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2 (1920)
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Holocainum hydrochloricum.

2 ccm enthalten die wirksamen Bestandteile eines Egels. Es soll die Gerinnung desBlutes verhindern, dasselbe gegen Fäulniss widerstandsfähiger machen und wird deshalbbei Transfusionen, ferner bei Verletzungen oder Quetschungen zur Verhinderung derThrombenbildung empfohlen. Pur einen erwachsenen Menschen wären 150200 ccm Ex-trakt oder ein Infusum von 80100 Blutegeln erforderlich.

Holocainum hydrochloricum.

f HolOCainum hydrochloricum. Salzsnures Holocain. C,H 4 0C 2 H B NH.C(Cnj) =NC,H 4 .OC 2 H 9 . Mol. Gew. = 298.

Unter dem Namen Holoea'in wird das p - Diäthoxyaethenyldiphenylamidin ver-standen; das salzsaure Salz der Base ist das oben genannte Präparat.

Darstellung. Dieselbe erfolgt fabrikmässig nach D.R.P. 79868 durch Einwirkungvon Phosphorchlorid auf ein Gemenge von Pbenacetin und p-Phenetidin. Da das Phos-phorchlorid die Bolle eines wasserentziehenden Mittels spielt, so lässt sich der Endverlaufder Reaktion durch folgende Gleichung ausdrücken.NH. C ö H 4 0C a H 6

OC.H, OC,H,

CH a

%

0

+

E

Phenacetin,

3j N-C 6 H 4 .OC !! H 5 =p-Phenetidin,

H.O + CH.C^

NHC 6 H 4 . 0C ä H 6

N-

- C B H 4 OC 2 H &Holocain.

Die Base wird aus 60procentigem Alkohol nmkrystallisirt und alsdann in das salzsaureSalz verwandelt.

Eigenschaften. Ein weisses Krystallpulver, aus rhombischen Säulen und derenTrümmern bestehend, geruchlos, von schwach bitterlichem Geschmack, sehr bald die Zungen-nerven stark anästhesirend.

Es löst sich in 40 Th. Wasser von 15° C. zu einer farblosen, neutralen Flüssigkeit.Aus dieser scheidet Natronlauge die freie Base zunächst als milchige Trübung ab, welchespäter zu Krystallen erstarrt; diese schmelzen bei 121° C. Die wässerige Lösung giebtmit Ferrichlorid keine auffallende Färbung; durch Chromsäure entsteht ein orangegelber,harzartiger Niederschlag. In konc. Schwefelsäure löst sich das Salz ohne Färbung;bringt man zu dieser Lösung einen Tropfen Salpetersäure, so färbt sie sich braungelb.Kocht man 0,1 g salzsaures Holocain während 1 Minute mit 1 ccm Salzsäure, fügt nachdem Erkalten 2 ccm Karbolsäurelösung (1 : 20) hinzu, so soll diese Mischung auf Zugabevon filtrirter Chlorkalklösung zwiebelrothe Färbung annehmen, die durch Uebersättigenmit Ammoniak in Indigoblau übergeht. (Indophenol-Beaktion s. Band I, S. 4.)

Prüfung. 1) Das Salz sei farblos, von fast neutraler Reaktion, im Wasser klarlöslich und löse sich ohne Färbung in konc. Schwefelsäure. 2) Es verbrenne auf demPlatinbleche, ohne einen Rückstand zu hinterlassen. 3) Scheidet man aus der wässerigenLösung durch Natronlauge die freie Base ab, so schmelze diese nach dem Waschen undTrocknen bei 121 ° C.

Aufbewahrung. Vorsichtig. Anwendung. Als örtliches Anästheticum bez.als Ersatz des Cocains bei Augenoperationen. Nach einmaliger Einträufelung von 23Tropfen einer 1 procentigen Lösung tritt eine etwa 10 Minuten andauernde ünempftndlich-keit der Augapfeloberfläche ein.