, salpetrige Saure, Ammoniak. Mit dieserThaüache ist zu rechnen, doch soll man einer reineren Sorte vor derW ™d»Vorzug geben 4) Wird 1 g Kaliumhydrat in 50 ccm Wasser gelost, so sollen zur Neutra-len ^Methylotuge als "indikator) mindestens 14,3 ccm Normal-Salzsäure verbrauchtwerden, entsprechend einem Minimalgehalt von 80 Proc. Kalihydrat KUH.
Aufbewahrung. Kaliumhydroxyd werde vorsichtig aufbewahrt; ausserdemaber hat man es sorgfältig vor Feuchtigkeit und Kohlensäure zu schützen, weil es andern-falls zerfliesst bez. in Kaliumkarbonat übergeht. Am zweckmässigsten ist es, Gefasse vonetwa 250-500 g Inhalt vorräthig zu halten, welche mit Korken verschlossen und ausser-dem noch mit Paraffin gedichtet werden. Kleinere Mengen kann man in Glasgefassenmit Glasstopfen vorräthig halten; man achte dann aber darauf, dass an Hals nnd Stopfennichts hängen bleibt, weil sonst Einkittung des Stopfens erfolgt.
Anwendung. Kaliumhydroxyd wirkt in Substanz oder konc. Lösung stark atzend,in verdünnter Lösung erweichend auf die Epidermis. Man verwendet es lediglich äusser-Hch, und zwar immerhin nur selten, um tiefgehende Aetzungen zu erzeugen, z. B. beivergifteten Wunden, Biss toller Hunde etc. Als Reagens und zur Bereitung von Präparatenwird es für gewöhnlich in der Form des Liquor Kali caustici benutzt.
+ Kali causticum siccum. Das durch blosses Eindampfen der wässerigen Kalihydrat-lösung in die Form eines trocknen Pulvers gebrachte Präparat obiger Bezeichnung istKOH mit einem Gehalt von rund 10 Proo. Wasser. Dieses Präparat ist nicht dasjenigedar Pharmakopoen.
t Liquor Kali Caustici (Genn.). Kalium hydricum solutum (Helv.). LiquorPotassae (Brit. U.-St). Kalilauge. Aetzkalilauge. Kaliumhydroxydlösung. Llxiviumcausticum. Solute de potasse. Lessive caustique. Caustlc lie. Etching-lie ofpotash. Eine wässerige Auflösung des Kalihydrats, je nach den Pharmakopoen von ver-schiedener Stärke. — Kleine Mengen Kalilauge, wie sie in der Apotheke bez. in demLaboratorium verwendet werden, stellt man zweckmässig durch Auflösen von festem Aetz-kali in destillirtem Wasser dar. Man lässt alsdann die Lösung einige Zeit absetzen undfiltrirt sie durch Glaswolle oder Asbest, bis zu einem Gehalte von 15 Proc. KOH auchdurch Papieifilter. — Grössere Mengen von Kalilauge gewinnt man zweckmässig durchUmsetzen von Kaliumkarbonat mit Aetzkalk.
Man bringt in einen hinreichend geräumigen, blanken eisernen Kessel 10 Th. rohePottasche und übergiesst sie mit 100—120 Th. Wasser. Andererseits löscht man 5—6 Th.frisch gebrannten Kalk mit 15 — 20 Th. Wasser. Man bringt nun den Kessel mit derPottaschelösung aufs Feuer und fügt, sobald der Inhalt lebhaft siedet, in kleineren An-theilen den Brei von Kalkmilch unter Umrühren so hinzu, dass der Kesselinhalt in bestän-digem Sieden verbleibt. Durch die Zugabe des Kalkbreies wird das verdampfende Wasserzum Theil ersetzt, event. muss noch mehr Wasser zugegossen werden. Nachdem mandie Hauptmenge der Kalkmilch in kleinen Portionen unter fortwährendem Kochen zuge-setzt hat, lässt man die Flüssigkeit einige Minuten aufkochen und prüft sie in kleinenfiltrirten Proben auf Kohlensäuregehalt. Man hält sich 3—4 Probirgläschen, beschickt mitetwas Salzsäure nebst Trichter und Filter, zur Hand, nimmt mit einem silbernen Löffel ca.10 ccm der Flüssigkeit aus dem Kessel und filtrirt in die Salzsäure. Entsteht dadurchein Aufsteigen von Kohlensäurebläschen, so muss man noch Kalkmilch zusetzen. Aufdie«e Weise fährt man fort, bis sich eine Probe frei von Kohlensäure zeigt Es ist dannam besten, den Kessel vom Feuer zu nehmen, ihn eine Stunde bedeckt stehen zu lassen,die noch etwas trübe Lauge vom Bodensatz in erwärmte Flaschen einzugiessen, denBodensatz mit heissem Wasser anzurühren, aufzukochen, eine Stunde absetzen zu lassenund die Flüssigkeit in andere Flaschen abzugiessen. Diese Flaschen Btellt man dicht ge-schlossen 2—3 Tage bei Seite. Hierauf zieht man die klare Flüssigkeit mit dem Heber"*)• Die Bodensätze vermischt man mit einem gleichen Volumen destill. Wasser und fil-trirt durch Fliesspapier.