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Gutti.
Gutti.
t Gutti (Germ. Helv.). Cambogia (Brit. U-St.). Gummi Guttue. Gummiresinu Guttae. Gummi de Goa. Gutta gamba. Scammonium Orientale. — Gummi-gutt. — Gomme-gutte (Gall.). — Gamboge ist das Gummiharz der in die Familie derGuttiferae — Clusioideae — Gareinieae gehörigen Garcinia Hanbliryi Hook. f.(syn.: G. Morella var.: pedicellata Hanhury), heimisch in Cambodscha, dann inzweiter Linie G. R/ÜOrella Desr. auf Ceylon, G. RoxburghÜ Engl, in Canara, G. WightÜ
T. Anders im südlichen Vorderindien, G. heterandra Wall., G. Gaudichaudii Planch.
et Triana in Cochincbina, endlich liefert G. pictoria (Roxb.) Engl, nur wenig brauch-bares Gummigutt. Es ist in Form einer Emulsion in schizogenen Sekretbehälternder Binde, des Markes und auch der Blätter und Früchte enthalten. Man gewinnt es,indem man Einschnitte in die Binde macht und das ausfliessende Gutti in Bambusröhrenauffängt, oder indem man grössere Stücke deT äusseren Rindentheile ablöst und jedenMorgen das ausgetretene Sekret abkratzt. Eine geringe Sorte wird durch Auskochen derBlätter und der Schale der unreifen Frucht erhalten. — Das getrocknete und aus denBambusrohren herausgestossene kommt als Röhrengutti, eines in Klumpen als Schollen-gutti, Cake-Gambogi in den Handel, es ist auch ein Gutti in lacrimis vor-gekommen.
Beschreibung. Cylindrische oder unregelmässige, grünlich-gelbe, zerreibliche Stücke,im Bruch breitmuschelig, glatt und wachsglänzend, an den Kanten etwas durchscheinend,zerrieben dunkeleitronengelb, geruchlos, anfangs geschmacklos, hinterher süsslich und imMunde brennend. Mit Wasser (1:2) angerieben, entsteht eine gelbe Emulsion, in der sichunter dem Mikroskop Harztröpfchen erkennen lassen. Die Emulsion wird durch Ammoniakklar feurigroth, dann braun. Wird das Ammoniak neutralisirt, so entfärbt sich die Lösungund es fallen gelbe Flocken aus. In Weingeist bis zu 80 Proc, in Aethcr zu einem ge-ringeren Theile löslich. Jodzahl nach E. Dieterich 94,23—108,72. Nach Kremel: Säure-zahl 100, Esterzahl 56,7, Verseifungszahl 156,7.
BestandtJieile. 72 Proc. Gambogiasäure G^H^Cv Dieselbe bildet eine fastundurchsichtige, kirschrothe, geruch- und geschmacklose, sauer reagirende Masse, die sichbei 260° C, ohne zu schmelzen, zersetzt. Unlöslich in Wasser, löslich in Weingeist undAether. Ferner enthält die Droge 25 Proc. Gummi, 5 Proc. Wasser und weniger als1 Proc. Asche.
Prüfung. Gutti kommt mit Beismehl, Sand und gepulverter Baumrindeverfälscht vor, welche Verfälschungen man erkennt, wenn man die Droge mit Wasser an-reibt, absetzen lässt und den Bodensatz auswäscht. Das Genauere ist dann mit demMikroskop festzustellen.
Die ammoniakalische Lösung mit etwas Silbernitrat versetzt und aufgekocht, erleidetkeine Reduktion, andernfalls liegt wahrscheinlich Verfälschung mit Dextrin vor, die beimSchollengutti beobachtet ist.
Zum Nachweis des Gutti in Gemischen, z. B. in Geheimmitteln, empfiehlt Htrsch-sohn, wenn eine Flüssigkeit vorliegt, dieselbe mit Glaspulver einzutrocknen, zu zerreiben-und mit Petroläther zu behandeln. Ist der Auszug farblos, so wird die Extraktion nachdem Zusatz von HCl bis zur sauren Reaktion wiederholt, da bei Gegenwart von Seife(z. B. in Pillen) Gutti sonst nicht aufgenommen wird.
Ist auch jetzt der Auszug farblos, so fehlt Gutti. Andernfalls wird der Auszug mitWasser und einigen Tropfen Ammoniak versetzt und geschüttelt, die wässerige Schichterscheint dann gelbgefärbt und der Petroläther farblos.
■Aufbewahrung. Abgabe. Gutti gehört zu den vorsichtig aufzubewahrendenMitteln. Man hält es in Stücken, einen kleinen Vorrath fein gepulvert für Recepturzweckevorräthig und giebt es im Handverkauf nur als Malerfarbe an zuverlässige Personen inkleinen Mengen und gegen Giftschein ab.