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Fuligo.
Anwendung. Der GlanzniBS war bei den alten Aerzten ein Bxcitans, Nervinumand Antispasticum. Man gab ihn bei allen innerlichen Leiden, äusscrlich bei den ver-schiedensten Hautkrankheiten. Gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er als Surro-gat des damals noch theuren Kreosots verwendet. Gegenwärtig kann er als obsolet an-werfen.
Fuligokali simplcx. 100,0 gepulverter Glanzruss und 20,0 Kalihydrat werdenmit 500,0 Wasser übergössen, zwei Stunden im Wasserbade erhitzt, dann filtrirt, eingedicktund auf porcellanenen Tellern ausgestrichen bei gelinder Wärme trocken gemacht. Es isthygroskopisch und muss daher in wohlverstopfter Flasche aufbewahrt werden.
Fuligokali sulfurntum. 15,0 Kalihydrat und 5,0 Schwefel werden mit 5,0 Wasserübergössen und unter Umrühren erhitzt, bis Vereinigung dos Kalis mit dem Schwefel statt-gefunden hat. Dann werden 75,0 Fuligokali simplex darunter gemischt und zur Trockneabgedampft. Die Aufbewahrung ist dieselbe wie beim Fuligokali simplex.
Beide Fuligokali werden äusserlich und innerlich bei Hautkrankheit gebraucht wiedas Anthrakokali (a. S. 626).
Spiritus Fuliginis Reuss war ein Produkt der trocknen Destillation aus demGlanzruss.
Tinctnra Fuliginis wird durch Digestion aus 1 Th. gepulvertem Glanzruss und5 Th. 45 procentigem Weingeist dargestellt.
Tinctura Fuliginis Hufeland wurde aus 1 Th. Glanzruss und 8 Th. 80 procentigemWeingeist dargestellt.
Tinctnra Fuliginis Clauder. 6,0 gepulverter Glanzruss, 12,5 Kaliumkarbonat und2,5 Ammoniumchlorid werden mit 80,0 Wasser übergössen, im geschlossenen Gefäss zweiTage digerirt, öfters geschüttelt und nach dem Erkalten filtrirt. Die Kolatur botrage 100,0.
Täglich drei- bis viermal 80—60 Tropfen mit Wasser zu nehmen (gegen Podagra,Arthritis, Menstrualbesehwerden).
Aqua Ophthalmie» Benedictinornm.
Bp. Fuliginis splendentis pul?. 5,0Florum Rosae concisorum 7,5Aquae Rosae 75,0
Aceti (6 Proc.) 30,0
Spiritus (90 Vol. Proc.) 7,5.
Man macerirt während 2 Tagen, kolirt und filtrirt.Die Kolatur betrage 100,0. Mit der zehnfachenMenge Wasser verdünnt bei skrophuISser Augen-entzündung.
Dococtnnt Fuliginis aluminatum Rognetta,' Kp. 1. Fuliginis splendentis pulv. 50,02. Aquae 800,0
8. Aluminis 20,0
4. Aquae q. s.
Man kocht 1 und 2. In der Kolatur löse man8 auf und fülle mit 4 zu 1 Liter auf. Zu In-jektionen bei Leukorrhoe.
Kinplastrum Fuliginis Bernhard:.Rp. Cerati repinae Pini
Resinae Pini ää 10,0
Fuliginis splendentis pulv. 20,0.
Tinctura Fuliginis foetlila.Rp. Asae foetidae depuratae 5,0Tincturae Fuliginis 100,0.
Nach eintägiger Maceration zu filtriren.
Unguentum anticarcinomaticum Blaud,P.p. Fuliginis splendentis pulv.
Adipis suilli ää 20,0
Extracti Belladonna« 5,0.
Zum Verbände der Krebsgeschwüre.
Unguentum Fuliginis plienyliilum.ßp, ünguenti Fuliginis 100,0Acidi carbolici 1,0.
Unguentum Fuliginis splendentis.
Rp. Fuliginis splendentis pulv. 25,0
Spiritus diluti (70 proc.) 5,0
Adipis suilli 85,0.
Man digerirt im Wasserbade während 1 Stunde
und kolirt.
II. Fuligo e taeda. Fuligo. Kienruss. Die bekannte, lockere, amorphe Kohle,welche früher in Gebirgsdörfern durch Verbrennung von Kienholz bei beschränktem Luft-zutritt und Auffangen des Rauches in besonderen Kammern dargestellt wurde. Gegen-wärtig stellt man den Kienruss in den sog. Russbrennereien fabrikmässig durch Verbrennenvon Theer, Theeröl und ähnlichen billigen Materialien dar. Um ihn von den beigemengtenKohlenwasserstoffen etc. zu befreien, wird er in eisernen Oylindern bei Lnftabschlusswiederholt ausgeglüht und heisst dann Fuligo usta, gebrannter Kienruss. — Mitdem vorher besprochenen Glanzruss ist dieser Kienruss nicht zu verwechseln.
Man benutzt ihn in der Pharmacie zum Dunkelfärben von Salben (Unguentum contrapediculos), zum Schwarzfärben von Haarwachs und Pomaden, in der Therapie zur Her-stellung der dermographischen Stifte (zum Schreiben auf die Haut). Die Anwendung inder Technik als Anstrichfarbe, zur Herstellung von Tusche, Stiefelwichse, Buchdrucker-schwärze und dergl. mehr ist eine sehr ausgedehnte.