Ichthyolum.
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Nach dem Gesagten stellt also das Anytin eine reinere Sorte ichthyolsutfosauresAmmoniak dar. In trocknem Zustande ist es ein braunes, bygrokospisches, in Wasser injedem Verhältnisse lösliches Pulver, mit einem Gehalte von etwa 16,5 Proc. Schwefel und4,5 Proc. Ammoniak. - In den Handel gelaugt es als dickflüssige, theerartige Masse, welchedem Ichthyol-Ammonium sehr ähnlich ist und etwa 50 Proc. Trockeiiruckstand hinterlaßt.Die Verwendung des Anytins erfolgt auf Grand seines Auflösungsvermögens. Eshat nämlich die Fähigkeit, in Wasser sonst schwer lösliche Substanzen aufzunehmen. DieseAuflösungen sind mit Wasser in jedem Verhältnisse klar mischbar und heissen „Anytole .IV. Anytole sind demnach Lösungen von Arzneimitteln, in welchen sonst schwer-lösliche Arzneisubstanzen (Phenole, Kampherarten, ätherische Oele und dgl.) durch Anytinin eine in Wasser leicht lösliche Form gebracht werden. Sie haben Analoga in dem Lysolund im Solveol und Solutol. Die aufzulösenden Arzneimittel werden gewöhnlich von demAnytin leicht aufgenommen, bei einzelnen Substanzen ist auch massiges Erwärmen - beiflüchtigen Substanzen am Rückflusskühler oder im geschlossenen Gefässe - erforderlich.Benzol-Anytol. Enthält 80 Proc. Anytin und 20 Proc^ Benzol -n, lu , alv _ tol
Eucalyptol-Anytol. Eucasol. Enthält 75 Proc. Anytin und 25 Proc Bucaly^tol.Gaultheria-Anytol. Wintergrünöl-Anytol. Enthält 80 Proc. Anytin und 20 ProcGaultheriaöl. ...
Guajakol-Anytol. Enthält 60 Proo. Anytin und 40 Proc. üuajakol.Jod-Anytol. Enthält 90 Proc. Anytin und 10 Proc. Jod.Kampher-Anytol. Enthält 85 Proc. Anytin und 15 Proc. Kampher.Kreosot-Anytol. Enthält 60 Proc. Anytin und 40 Proc. Kreosot.Kresol-Anytol. Enthält 50 Proc. Anytin und 50 Proc. Kresol.m-Kresol-Anytol. Metasol. Enthält 60 Proc. Anytin und 40 Proc. m-KresolPfefferminzöl-Anytol. Mentha - Anytol. Enthält 75 Proc. Anytin und 25 .Froo.Pfefferminzöl.
Terpentinöl-Anytol. Enthält 85 Proc. Anytin und 15 Proc. Terpentinöl.In den Anytolen ist natürlich die Wirkung der Ichthyolsulfosäure mit derjenigendes in dieser gelösten Arzneimittels kombinirt. — Den Anytolen kann der Arzneizusatz(Phenol, ätherische Oele u. s. w.) durch Ausschütteln der wässrigen Lösung mit Aetherwieder entzogen werden.
V. Ichthoform. (ThiocarMirdisnlfonformaldehyd). Ist eine Verbindung vonFormaldehyd mit Ichthyoldisulfosäure.
Ein schwarzbraunes, in den üblichen Lösungsmitteln nahezu unlösliches Pulver,welches fast geruch- und geschmacklos ist. Es enthält ca. 14,5 Proc. Schwefel, ist unlös-lich in Wasser und in Säure, wird durch Alkalien bei längerer Einwirkung gelöst; Aetherund Alkohol lösen es nur zum Theil. Beim Erhitzen verkohlt es; die Kohle verbrenntbeim Glühen an der Luft bis auf eine SpuT Asche. Es wird innerlich in Gaben von 8 gpro die als Darmantisepticum gegeben und hat sich zur Stillung der tuberkulösen Diar-rhoen bereits bewährt. Aeusserlich ist es mit gutem Erfolge als Antisepticum (Jodo-form-Ersatz) bei der Wundbehandlung angewendet worden. Das Mittel ist noch im Vei-suchsstadium.
VI. Ichthalbin. Ichthyol-Eiweiss. Dieses wegen seiner fast völligen Geschmack-losigkeit zum innerlichen Gebrauche bestimmte Präparat wird in ähnlicher Weise wie dasTannalbin (s. Band I. S. 140) dargestellt, d. h. man fällt eine Eiweisslösung mit einerLösung von Ichthyolsulfosäure. Der entstandene Niederschlag wird vorerst mit Wassergewaschen, alsdann zunächst bei 25—30° C, später, um ihn unlöslich zu machen, längereZeit bei 100° C. getrocknet.'
Ein sehr feines, graubraunes Pulver, in Wasser unlöslich. Es passirt den Magenungelöst und wird erst vom alkalischen Darmsaft in Ichthyol und Eiweiss gespalten.
Erwachsenen giebt man es an Stelle des Ichthyols in Gaben von 1—2 g dreimalWglich, am besten vor den Mahlzeiten, Kindern bis zu 1 g dreimal täglich mit etwas ge-schabter Chokolade.
VII. Thiolum. Als Thiol bezeichnete E. Jacobseh ein dem Ichthyol nachgebildetesProdukt, welches er erhielt, indem er ungesättigte Kohlenwasserstoffe (Gasöl) durch Erhitzen