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1 (1920)
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Gelatina.

weissem Leim (Gelatina alba). Gewöhnlich versetzt man behnfs Darstellung einer klarenGallerte die koncentrirte nnd kolirte Abkochung eines Vegetabils mit etwas Zucker, wennsolcher auch nicht vorgeschrieben ist, schcäumt unter gelindem Aufkochen ab und macht,nachdem die Flüssigkeit auf das vorgeschriebene Maass eingekocht ist, die übrigen Zusätzewie Wein, medicinische Sirupe. Flüchtige Oele werden mit etwas Zucker abgerieben undauch andere Substanzen, wie Tinkturen, Bittcrmandelwasser etc., der noch warmen Flüssig-keit, also vor dem Gelatiniren, beigemischt.

Soll sich die Gallerte über vier Tage hinaus konserviren, so ist statt des ZuckersGlycerin, auch wohl ein Zusatz von 6 Proc. verdünntem Weingeist, oder die Glyeerin-Gelatine (siehe weiter unten) als Grundlage nöthig.

II. Gelatinae medicatae in lamelliS. Gelatine-Lamellen. Eine von Prof.AwräN in Upsala 1869 in den Verkehr gebrachte Arzneiform. Papierdünne, in gleich-massige Quadrate von etwa 1,5 cm Seitenlänge getheilte Blättchen, deren Grundmasse ausweisser Gelatine mit Zusätzen von Glycerin, Gummi oder Traganth besteht. DieserGrundmasse ist das Arzneimittel einverleibt, welches gewöhnlich zu den sehr stark wir-kenden gehört. Diese Arzneiform soll eine bequeme und namentlich genaue Dosirung vonArzneistoffen ermöglichen, welche nur in sehr geringen Mengen verordnet zu werdenpflegen.

Der Apparat zur Herstellung dieser Gelatinelamellen besteht aus einer Glasplatteoder Schieferplatte, auf welcher man durch Aufkitten von Glasleisten ein rechteckigesKästchen von 300 £] cm Fläche hergestellt hat (15 x 20 cm Seitenlänge). Boden undSeitenflächen werden schwach mit Kakaobutter abgerieben. Benutzt man eine Schiefer-platte, so lässt sich in diese auch eine Theilung einritzen, desgleichen natürlich in eineGlasplatte.

Alsdann bereitet man unter Erwärmen (für 300 qcm) eine Auflösung von 6,0 gbester Gelatine in 24,0 g Wasser, fügt 1,0 g Glycerin, ferner die für 300 Lamellen be-rechnete Menge des Arzneistoffes hinzu, welche man, wenn derselbe in Wasser löslich ist,zweckmässig vorher in einem Theile des Wassers auflöst. Man mischt alles gut durchund giesst die noch lauwarme Flüssigkeit auf die mittelst einer Wasserwaage völlig hori-zontal eingestellte Platte, bez. in das Kästchen. Nach 24stündigem Austrocknen an einemlauwarmen staubfreien Orte löst man die Gelatineplatte von der Unterlage. Man kanndie Platte nun mit einer Eintheilung mittelst Bleistift versehen oder die einzelnen Quadratedirekt auseinanderschneiden. Kommen diese Arzneiformen einigermassen häufiger vor,so empfiehlt es sich, jedes einzelne Quadrat mittels eines Gummistempels zu signiren, dieSignatur soll den abgekürzten Namen des Arzneistoffes und die Dosis enthalten, z. B.Atr. 0,001. Enthält die Ausgussplatte eine erhabene oder vertiefte Eintheilung, welchesich in der Gelatine-Platte abprägt, so lässt man zweckmässig immer 10 Plättchen zu-sammen und zwar in 2 Beihen ä 5 Stück.

Zur Darstellung z. B. von 300 Plättchen Gelatina lamellata Morphini aceticisollen genommen werden 36 Tropfen Glycerin zu 300 PI. Gel. Stibio-Kali tartarici2,5 Brechweinstein mit 45 Tropfen Glycerin (0,075 in jedem Plättchen). Gel. Plumbiacetici 10,0 Plumbum aceticum, 50 Tropfen Glycerin. Gel. Cupri sulfurici 10,0kryst. Kupfervitriol, 40 Tropfen Glycerin. Gel. Ferri sulfurici: 20,0 Eisenvitriol,90 Tropfen Glycerin. Diese Form soll unpassend sein, weil sich das Salz beim Trocknenverändert; so auch Gel. Ferri jodati. Gel. Extracti Opii: 5,0 Extrakt, 36 TropfenGlycerin. Gel. Extracti Belladonnae: 5,0 Extrakt, 34 Tropfen Glycerin. Gel.Extracti Hyoscyami: 10,0 Extract, 10 Tropfen oder kein Glycerin. Gel. ExtractiColocynthidis compositi 10,0 Extrakt, 36 Tropfen Glycerin. Gel. Ipecacuanhaeopiata: Brechwurzelpulver und Opium äa 5,0, 80 Tropfen Glycerin etc. Es bewährtsich diese Arzneiform zur örtlichen Application auf das Auge nnd würde man nach ALicftNeine Gel. Atropini sulfurici aus 1,0 Gelatine, 8 Tropfen Glycerin, 75 cem Wasser und0,25 Atropinsulfat 400 Blättchen formen. In ähnlichem Verhältniss wäre Gel. ExtractiPhysostigmatis darzustellen.