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Ichthyolum.
Taffetas vesicans. Taffetas ichthyooollatum ve.sicans. Blasentaffet.E. Dietebich: Aus 40 g Hausenblase, q. s. desüllirtem Wasser und 1 g Traubenzuckerbereitet man, wie bei Empl. Anglicum angegeben, 300 g Lösung und streicht 2 / 3 davonauf ein Stück grüne Seide 50 x 100 cm; dem letzten Drittel mischt man eine Verreibung von0,5 g Kantharidin mit 3 Tropfen Glycerin, 20 g Essigäther und 10 g Weingeist zu undverstreicht die massig warme Masse unter beständigem Umrühren. Zum Gebrauch nichtmit der Zunge anfeuchten!
Diulisis, ein in Frankreich patentirtes Bierklärmittel, soll aus Hausenblase undNatriumbikarbonat bestehen.
Flüssiges Albumin, ein Weinklärmittel aus London, ist Hausenblasenlösung.
Perlmutterkitt. 2 Th. feinzerschnittene Hausenblase löst man in 16 Th. Wasser,setzt 8 Th. Alkohol zu, seiht durch und vermischt mit einer Lösung von 1 Th. Mastixund '/ä Th. feinst gepulvertem Salmiak in 6 Th. Alkohol. Der Kitt wird auf die erwärm-ten Bruchflächen gestrichen, die man fest aneinander presst.
Universalceuient, Krakows, für Glas, Meerschaum u. dergl., ist Hausenblasenlösung.
Yegetabilischer Fischleim und Japanische Hausenblase s. unter Agar-Agar Bd. I.S. 192, 2.
Zwillingsieini, Zwilliugskleister, Fox's Patent, besteht aus zwei Lösungen.I. 2,5 Chromsäure, in je 15 g Wasser und Ammoniakflüssigkeit gelöst, dazu 10 TropfenSchwefelsäure, 30,0 schwefelsaures Kupferoxydammoniak, 4,0 weisses Papier. LI. Hausen-blase in verdünnter Essigsäure. Von den aneinander zu leimenden Papierflächen bestreichtman eine mit I und lässt trocknen, die andre mit H und presst noch feucht zusammen.
Ichthyolum.I. Ichthyol.
Bei Seefeld in Tyrol findet sich in mächtigen Lagern ein bituminöses Gestein, inwelchem Ueberreste von vorweltlichen Fischen und Seethieren enthalten sind. Durchtrockne Destillation dieses Gesteines erhält man ein flüchtiges, schwefelhaltiges Oel, dasIchthyol-Bohöl. Wird dieses mit konc. Schwefelsäure behandelt, so entsteht ein als Ich-thyolsulfosäure bezeichnetes säureartiges Produkt. Die Salze dieser Ichthyolsulfosäurefinden therapeutische Verwendung; das Ammonsalz dieser Säure wird als Ichthyol schlecht-hin bezeichnet.
Ichthyol-Kohöl. F,in braungelbes, vollständig durchsichtiges Oel vom spec. Gew.0,865 bei 15° C. Es ist von durchdringendem, dem Bernsteinöl ähnlichem Gerüche, inWasser unlöslich. Die fraktionirfce Destillation ergab: von 100 —120° C. = 6 Proc, von120—160° C. = 53 Proc, von 160—225° C. = 83 Proc, von 225—255° C. = 5—6 Proc.Die Elementar-Zusammensetzung war: Kohlenstoff 77,25, Wasserstoff 10,52, Schwefel 10,72,Stickstoff 1,10.
Acidum sulfoichthyolicum. Ichthyolsulfosäure. Ichthyoldisulfosäure.C 28 H aa S . (S0 3 H) a . Mol. Gew. = 566 (?).
Zur Darstellung wird das Ichthyol-Bohöl mit einem Ueberschuss von konc.Schwefelsäure vermischt. Unter freiwilliger Erwärmung bis auf 100° 0. und unter Ent-weichen von Schwefeldioxyd entsteht Ichthyoldisulfosäure. Nach Beendigung der Reaktionerwärmt man das Keaktionsprodukt, um freie schweflige Säure und freie Schwefelsäurezu entfernen, wiederholt mit gesättigter Kochsalzlösung. Die in Wasser leicht löslichefreie Ichthyolsulfosäure ist in gesättigter Kochsalzlösung unlöslich und scheidet sich aufdieser als theerartige Masse aus.
Diese Ichthyoldisulfosäure ist die Ausgangssubstanz zur Darstellung der Ichthyol-präparate.
Sie besteht im wesentlichen aus Ichthyoldisulfosäure C 28 H 3I1 S. (S0 3 H) a (Baümaknund Schotten), enthält ausserdem ein flüchtiges Oel vom Charakter der Sulfone und einendritten, nicht näher gekannten Bestandtheil.
Ammonium SUlfoichthyoliCUm (Ergänzb. Helv.). Ichthyol. Ichthyolsulfo-saures Amnion. C 28 H 36 S.(S0 3 ]ra 4 ) 2 (?). Mol. Gew. = 600.(?)
Die Darstellung erfolgt, indem man Ichthyolsulfosäure mit stärkstem Ammoniakneutralisirt und das so erhaltene Produkt zur Konsistenz eines dünnen Extraktes ein-dunstet.