1046 Duboisia.
Rp. Tincturae Droserae 5,0Villi Pepsini 30,0.
M. D. 8. 6 stündlich ein Kaffeelöffel voll.
III. Ausländische Arten: Drosera Wh'lttakerÜ Planch. in Australienenthält einen rothen Farbstoff C u H 8 0 5 und einen orangegelben CuHgOv
In Brasilien liefert Drosera Communis St. HÜ. in der ganzen gestossenen Pflanzeein reizendes Mittel, wie Senfteig, auf Schafe soll die Pflanze giftig wirken. DroseraVillOSa St. HÜ., ebenfalls in Brasilien, liefert aus dem Safte der ganzen Pflanze mitZucker einen Eustensaft, die Blätter einer andern, nicht bestimmten Art liefern einenBchweiss- und urintreibenden Thee.
Duboisia.
Gattung der Solanaceae — Salpiglossideae.
Kahle Bäumcheu mit ungetheilten Blättern und zahlreichen, in einem endständigen,rispigen Blüthenstand stehenden, relativ kleinen, weissen Bliithen. Die röhrig-glockigeBlumenkrone mit fünflappigem, schwach zweilippigem Saum. 4 Staubblätter, Frucht eineBeere. Enthält 2 Arten:
I. Duboisia myoporoides R. Br. Heimisch in Australien und Neukaledonien.Verwendung finden die Blätter: Folia Duboisiae.
Beschreibung. Sie sind bis 15 cm lang, bis 3 cm breit, länglich lanzettlich, amRande etwas umgebogen. Vom beiderseits hervortretenden Mittelnerven gehen die Sekundär-nerven fast unter einem rechten "Winkel ab. Spaltöffnungen oberseits spärlich, unterseitssehr zahlreich, fast kreisrund, ziemlich gross, ferner auf der Epidermis keulenförmige,mehrzellige Drüsenhaare.
JBestandtheile. Die Blätter enthalten ein Alkaloid C^H^NO^, das alsDuboisinbezeichnet wurde. Nach Ladenbubg soll das Duboisin mit dem Hyoscin identisch sein, esist aber darauf aufmerksam zu machen, dass das Duboisin stärker wirkt, als dasHyoscin. NachE. Schmidt enthalten die Blätter Scopolamin und Hyoscyamin und nach E. MerckPseudohyoscyamin; letzteres schmilzt bei 133—134° C, dreht links, ist in Wasser undAether schwer, in Alkohol und Chloroform leicht löslich, es liefert bei der Spaltung Tropa-säure und eine Base C 8 H 15 NO. — Uebrigens scheinen die Blätter nicht immer die gleichenAlkaloide zu enthalten, vielleicht sind sie nach dem Alter oder der Jahreszeit verschieden,so enthielt ein von Schütte untersuchtes Muster nur Hyoscyamin, ein anderes nurHyoscin.
Anwendung. Die Blätter wurden früher ebenso wie die anderer narkotischerSolanaceen verwendet, gegenwärtig ist der Gebrauch sehr zurückgegangen, doch sollen sieanderen Solanaceenblättern beigemengt im Handel vorkommen.
Charakteristisch ist vorkommenden Falles der beiderseits vorragende Mittelnerv,sein Gefässbündel ist wie bei anderen Solanaceen bikollateral, er enthält Steinzellen.
ff Duboisinum sulfiiricnm, Duboisinsulfat (Ergänzb.) wird als Hypnoticumund Sedativum zuweilen angewendet. Das Duboinsulfat ist keine einheitliche Verbindung,sondern ein Gemenge aus wechselnden Mengen Hyoscyaminsulfat, Scopolaminsulfat (= Hyos-cinsulfat) und anderen Sulfaten der in den Blättern der Duboisia myoporoides enthaltenenBasen. Es kann je nach der Art der verarbeiteten Blätter das eine Mal fast reines Hyos-cyaminsulfat, ein anderes Mal fast reines Scopolaminsulfat sein. Es giebt die unter Atro-pinsulfat angeführten Reaktionen. Sehr vorsichtig aufzubewahren.Dosis: subcutan bei Frauen 0,0008—0,0012
bei Männern 0,0012—0,0022 ) pro Dosi und die.innerlich bei Frauen 0,0008—0,0022