Druckschrift 
Erg.Bd. (1908)
Entstehung
Seite
668
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

668

Strontii praeparata.

2H0

N(CH 3 ) 2

ICH 2

I0=0

CH 3

N(CH 3 ) 2

CH 2

IC 2 H 50 OH

I

Mg<^ Hs

.CJLC0C1

N(CH 3 ),0H 2C 2 H 5CO-MgClCH 3

N(CH 3 ) 2

ICH,

IC 2 H 5C0-COC fi H ä

CH 3 CH 8

Eigenschaften. Weißes, kristallinisches Pulver vom Schmelzpunkt 175°. leichtlöslich in Wasser und in Methylalkohol, schwerer löslich in Alkohol, fast unlöslich inÄther. Die wässerige Lösung reagiert schwach sauer; sie besitzt einen bitteren Geschmackund ruft auf der Zunge vorübergehende Unempfiudliehkeit hervor. Die Lösungen lassensich bis auf 115° erhitzen, ohne nennenswerte Zersetzung zu erleiden.

ItlentitütsrealMonen. In der wässerigen Lösung (1 -L- 99) erzeugt Quecksilber-chloridlösung eine weiße Trübung; die Flüssigkeit klärt sich bald unter Abscheidungöliger Tröpfchen. Jodjodkaliumlösung ruft zuerst eine rotbraune Trübung hervor, der alsbalddie Ausscheidung schwarzbrauner, zäher, öliger Tropfen folgt. Kalilauge erzeugt eineweiße Trübung; nach einiger Zeit scheiden sieh ölige Tropfen ab.

Wird 0,1 g Stovain mit 1 ccm konzentrierter Schwefelsäure 5 Minuten lang aufetwa 100° erwärmt, so macht sich, nach vorsichtigem Zusatz von 2 ccm Wasser, der Geruchnach Benzoesäureäthylester bemerkbar; beim Erkalten findet eine reichliche Ausscheidungvon Kristallen statt, die beim Hinzufügen von 2 com Weingeist wieder verschwinden.

Werden 0,5 g Stovain mit 1 ccm eines Gemisches aus gleichen Teilen Salzsäureund Salpetersäure auf dem Wasserbade vorsichtig eingedampft, so hinterbleibt ein farb-loser, stechend riechender Sirup. Auf Zusatz von 1 ccm alkoholischer Kalilauge tritt beimabermaligen vorsichtigen Eindampfen ein an Fruchtäther erinnernder Geruch auf. (Zeenik.)

Im Gange der modifizierten SiAS-OiTOSchen toxikologischen Analyse läßt sich diefreie Stovainbase der alkalischen Lösung mit Äther entziehen.

Anwendung. Als Lokalanästheticum an Stelle des Cocains, namentlich zurLumbalanästhesie. Die Dosierung ist etwa die gleiche wie die des Cocains. Stovain sollnur halb so giftig sein wie letzteres; es erweitert die Gefäße und vermag in schwachenDosen die Temperatur herabzusetzen, während Cocain vasokonstriktorische Eigenschaftenbesitzt und temperaturerhöhend wirkt.

Aufbewahrung. Vorsichtig und vor Licht geschützt.

Andolin, ein in der Zahnheilkunde angewendetes Lokalanästheticum, besteht ausEueain. 0,5, Stovain. 0,75, Suprarenin, hydrochlor. 0,008, physiologischer Kochsalzlösungad 100,0.

Strontii praeparata. (zuBd.iis.967.)

Strontium bromatum, Strontiumbromid, SrBr 2 + 6H 2 0, bildet weiße, in Wasserund Weingeist lösliche Kristalle. Es wird als Sedativum und Tonicum bei Epilepsie,Krämpfen, Kopfschmerzen, Magenaffektionen und Hysterie in Dosen von 0,31,2 g au-gewendet. Bei Epilepsie kann man bis zu 10 g täglich geben.

Strontium SalicyÜCUm, Strontiumsalicylat, Sr(C 7 H 6 0 3 ) 2 + 2H,0, bildet weiße, inWasser und Alkohol lösliche Kristalle. Es wird bei Gicht, Rheumatismus, Chorea undPleuritis in Dosen von 0,62,5 g gebraucht.