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Formica.
Formaldehyd-Lampen. Um zur Desinfektion Fonnaldehyddämpfe zu erzeugen,sind von verschiedenen Autoren Lampen konstruirt worden, in welchen Methylalkohol-dämpfe durch Ueberleiten über glühendes Platindrahtnetz zu Formaldehyd oxydirt werden.Soweit die ernsthafte Desinfektion in Betracht kommt, muss die Wirkung dieser Lampenbis jetzt als völlig unzuverlässig und ungenügend bezeichnet werden.
Thymoform [CAl^CH«) . C 8 H,0] 2 . CH a . Von Dr. G. F. Henning in Berlin dar-gestellt. Entsteht unter dem Einflüsse von Kondensationsmitteln aus Thymol und Form-aldehyd und ist ein gelbliches, geschmackloses Pulver von ganz schwachem Thymolgoruche.Es spaltet beim Kochen mit Schwefelsäure Formaldehyd ab, löst sich aber nicht in Kali-lauge — das Formaldehyd scheint also acetal-artig gebunden zu sein. Es ist leicht löslichin Aether, Alkohol, Chloroform, Olivenöl, unlöslich in Wasser, Potroläther und Glycerin.Auf eiternde Wunden wirkt es desinficirend. Es ist daher in Aussicht genommen alsErsatz für Jodoform und Dermatol.
Jodotbymofonn-HENKING. Jodirt man Thymoform nach einer der bekannten Me-thoden, so erhält man ein jodreiches, gelbes Pulver, das fast geruchlos ist und sich leichtin Aether, auch in Alkohol, Chloroform, Benzol und Olivenöl löst, dagegen in Wasser undGlycerin unlöslich ist. Mit Jodothymoform imprägnirte Verbandstoffe können storilisirtwerden, da der Schmelzpunkt der Verbindung -iber 150° C. liegt. Ist als Ersatz des Jodo-forms in Aussicht genommen.
Geoform, Kreoform-HENNlKß. Diese Verbindungen entstehen unter dem Einflüssevon Kondensationsmitteln aus Formaldehyd und Guajakol bez. Kreosot. Geruchloso undgeschmacklose Verbindungen, welche weder ätzen noch reizen und nicht giftig sind. Sielösen sich leicht in Kalilauge und fallen aus dieser Lösung beim Ansäuern mit Säuronwieder aus. Sie sind unlöslich in Wasser und Petroläther, leicht löslich in Alkohol, Aetherund heissem Benzol. Sie sollen als Ersatz des Guajakols bez. Kreosot für den innerlichenGebrauch verwendet werden.
Polyformin insolubile-IlENMNG. Man erhält es, indem man mehrwerthige Phenolein wässerigem Formaldehyd löst und diese Lösung mit starkem Ammoniak versetzt. Hatsich in der Praxis nicht bewährt!
Naphthofonnin a- und /S-Henninq. Entsteht durch Auflösen von a- bez. /?-Naph-thol in Formaldehydlösung und Versetzen mit starkem Ammoniak. Hat sich in der Praxisnicht bewährt.
Polyformin solubile [C 6 H 4 (OH) 2 ] 2 . [CH 2 ) a N 4 entsteht durch Kombination von 2 Mol.Resorcin mit 1 Mol. Hexamethylentetramin. Farblose Krystalle. Hat sich in der Praxisnicht bewährt.
Formica.
Formierte. — Ameisen. — Fourmis. Ants. Pismires. Sind die flügellosen Ar-beiter der Waldameise: Formica rufa L. (Familie der Hymenoptera aculeata,
Unterfamilie von Forniicariae), durch ganz Europa, Nordasien und Nordamerika, besondersin Nadelwaldungen lebend.
Beschreibung. Die Thiere sind ungeflügelt, 4—6 mm lang. Der breite, abgerundetdreieckige Kopf ist braun, an den Seiten rothbraun, die 13gliedrigen Fühler noch einmalso lang wie der Kopf. Zwei umgekehrt eiförmige Augen, ausserdem an der Stirn eingleichseitiges Dreieck bildend noch drei Nebenaugen. Der Kumpf ist braunroth, mit sechsdunkelrothbraunen, oben etwas helleren Beinen, Hinterleib sechsgliedrig, rundlich-eiförmig,schwarzbraun mit braunen Haaren, durch einen zweigliedrigen Stiel mit dem Bumpf ver-bunden, mit Giftbläschen, die eine scharfe, im wesentlichen aus Ameisensäure bestehendeFlüssigkeit enthält, die fortgespritzt werden kann.
Bestandtheile. Ameisensäure, 1 Proc. ätherisches Oel, fettes Oel, Ei-weiss etc. ete.
Einsammlung. Man fängt die Ameisen in den Sommermonaten in Flaschen, dieman neben den Ameisenhaufen eingräbt, sodass die innen mit Honig bestrichene Mündungeben noch hervorragt, und tödtet die hineingefallenen Insekten mittels wenig Aether oderWeingeist.
Anwendung. Sie dienen im frischen Zustande lediglich zur Bereitung einerTinktur und des Spiritus Formicarum, sowie zu Bädern, 300—750 g auf ein Vollbad.