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2 (1920)
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Hirudo.

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werden gerühmt diesen Rathschlägen gegenüber möge man bedenken, dass alle jene Vor-richtungen den Thieren nicht die natürlichen Lebensbedingungen bieten. Die Blutegel ge-hören nicht zu den Fischen, sondern zu den Würmern, und diese leben nicht im Wasser.So sauber und übersichtlich also die Aufbewahrung in reinem Wasser sein mag, jedenfalls istes zweckmässig, in dasselbe einige grosse Stücke Torf zu legen, der den Egeln besonderszusagt und der auch das Wasser länger frisch hält, sobald man ihn nur beim Wasser-wechsel sorgfältig von Schleimtheilen reinigt. Noch besser eignet sich Torf in zerriebenem,massig angefeuchtetem Zustande, womit man die Gefässe zu 3 / 4 beschickt, in der Weise,dass man die Egel in 45 Schichten dazwischen venheüt. Die der Lebensweise der Blut-egel am meisten entsprechende, daher zweckmässigste und am besten bewährte Auf-

bewahrung ist aber die in feuchter Erde. Man mischt Thon oder Lehm mit 1 j s zerrie-benem Torf, setzt wohl auch etwas gepulverte Lindenkohle zu, befeuchtet diese Masse mitsoviel Regenwasser, als sie aufzunehmen vermag und legt sie in kloinen Brocken in dasVorrathsgefäss, bringt die mit Wasser abgewaschenen Egel darauf und setzt das mit Lein-wand verbundene Gefäss der Zugluft aus; nach einiger Zeit öffnet man, um die etwa anden Wandungen sitzenden Thiere auf die Erde zurückzubringen und wiederholt dies solange, bis sich sämmtliche Egel verkrochen haben. Bei diesem Verfahren ist der lästigeWasserwechsel so gut wie überflüssig. Die Thiere werden nur wenig gestört, halten sicherfahrungsgemäss sehr lange gesund und saugfähig, so dass Verluste auf das geringsteMaass beschränkt bleiben. Das genannte Hildesheimer Geschäftshaus liefert die Blutegelauch bereits in Blechkübeln mit Erdmasse, die man bei Bedarf einfach umtauscht. EinUebelstand dieser Aufbewahrungsart ist es freilich, dass man den Vorrath nicht zu über-sehen vermag. Dem hilft man durch Aufstellung zweier Gefässe leicht ab, wovon daseine zuerst geleert sein muss, ehe vom Inhalt des andern entnommen wird.

Abgabe. Um das häufige Oeffnen der Vorrathsgefässe und das Beschmutzen derHände bei Entnahme von Blutegeln zu vermeiden, hält man einen kleinen Vorrath ineinem Porcellangefässe mit siebartig durchlöchertem Deckel und aus diesem nimmt manje nach Bedarf die einzelnen Egel mittels eines besonderen, nur hierzu benutzten Por-cellan- oder Holzlöffels. Man giebt sie in reinen Salbentöpfchen oder in Glashafen ab,die man mit sauberer Gaze oder Leinwand überbindet. Ein Wasserzusatz ist nichtnothwendig.

Nicht selten werden völlig gesunde Blutegel zurückgebracht, weil sie angeblichnicht saugen wollen. Man setzt sie daun kurze Zeit in kaltes, frisches Wasser und machtdie Empfänger darauf aufmerksam, dass vor dem Ansetzen die Hautstelle sorgfältig durchAbwaschen und Abtrocknen mittels sauberer Leinwand gereinigt werden muss, dass mandie Thiere nur mit feuchter Leinwand oder mit sehr reinen Händen anfassen darf, dassdagegen Seife und sogenannte Beizmittel durchaus zu vermeiden sind. Sollen Blutegelan schwer zugänglichen Körperstellen, z. B. am Gaumen, an der Zunge, angesetzt werden,so benutzt man hierzu Blutegelröhren, 15 mm weite, an dem einen Ende gebogene undetwas verjüngte Glasröhrchen, in welche man die Egel hineinschiebt und auf die Saug-stelle aufsetzt. Ein Abreissen des Egel vor dem freiwilligen Abfallen ist nicht rathsam,man veranlasse sie hierzu durch Bestreuen mit Salz oder Asche.

Blutegel, die einmal abgegeben sind, dürfen unter keinen Umständen zurückge-nommen werden, auch wenn sie angeblich nicht benutzt sind. Ebenso sollten Blutegel,die einmal gesogen haben, nicht nochmals von andern Personen benutzt werden, da dieGefahr der Uebertragung von Krankheitsstoffen nahe Hegt. Wenn in Militärspitälern fürdie Kunst, die Egel vom Blut zu befreien, sie wiederaufzufrischen", Preise ertheiltwerden, so dürfte diese Art Sparsamkeit nicht gerade zu billigen sein.

Zum Stillen der Blutung nach Egelbissen dienen Druck, kaltes Wasser, Eis, Alaun,verdünnte Säuren, Eisenchloridwatte, Fliesspapier, Feuerschwamm (s. Band I, S. 1186) undPengbawar Djambi (s. Band I, S. 827), auch wohl Aetz- oder Glühstifte, während warmesWasser oder warme Umschläge die Nachblutung unterstützen. Die letztere ist, besondersbei Kindern oder schwächlichen Personen, mit grösster Aufmerksamkeit zu überwachen.

Anwendung. Bei Entzündungen aller Art, wo Blutstockungen zu lieben sind,besonders bei entzündlichen Leiden am Kopfe, bei Quetschungen, Hämorrhoiden u. s. w.doch überlasse man die Entscheidung dem Arzte.

Extractum Hirndinum. Blutegelextrakt ist nach E. Mkbck der -wässerige, sterili-irte Auszug aus den in Alkohol gehärteten, getrockneten Köpfen der officinellen Blutegel