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Erg.Bd. (1908)
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671
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Strophanthus.

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und anhaltend bitter. Das Endosperm färbt sieh auf Zusatz von konz. Schwefelsäurerötlich bis rosa, die Färbung geht bald in ein sattes Rot bis Violett über. Auch durchdiese Farbenreaktion unterscheidet sich der Gratussamen deutlich von denen anderer Spezies.

Unter dem Mikroskop zeigen die Samen den in Fig. 135 gezeichneten Bau: Die Epider-mis der Samenschale (ep) besteht (im Querschnitt) aus tafelförmigen Zellen, die etwas längsgestreckt sind (Ä) und deren Radialwände in der für die Strophanthussamen ganz allgemeincharakteristischen Weise sehr stark verdickt sind. Die Cuticula ist deutlich rauh, fein-körnig-warzig. Einige Epidermis-zellen laufen in kurze, kegel- odereckzahnförmige Papillen (h) aus, diemit bloßem Auge nicht erkannt wer-den, sondern erst bei Benutzung derLupe. Unter der Epidermis folgt dieaus obliterierten Zellen bestehendeNährschicht (ri) der Samenschale. jNährgewebe (end) und Embryo (emb)zeigen den normalen Bau der Gattung.

Bestandteile. Thoms isolierteaus den Samen das kristallisierende"Strophanthin in einer Menge von 13,6 Proz. Er nennt es g-Strophanthin >',f(weil aus Gratussamen isoliert), wie : :überhaupt Thoms vorschlägt, um dieverschiedenen Strophanthine von ein- Sander zu unterscheiden, dem Worte 'Strophanthin den kleinen Anfangs-buchstaben der betreffenden Stro-phanthusart hinzuzufügen, also g-Stro-phanthin aus Str. gratus, h-Stro-phanthin aus Str. hispidus, k-Stro-phanthin aus Str. Kombe usw. g-Stro-phanthin hat die Zusammensetzung

C 30 H 43 0 12 .9 H 2 0; es bildet farblose, atlasglänzende, quadratische Tafeln von bitterem Ge-schmack, löslich in etwa 100 Teilen Wasser von 15° C, leicht löslieh in heißem Wasser, lös-lieh in etwa 30 T. absolutem Alkohol, schwer löslich in Essigäther, Äther und Chloroform.

Wird eine Lösung von 0,01 g in 1 g Wasser mit konz. Schwefelsäure unterschichtet,so färbt sich diese rosa bis Tot, während die wässerige Flüssigkeit eine schmutziggrüneFärbung annimmt. g-Strophanthin verliert im Trockensekranke bei 105° 20 Proz. Feuchtig-keit und schmilzt in so getrocknetem Zustande bei 187188°. Durch Einwirkung vonSchwefel- oder Salzsäure spaltet es sich in der Siedehitze, wobei Khamnose entsteht.

Mann fand neuerdings in Sem. Stroph. grat. 7,76 Proz. Strophanthin, allerdingsnicht bei Anwendung der Strophanthidinmethode nach Fromme, die er für die Stro-phanthinbestimmung in Gratussamen als nicht geeignet hält, sondern nach folgendem Ver-fahren: 100 g gepulverte (gut zerquetschte) Samen wurden mit Petroläther entfettet, dasfettfreie Pulver mit absol. Alkohol heiß ausgezogen, der Alkohol verdunstet, der Bück-stand mit Wasser aufgenommen, die Lösung mit Bleiessig übersättigt, das überschüssigeBlei aus dem Filtrat durch Natriumsulfat entfernt und die filtrierte Lösung unter Zusatzvon 10 g feinem Sande verdunstet. Der Rückstand wurde mit kochendem Amylalkoholextrahiert, der Amylalkohol bei 60° C verdampft, dieser Rückstand schließlich bei 60°bis zum gleichbleibendem Gewicht getrocknet und gewogen.

Mann isolierte ferner ans Sem. Stroph. grat, 35,01 Proz. fettes Öl, dessen Konstantenfolgende sind: Spez. Gew. 0,9230, Prozentgehalt der freien Säure im Öl, als Ölsäure be-rechnet, 5,17 Proz., Verseifungszahl 191,3, Jodzahl 93,3, Schmelzp. der Fettsäuren 29° C.

B

emb

Kg. 135.

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