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2 (1920)
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Indicum.

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ungefärbte, Indigoweiss enthaltende Lösung nennt man eine Küpe. In die Küpe tauchtman die zu färbenden Stoffe etc. ein, windet sie aus und hängt sie an die Luft. Durch dieEinwirkung des Luftsauerstoffes scheidet sich alsdann auf den Geweben Indigoblau aus.Durch wiederholtes Eintauchen und Oxydation an der Luft kann man sehr dunkle Fär-bungen erzielen. Gegenwärtig wird vorzugsweise mit Natriumthiosulfat-Küpe gearbeitet

Indigotin. Reines Indigoblau. Dieses wurde bisher aus gutem, künstlichemIndigo dargestellt.

Man brachte 1 Th. sehr fein gepulverten Indigo in eine 500 Th. fassende Flasche,gab 1 Th. Traubenzucker dazu, übergoas mit heissem Weingeist von 75 Proc, gab 1,5 Ih.stärkste Natronlauge zu, füllte die Flasche mit heissem Weingeist völlig an und verstopftegut Man liess unter gelegentlichem Umschwenken die Flasche so lange an einem warmenOrte stehen, bis vollständige Auflösung des Indigo erfolgt war. Dann liess man absetzenund zog die klare Flüssigkeit mit einem Heber ab. Durch Einwirkung der Luft scheidetsich das Indigotin in feinen Krystallen aus, welche gesammelt und nach einander mitheissem Alkohol, verdünnter Salzsäure und Wasser ausgewaschen, schliesslich getrocknetwerden.

Zur Zeit ist reines Indigotin leicht und billig im Handel zu haben, auch kann manes sich darstellen aus dem künstlichen Indigo der Badischen Anilin- und Sodafabrik, in-dem man diesen nach einander mit Eisessig, Alkohol und Wasser auskocht und trocknet.

Eigenschaften. Entweder purpurfarbige, kupferglänzende rhombische Krystalle,odeT ein dunkelblaues Pulver mit einem Stich ins Röthliche, welches durch Druck oderReihen Kupferglanz annimmt. Geruch- und geschmacklos, neutral, unlöslich in Wasser,Alkohol, Aether und in verdünnter Säure und in verdünnten Alkalien. Kleine Mengenwerden gelöst beim Erhitzen mit Alkohol, Amylalkohol, Aceton, Terpentinöl, Paraffin,Wachs. Leichter wird es gelöst von Chloroform, am reichlichsten von Anilin, Nitrobenzolund Phenol in der Siedehitze. Es wird von 15 Th. englischer Schwefelsäure oder 5 Th.rauchender Schwefelsäure unter Bildung von Indigosulfosäuren gelöst Durch Salpetersäurewird es zu (gelbem) Isatin oxydirt; hierauf ist das Entstehen gelber Flecken auf mitIndigo gefärbten Zeugstoffen durch Salpetersäure zurückzuführen. Chlor wirkt bei Gegen-wart von Feuchtigkeit rasch zerstörend auf Indigo unter Bildung von Chlorisatin undanderen Abbauprodukten; Brom wirkt ähnlich. Von verdünnter Kalilauge wird Indigo nurwenig angegriffen, von konc. Kalilauge wird er zu einer braunen Flüssigkeit gelöst, auswelcher sich nach dem Verdünnen mit Wasser wieder Indigotin abscheidet. Durch Re-duktionsmittel wird Indigotin zu Indigoweiss reducirt, welches schon durch Einwirkungdes Luftsauerstoffes wieder zu Indigoblau oxydirt wird.

Coemlenm lavatorium. Krystallblau. Waschblau. Blauwasser. Ist eineAuflösung von 10 g bestem Indigokarmin in 1 Liter Wasser. Die Lösung ist nach demAbsetzen zu filtriren.

Liquor Indici. Solutio Indigo. Indigolösung. Reagens auf Salpetersäure undfreies Chlor ist eine Auflösung von lg bestem Indigokarmin in 100,0g destillirtemBandT S 333 r lndl g°lösung zur quantitativen Bestimmung der Salpetersäure s.

*-.. T Tinctura Indici. Tinctura Indigo. Solutio Indici spirituosa. Ist eine fil-terte Lösung von 1 Th. bestem Indigokarmin in 50 Th. Weingeist von 30 Proc. Dientzum Färben von Esswaren und Getränken. Indigotinktur für Zuckerfabriken isteine wässerige Auflösung von 12 Proc. Indigokarmin.

Pulvis viridis saccharatus. Konditorgrün. Ist eine Mischung von 1520 Th.feinstem Kurkumapulver, 15 Th. Milchzucker und 1 Th. bestem Indigokarmin.

linctura viridis. Grüne Tinktur. Ist eine Mischung von 10 Th. Kurkuma-Tinktur mit 10 Th. Glycerin und 510 Th. Indigotinktur. Dient zum Färben von Ess-waran und Getränken.

Waschblau-Papier. Man tränkt Filtrirpapier mit einer Auflösung von 1 Th. In-«gokarmin in 100 Th. Wasser.

Atramentuni Leonhardi. Alizarin-Tinte. 7 1 /, kg zerstossene (chinesische) Gall-T? ..' wer den mit 30 Liter heissem Wasser Übergossen. Man lässt 2 Tage unter häufigemUmrühren stehen und presst scharf aus. Dann setzt man hinzu 480,0 g Liquor Ferri sul-urici oxydati (Ergänzb. spec. Gew. = 1,428), ferner eine koncentrirte Lösung von 180,0 g57 sta ll- Oxalsäure, weiterhin eine Anreibung von 360,0 g Indigokarmin (in Teigform) mit"*sser, zum Schluss der Haltbarkeit wegen 150,0 g rohen Holzessig. Diese Tinte fliesst

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