Zingiber.
Knollen sofort wieder in reines Wasser, worin sie über Nacht verbleiben, um schließlichgut getrocknet zu werden. Bei geschältem Ingwer wird vielfach, aber unnötig, aufeine helle, möglichst weiße und gleichmäßige Farbe Gewicht gelegt; man versucht daher,für diesen Zweck mit chemischen Mitteln (Chlorkalk, Gips u. dgl.) nachzuhelfen. AuchZusätze von Kalkwasser, Citronensäure, Essig zum Waschwasser sollen gemacht werden.Von diesen ebenso unangebrachten wie unnötigen Behandlungen ist dringend abzuraten(vgl. unten, „Handel"). Der ungeschälte, naturelle Ingwer wird nach sorgfältigemReinigen sofort getrocknet, da er sehr zum Schimmeln neigt.
Die Zubereitung des präservierten oder kandierten Ingwers (Confectio Zingi-beris) erfolgt in der Weise, daß die gewaschenen, geschälten und gekochten Knollen nachdem Einfüllen in tönerne Gefäße sofort mit kochender Zuckerlösung (1 kg Zucker auf 2 1Wasser) Übergossen werden. Nach 24 Stunden wird die Lösung abgegossen, wiederumerhitzt und in die Gefäße zurückgegeben. Nach weiteren 2 Tagen wird dieses Verfahrennoch einmal wiederholt, der Ingwer schließlich aus der Zuckerlösung herausgenommen oderdirekt in den Töpfen versandt.
Handel. Außer den bekannten Ingwersorten (Bd. II S. 1176) kommt noch japa-nischer Ingwer für den Handel in Betracht; er besteht meist aus kleineren, un-geschälten Rhizomstücken, die aber stark gekalkt sind. Die Unsitte des Kaikens hatsich bei Ingwer sowohl wie bei Pfeffer eingebürgert; es ist an der Zeit, ihr zu steuern.Um nicht mit dem Nahrungsmittelgesetz in Konflikt zu kommen, stellen manche Drogenhäuserbereits den Handel mit „gekalkter" Ware ein.
Prüfling und Beurteilung. Es ist vorgeschlagen worden, an die offizineile Drogefolgende Anforderungen zu stellen:
1. Das mit 90proz. Alkohol gewonnene Extrakt soll mindestens 5 Proz., das kaltewässerige Extrakt mindestens 8,5 Proz., die wasserlöslichen Aschenanteile 1,5 Proz.betragen. Sinkt die Menge der wasserlöslichen Asche unter 1,7 Proz. und die deswässerigen Extraktes unter 8 Proz., so läßt sich annehmen, daß bereits extrahierter Ingwervorliegt.
2. Die Asche beträgt in der Regel 3—6 Proz., sie darf jedenfalls nicht mehr als8 Proz. betragen; der in lOproz. Salzsäure unlösliche Teil der Asche höchstens 3 Proz.
3. Bei Untersuchungen der Ingwerstärke ist zu beachten, daß sie erst bei 80° Cverkleistert, während Cerealienstärke schon unter 70° völlig verkleistert.
JJnl er Scheidung von Bhizoma Zingiberis und Zedoariae, besonders beider gepulverten Droge nach Tschiech:
Zingiber besitzt eine Epidermis aus dünnwandigen Zellen, deren Querwände1—IV21" dick sind und die nicht in Haare auslaufen; die Stärkekörner sind meist zwischen13 und 26 n lang und lassen meist weder Schichtung noch Kern erkennen.
Zedoaria besitzt eine dickwandige Epidermis, deren Zellquerwände 4—8 fi dick sind;einige Epidermiszellen sind zu Haaren ausgewachsen, die 1—6zellig und bis 1 mmlang sind. Die Haare sind entweder gerade oder einmal gekrümmt, werden bis 48 fi dickund zeigen am Grunde viele spaltenförmige Tüpfel. Die Stärkekörner zeigen sehr häufigdeutlichen Kern, deutliche Schichtung und sind in der Regel 30—40 ft lang.
Das Rhizom von Zingiber Mioja Roscoe (Bd. II S. 1177) das in China und Japangegessen wird und auch in den europäischen Handel gelangt, beschreiben Hartwich undSwanltjnd : Das Rhizom mißt bis 20 cm, die einzelnen Glieder sind von der Seite zusammen-gedrückt. Während das Rhizom von Z. officinale ein rein sichelartiges Sympodium ist,besitzt Z. Mioja Neigung zu diachsialer Verzweigung. Der Geschmack ist ziemlich scharf,der Geruch etwas an Bergamottöl erinnernd. Anatomisch unterscheidet sich Z. Miojakaum von Z. officinale. Die Stärkekörner zeigen eine ausgesprochene Dehnung in dieBreite, der Kern liegt in der vorgezogenen Spitze einer Breitseite; sie messen 8:27 /i.
II. 01. Zingiberis, Ingweröl (Bd. II S. 1176). Das spezifische Gewicht desIngweröles steigt bisweilen bis zu 0,897, während die Drehung gleichzeitig heruntergeht