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Strychnos.
Anwendung, Wirkung. Die physiologische Wirkung der Gratussamen soll vonder der Kombesamen abweichen. U. a. prüfte Schedel (Bad Nauheim) das g-Strophanthinauf seine therapeutische Wirksamkeit und empfiehlt seine Anwendung hei allen aufKlappenerkrankung, Entartung- der Muskeln berührenden und nach überstandenen anderenKrankheiten auftretenden Schwächezuständen des Herzens. Zwar kann es Digitalis inschweren Fällen nicht ersetzen, doch hat es dieser gegenüber mehrere Vorzüge. Gegebenwird g-Strophantbin in 1 proz. wässeriger Lösung tropfenweise. Schedel knüpft hierandie Bemerkung, es sei wünschenswert, daß sich die Ärzte nicht mehr der in ihren Wir-kungen oft beträchtlich schwankenden Stropbantbustinktur bedienten, sondern nur Strophan-tin, und zwar das g-Strophantin verordneten.
Semen Strophanthi grati ist in letzter Zeit schon mehrfach in größeren Mengenam Hamburger Drogenmarkt gehandelt worden; er wird hauptsächlich von chemischenFabriken gekauft und auf g-Strophanthin verarbeitet.
tf Strophanthinum Cristallisatum, Gratusstrophanthin naehTHOMS, hat sich inDosen von 0,0125—0,025 g an Stelle des bisher gebräuchlichen amorphen Strophanthinsbewährt. Da letzteres bisher in viel geringeren Dosen gegeben wurde, also scheinbarstärker wirkt als das kristallisierte Alkaloid, ist natürlich eine Substitution der beidenPräparate durchaus zu vermeiden! Bei Ordination des g-Strophanthins empfiehlt es sichdaher, immer „g-Strophanthin Thoms" oder „g-Strophanthin cristallisatum" zu schreiben.Aufbewahrung: Sehr vorsichtig-.
Granules de Catillon mit je 0,0001 g Strophanthin wirken nur auf das Herz undnicht harntreibend, während die Granules de Catillon mit je 0,001 g titriertem Strophanthus-extrakt bei einer Tagesgabe von 2—4 Stück starke Harnabsonderung hervorrufen und dieHerztätigkeit lieben.
Strychnos. (ZuBd.ns.982.)
I. Strychnos nux vomica L.
Wertbestimmung. G. Fromme berichtet über die Ursache der auffälligenDifferenz zwischen den auf titrimetrischem und gravimetrischem Wege erhaltenen Resul-taten bei der Alkaloidbestimmung in Strychnossamen. So gab z. B. ein und dieselbeProbe Strychnossamen:
nach Germ. IV durch Titration 3,80 Proz. ^„ Kellek „ Wägung 3,39 „ Gesamtalkaloid.
„ „ „ Titration 2,71 „ '
Auf Grund eingehender Untersuchungen kommt Fromme zu dem Schluße, daß einAusschütteln des gepulverten Strychnossamens mit Äther-Chloroform (Bd. II S. 983) undNatronlauge verkehrt ist, weil 'durch die Bildung von Seife aus dem Öle des Samensmit dem Alkali und deren Löslichkeit in Äther-Chloroform die Seife bei der Titration nachdem Verfahren der Ph. Germ. IV als Alkaloid mitbestimmt wird, wodurch das Resultatzu hoch ausfällt. Aber auch bei allen Versuchen nach Verfahren auf Grundlage desKeller sehen (vgl. Bd. II S. 983) wurde immer noch eine Differenz von 0,5—0,7 Proz.zwischen Wägung und Titration festgestellt. Dieses Mehr bei der Wägung rührt voneinem indifferenten Körper her, der sieh durch Äther oder Ätber-Chloroform sowohl ausder sauren wie aus der alkalischen, das Alkaloid enthaltenden Lösung ausschütteln läßt.Konnte dieser Körper auch noch nicht identifiziert werden, so zeigten doch die be-züglichen Versuche, daß er nicht als eines der beiden hier in Frage kommenden Alkaloide,Strychnin und Brucin, oder als deren Zersetzungsprodukt anzusprechen ist, also nicht mit-bestimmt werden darf.
Fromme empfiehlt daher das nachstehende neu ausgearbeitete Verfahren zur Alka-loidbestimmung-, das gut übereinstimmende Zahlen geben soll:
7,5 g mittelfeines Stryehnossamenpulver werden in einer ISO g-Arzneiflasehe mit 50 gÄther, 25 g Chloroform und 5 g Salmiakgeist bei J / 2 stündiger Maceration oft und kräftig