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Cytisinum.
Die Wurzel (Radix Cynoglossi) ist 1)is 30 cm lang, 2 — 2,5 cm dick, tief längs-runzelig, aussen braun, innen mit weisser, lückiger Rinde und bräunlichem Holz. Sie hateinen faden, etwas schleimigen Geschmack und wie das Kraut einen unangenehmen Geruch.Gall. hat die Wurzelrinde Ecorce de la meine de cynoglosse aufgenommen.
Jiestandtlieile. Die Pflanze enthält ein amorphes Alkaloid Cynoglossin, dasmit Salzsäure lila wird.
Anwendung. Beide Drogen fanden früher als schmerzlindernde Mittel innerlichund äusserlich Verwendung. Das Alkaloid wirkt zuerst excitirend, dann beruhigend. DasKraut soll Ratten und Mäuse vertreiben.
Pilulae cum Cynoglosso (Gall.).
Massa pilulorum sedantium. Pilulae Opii
compositae. Pilulea de cynoglosse opia-
cöes. Pilul es de cynoglosse.
Kp. Cort. rad. Cynoglossi
Extract. Opii
Semin. Hyoscyaml ää 10,0
)pii>ia-
MyrrhaeOlibani
CrociCastoreiMelliti slmplicis
ää
15,012,0
4,085,0
f. pilul.In jedei
a 0,2 g.
Pille 0,02 g
Extr.
Opii
Cytisinum.
ff Cytisinum. Freies Cytisin. Cytisin. Baptitoxin. Sophorin. ülcxin.CnHuNjjO. Mol. Gew. = 190. Dieses zu etwa 1,5 Proc. in den reifen Samen des Gold-regens (Cytisus Laburnum L.) enthaltene Alkaloid hat sich als identisch erwiesen mit demBaptitoxin aus der Wurzel von Baptisia tinetoria B. Br., dem in verschiedenen So-phora-Arten vorkommenden Sophorin und dem aus dem Samen von Ulex europaeus L.dargestellten Ulex in.
Darstellung. 1) Die gepulverten reifen Samen des Goldregens werden im Perko-lator mit essigsäurehaltigem Alkohol von 60 Proc. ausgezogen. Nach Entfernung desAlkohols durch Destillation wird der Rückstand mit Wasser aufgenommen und filtrirt.Das Filtrat wird zur Entfernung von Farbstoffen ete. mit Bleiacetat gefällt. Das Filtrathiervon wird mit Kalilauge alkalisch gemacht und mit Chloroform ausgeschüttelt. Dasnach dem Verdunsten des Chloroforms hinterbleibende Cytisin ist aus absolutem Alkoholoder aus siedendem Ligroi'n umzukrystallisiren.
Eigenschaften. Aus absolutem Alkohol krystallisirt farblose, prismatische Kry-stalle, bei 152—153° C. schmelzend. Sie sind geruchlos, etwas hygroskopisch, von alkali-scher Reaktion und können bei vorsichtigem Erhitzen ohne Zersetzung sublimirt werden.In Alkohol, Wasser, Chloroform, Essigäther sind sie leicht löslich, schwieriger in Aether,Benzol, Amylalkohol. Es verbindet sich mit Säuren zu Salzen und fungirt bei der Salz-bildung meist als einsäurige Base, obgleich es streng genommen eine zweisäurige Base istund in der That auch mit 2 Aequivalenten Säure Salze eingeht. Als charakteristischeReaktion giebt v. d. Moer folgende an: Uebergiesst man das freie Alkaloid oder einesseiner Salze mit der Lösung eines Ferrisalzes, so entsteht eine rothe Färbung. Fügtman zu diesem roth getärbten Cytisin einige Tropfen Wasserstoffsuperoxyd, so verschwindetdie Farbe, um alsdann bei gelinder (!) Erwärmung auf dem Wasserbade sich in Blau zuverwandeln. Die Reaktion gelingt nach Gaeteb am besten, wenn man auf 7,7 mg Cytisin0,2 cem Ferrichloridlösung von 5 Proc. FeCL, und 2 — 5 com Wasserstoffsuperoxydlösungvon 0,5 Proc. anwendet. Es sollen sich so noch 0,00005 g Cytisin nachweisen lassen.
Die Lösungen des Cytisins und seiner Salze lenken die Ebene des polarisirtenLichtes stark nach links ab.
ff Cytisinum nitricum. Cytisinnitrat. Salpetersaures Cytisin. C 1 .H.,N 2 0.HN0 3 + H,0. = 271. ' " "
Zur Darstellung werden 10 Th. freies Cytisin in 20—30 com Wasser gelöst undmit (13,3 Th.) Salpetersäure von 25 Proc. genau neutralisirt. Beim Verdunsten der Lösungüber Calciumchlorid oder Aetzkalk oder Schwefelsäure erhält man wohl ausgebildete Kry-