Asparagus.
421
Asparagus.
Gattung der JLiliaeeao — Asparagoideae.
I. Asparagus officinaÜS L. Spargel, Spars etc. Scliwammwnrz. Heimischin Europa und dem westlichen Asien, häufig kultivirt.
Verwendung finden: a) Die unterirdischen Sprosse, Turiones Asparagi juniores.Turions d'Asperge (Gall.), das bekannte Gemüse. Bildet dickfleischige Achsen mit spiraliggestellten Niederblättern. Man unterscheidet zwei Spielarten mit weissen und mit grün-lichen Sprossen.
Bestandtheile. 93,75 Proc. Wasser, 1,79 Proc. Stickstoffsubstanz, 0,25 Proc.Fett, 0,37 Proc. Zucker, 0,54 Proc. Asche ete. In der Trockensubstanz 84,47 Proc.Gesammtprotein und 5,01 Proc. Amidoverbindungen (vorwiegend Asparagin).
Wirkung. Stark diuretisch. Der Urin hat nach dem Gennss einen unangenehmenGeruch von Zersetzungsprodukten des Asparagins.
b) Das Rhizom mit den Wurzeln, Rhizoma Asparagi, Radix Asparagi, RadixAlticis, Racine d'Asperge.
Das fingerdicke, horizontal verlaufende Rhizom, oben mit Stengelnarben, unten mitschmutzig weissen Wurzeln. Frisch ist es weisslich, saftig, trocken hart und grau.Schmeckt fade, süsslich. Enthält kein Asparagin und keine Stärke. Wird im Herbstgesammelt.
Sirupus Asparagi. Von dem frischen Safte der Spargelsprossen werden 10 Th.mit 3 Th. Weingeist versetzt, nach einigen Tagen filtrirt und 10 Th. des Filtrats mit 17 Th.-Zucker zum Sirup gekocht.
Sirupus Asparagi amari, Sirop de Johnson, aus den Sprossen von Asparagusamarus, wie der vorige zu bereiten.
Sirupus Asparagin! (Vorschr. d. Münch. Ap. Ver.). Asparagin 2 Th. löst man inWeissem Sirup 98 Th.
II. In Indien wird das Rhizom von Asparagus adscenderis Roxb. wie Salepverwendet, auf Formosa das von Asparagus lucidUS. Ldl. als Diureticum.
Asparaginiim. Asparamid. Links-Asparagin. Amidobernsteinsäureamin-saure. Althaein. CjH^NHJCOaH . CONH, -f H^O. Mol. Gew. = 150.
Kommt in vielen Pflanzentheilen, namentlich in solchen vor, die sich im Dunkelnentwickelt haben, z. B. Spargelsprossen, Süssholz-, Althaewurzel, Runkelrüben, in im Dunkelnetiolirten Keimen der Leguminosen.
Zur Darstellung zieht man Althaewurzel wiederholt mit kaltem Wasser aus undkoncentrirt die Auszüge durch Eindampfen zum dünnen Sirup. Nach mehrwöchentlichemStehen scheidet sich das Asparagin in Krystallen aus, welche durch Umkrystallisiren aussiedendem Wasser unter Benutzung von Thierkohle gereinigt werden.
Grosse harte, spröde, rhombische Krystalle, geruchlos, luftbeständig, zwischen denZähnen knirschend. Bei 100° C. werden sie wasserfrei. Löslich in 60 Th. kaltem oder5 Th. siedendem Wasser, unlöslich in absolutem Alkohol, in Aether, in fetten und flüchtigenOelen. Die wässerige neutralo oder alkalische Lösung ist linksdrehend, die saure Lösungrechtsdrehend. Es verbindet sich mit Säuren, Basen und mit Salzen. Es löst Queck-silberoxyd auf. S. Hydrargyrum asparaginicum.
Im Pflanzenreich gilt das Asparagin für eine Verbindung, in deren Form der Eiweiss-Stickstoff in der Pflanze wandert. Man nimmt an, dass Eiweiss in Asparagin und Kohle-hydrate gespalten wird, und dass das an andere Stellen gewanderte Asparagin sich mitKohlehydraten wieder zu Eiweiss verbindet. — Bei der Ernährung des thierischen Körperskann das Asparagin das Eiweiss zwar nicht ersetzen, abeT es gilt — ebenso wie Leim —als „Eiweiss-Sparer".