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Curara.
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Curare.
tt Curare (Ergänz!).). Curara. Urari. Yenenum Americanum. — Curare.Pfeilgift. Ticunas-Gift. — Curare. Ourari. Wourali. Woorara (Gall.).
Curare ist ein seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in Europa bekanntes Pfeilgiftder Indianer im nördlichen und östlichen Theile Südamerikas. Von den zahlreichen, theil-weise unbekannten oder wenig bekannten Bestandteilen, die auch lokal verschieden sind,sind die wichtigsten eine Anzahl Strychnos-ATten, und zwar verwendet man StrychtlOS
Castelnaea Weddel am oberen Amazonas, Strychnos Crevauxii G. Planchon in
Cayenne, Strychnos tfJXifera Beilth. zwischen Orinoko und Essequibo bis zum Rionegro und StrychnOS Gllbleri G. Planchon neben dem soeben genannten in Britisch-Guyana. — Das Curare kommt in Bambusröhren, Calebassen und Töpfen in den Handel-und wie wir aus den Arbeiten Böhms wissen, sind diese Sorten auch nach den Bestand-theilen verschieden: . .
1) Curare in Bambusrohren, Tubocurare. Es wird angeblich am Amazonas ge-macht und gelangt über Para in den Handel (daher Paracurare). Es enthält an Alka-loiden: Gnrin C 18 H 19 N0 3 , glänzende vierseitige Prismen, Schmelzpunkt 161 ° C, mit Vana-dinschwefelsäure wird es schwarz, dann am Rande dunkelblau, endlich hellzwiebelroth,Metaphosphorsäure giebt eine starke weisse Fällung. Tubocurarin C 19 H 21 N0,,, hellröth-lich-gelb, amorph, mit Vanadinschwefelsäure wird es schwarz, nach einigen Minuten zwiebel-roth, giebt mit Metaphosphorsäure einen gelblich-weissen Niederschlag. Im Curare enthalteneKrystalle sind Quercit. — Curin bewirkt hei Warmblütern Abnahme des Blutdruckesund führt zur Herzlähmung, Tubocurarin ist ein Gift der Nervenendigungen und bewirktallgemeine Gefässlähmung.
2) Calebassencurare. Der wichtigste seiner Bestandteile ist Strychnos toxi-fera Benth. Es enthält an Alkaloiden Curarin C 10 H 2( ,N 2 0; mit Vanadinschwefelsäurewird es dnnkelveilchenblau, beim Unterschichten der verdünnten, wässerigen Lösung des(Ihlorids mit koncentrirter Schwefelsäure entsteht an der Berührungsfläche eine purpur-violette Färbung, Salpetersäure färbt vorübergehend blutroth, Metaphosphorsäure erzeugterst nach längerer Zeit einen schwachen, flockigen Niederschlag. Ferner enthält es einendem Curin ähnlichen Bestandtheil. Das Curarin wirkt lähmend.
3) Topfcurare. Als wichtigster seiner Bestandtheile ist Strychnos CastelnaeaWeddel anzunehmen. Es enthält an Alkaloiden: Protoeurin 0» 0 H,, 3 N0 3 , dasselbe giebtmit Metaphosphorsäure eine sehr voluminöse, weisse Fällung, Protocuridin C, 9 H 21 N0 3 , kry-stallisirt in Form farbloser, prismatischer Krystalle, Schmelzpunkt 274—276° C, giebt mitMetaphosphorsäure eine starke, weisse Fällung, Protocnrarin C 19 H 25 N0 2 , mit konc.Schwefelsäure und Kaliumbichromat wird es violett, mit Vanadinschwefelsäure rothviolett,mit Salpetersäure kirschroth, Metaphosphorsäure bewirkt eine voluminöse gelbe Fällung.ProtocuTin wirkt deutlich, aber schwach lähmend, PTOtocuridin ist ungiftig, Proto-cuTarin wirkt wie Curarin, aber heftiger.
Die Curare sind mehr oder weniger braune, harte (in den Gefässen zuweilennoch weiche) Extrakte, die sich in Wasser und Alkohol unvollständig lösen und in derwässerigen Lösung mit Alkaloidreagentien deutliche Fällungen erzeugen.
Aufbewahrung. Sehr vorsichtig und in dicht verschlossenen Gläsern. Trockenaufbewahrt hält sieh Curare unverändert; dagegen sind wässerige Lösungen nicht haltbaT.
Wirkung und Anwendung. Curare wirkt nur, wenn es direkt in das Blutgelangt, also subkutan, dagegen nicht vom Magen aus, was darin seinen Grund hat, dasses langsam resorbirt und sehr schnell wieder ausgeschieden wird. Die Wirkung ist einelähmende, aber wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, eine bei den einzelnen Sorten quali-tativ und quantitativ verschiedene. Der Tod tritt ein durch Erstickung. Als Gegengiftwird Coffein empfohlen.