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Sulfuris praeparata.
Produktion Amerikas nach dieser Methode bezifferte sich im Jahre 1907 schon auf rund1500000 Tonnen im Werte von über 18 Millionen Mark. Sie ist also imstande, denSchwefelbedarf der ganzen Welt zu decken.
Prüfung von Schwefel auf Arsen und Selen. Fbed. W. Steel extrahiert200 g feingemahlenen Schwefel im SoxHLEx-Apparat in Papierpatronen mit Schwefel-kohlenstoff, bringt den Bückstand in einem Becherglase mit 50 ccm konz. Salpetersäureauf dem Sandbade zur Trockne, nimmt ihn mit 1 ccm konz. Salzsäure und 5 ecm warmemWasser auf, filtriert die Lösung durch ein kleines Filter in ein Reagierglas, wäscht dasFilter mit möglichst wenig Wasser aus, gibt 20 ccm konz. Salzsäure, 1—2 ccm einermittelstarken Zinnchlorürlösung und 5 ccm konz. Schwefelsäure zu, erwärmt gelinde undläßt über Nacht stehen. Bei Gegenwart von Arsen und Selen entsteht ein dunkelbraunerNiederschlag, den man durch ein Asbestfilter abfiltriert, sehr gut auswäscht, bei 100°trocknet und in ein Rohr von schwer schmelzbarem Glase überführt, das an einerSeite dünn ausgezogen wird. Beim Erhitzen verflüchtigen sich Arsen und Selen und dieDämpfe verdichten sich im dünnen Teile wieder. Selen' ist gleichzeitig am Rettichgerucherkenntlich. Durch vorsichtige Oxydation des Arsens läßt sich dieses dann sehr gut anden Kristallen von As 2 0 3 erkennen. Selen gibt schon bei Anwesenheit von SpurenWasser Se0 2 in feinen Tröpfchen - , nicht iu Kristallen.
Sulfur COlloidale, Sulfldal, Snlfoid, kolloidaler Schwefel in fester, halt-barer Form. Man scheidet Schwefel aus seinen Verbindungen auf nassem Wege inGegenwart von Eiweißkörpern, eiweißähnlichen Substanzen oder deren Spaltungs- und Ab-bauprodukten ab, indem man die Lösung ansäuert, löst den erhaltenen Niederschlagnach dem Abfiltrieren und Waschen mit Wasser wieder in Wasser unter Zusatz einergeringen Menge Alkali bis zur neutralen oder eben alkalischen Reaktion, dunstet endlichdiese Lösung, erforderlichen Falles nach vorheriger Dialyse, ein und fällt mit Alkohol,einem Gemisch von Alkohol und Äther oder mit Aceton. (D. R. P. 164664.)
Eigenschaften. Ein grauweißes Pulver, welches sich in Wasser zu einer milch-ähnlichen, im durchfallenden Licht blauschillernden Flüssigkeit löst. Die Lösung mußfrisch und kalt bereitet werden, da sie sonst nach einiger Zeit absetzt. Man über-gießt zu diesem Zwecke das abgewogene Quantum des Präparates mit kaltem Wasser,läßt einige Minuten stehen und schüttelt hierauf tüchtig um, wobei sehr schnell Lösungeintritt. Dialysiert man die Lösung, so geht keine Spur des Schwefels durch die Membran.Kolloidaler Schwefel ist unlöslich in Alkohol, Äther, Aceton u. dgl., ebenso in kon-zentrierter Kochsalzlösung, löslich in physiologischer Kochsalzlösung. Die Lösung wirdgefällt durch Säuren. Beim Neutralisieren der Säuren tritt wieder Lösung ein. DieLösung wird nicht gefällt durch alkalische Flüssigkeiten, Eiweißlösungen, Blut, Blutserumu. dgl., wohl aber durch starken Alkohol.
Identitätsreaktionen. Der kolloidale Schwefel brennt mit blauer Flamme unterEntwicklung von S0 2 . Kocht man ihn mit Natronlauge, so tritt unter GelbfärbungLösung ein, wobei sich Natriumsulfid resp. Polysulfid bildet. Beim Ansäuern dieser Lösungwird Schwefelmilch gefällt und ein starker Geruch nach H 2 S entwickelt.
Anwendung. Wie gewöhnlicher Schwefel, vornehmlich aber zu dermatologischenZwecken. Er soll infolge seines kolloidalen Zustandes den Sulfur praeeipitatum an Wirk-samkeit übertreffen.
Sulfuris praeparata.
Haarfärbungsbalsam, vegetabilischer, von Robebt Böhme in Berlin, ist eine par-fümierte Auflösung von Bleinitrat, welcher Schwefel zugesetzt ist; der Gehalt an metallischemBlei bewegte sieh von 1—1,2 Proz.
Sommers Ekzemin gegen Hautausschläge, Bartflechten usw. ist ein mit Alkanningefärbtes Gemenge von 58,8 Proz. gefälltem Schwefel und 43,2 Proz. eines halbflüssigenFettes. (Manntch.)