Strophanthus.
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Strophanthus. (ZuBd.11s.970:
I. Strophanthus Kombe Oliver.
Ph. Germ. IV, Austr. VIII, Helvet. IV, Nederl, IV, Brit. (1898), Gallic., TL St,Ph. VIII, Jap. III schreiben denKombesamen als offizinelle Sorte vor und haben Stro-phanthus hispidus fallen gelassen. Unter reinem Kombe-Strophanthussamen verstehtmau nunmehr eine mit angedrückten, weißlich glänzenden Haaren bedeckte Droge vonziemlich gleichmäßiger, ausgeprägt lanzettlicher Form und heller, graugrüulicher Farbe,deren von der äußeren Samenschale befreites Endosperm beim Betupfen mit Schwefelsäureeine deutliche Grünfärbung zeigt, die auch nachträglich nicht in Rot übergeht. Es gabeine Zeit, wo derartiger reiner Samen im Handel nicht oder nicht hinreichend zu habenwar; es kamen unter der Bezeichnung „Kombe" fast durchgehends Samen an den Markt, diemit konzentrierter Schwefelsäure teils Grün-, teils Botfärbung zeigten. Diese von den Ein-geborenen gesammelten Samen waren jedenfalls Gemische verschiedener Strophanthusarten.Neuerdings schenkt man einer sorgfältigen Einsammlung mehr Beachtung, indem mandazu sachverständige Botaniker heranzieht, unter deren Aufsicht die Droge gesammeltwird; man darf infolgedessen auch hoffen, daß reine Ware für den Medizinalbedarf nun-mehr stets in ausreichender Menge an den Markt gebracht wird.
Zur Ausführung der Identitätsreaktion mit Schwefelsäure empfehlen —da sich die Grünfärbung auf dem Querschnitte des kleinen Samens weniger gut und deut-lich wahrnehmen läßt — Caesar & Lobetz folgendes praktische Verfahren:
Etwa 20 Samen werden kurze Zeit in Wasser eingeweicht, das Endosperm (oderOvarium) von der äußeren Samenschale ähnlich wie beim Mandelschälen befreit, auf einePorzellan- oder eine auf weißes Papier gelegte Glasplatte gebracht und mit je einem TropfenSchwefelsäure betupft, wobei baldige Grünfärbung des Endosperms oder des Ovariums ein-treten muß. Erfolgt diese bei wenigstens 18 Samen von 20, so kann die Ware als ein-wandfrei bezeichnet werden; sie gewährleistet bis zn einem gewissen Grade einen normalenGehalt an Strophanthin und auch einen gleichmäßigen physiologischen Wirkungswert.Den Strophanthingehalt der reinen Kombesamen, nach der Methode von Fromme(siehe nachstehend) ermittelt, geben Caesab & Lobetz neuerdings mit 7,761 bis 8,057 Proz.an, also bedeutend höher als früher (1,68—3,23 Proz.).
Fromme hat seine frühere Methode zur Bestimmung des Strophatithingehaltesin Strophanthussamen (Bd. II S. 972) ergänzt und verbessert. Das neue Verfahren, welchesbesonders auf die Wertbestimmung des offizinellen Kombesamens Bücksicht nimmt, gründetsich u. a. darauf, daß reines Kombe-Strophanthin sich bei der Hydrolyse glatt und ohneSchwierigkeiten in Strophanthidin spaltet. Die mit diesem Verfahren erhaltenenWerte sollen mit den auf physiologischem Wege gefundenen annähernd gut übereinstimmen:
7 g möglichst fein gequetschte Strophanthussamen werden mit 70 g absolutem Alkohol ineinem ERLENMEYER-KoTben von etwa 200 com Inhalt, nach Feststellung des Bruttogewichtes, amRückflußrohr 1 Stunde hindurch im Dampfbade im Kochen erhalten, nach dem Erkaltenmit absolutem Alkohol auf das festgesetzte Bruttogewicht gebracht und filtriert. 50,5 gdes Fiitrats (= 5 g Samen) werden nun in einer Porzellanschale von ca. 9 bis 10 cm Durch-messer im Dampfbade vom Alkohol befreit, der Rückstand mit Petroläther übergössen, dieserdurch ein glattes Filter von 5 cm Durchmesser abfiltriert, Schale und Filter mit etwas Petrol-äther nachgewaschen. Es ist hier nicht nötig, daß das Öl bis auf die letzten Spuren ent-fernt wird; durch den Petroläther soll nur die Hauptmenge desselben weggenommen werden.Das auf dem Filter zurückgebliebene Unlösliche wird mit etwa 5—8 g kochendem Wasser indie Schale gespült, der Schaleninhalt zum Kochen erhitzt, mit 5 Tropfen Bleiessig 1 ) ver-setzt, gut durchgemischt, durch ein Filter von 5 cm Durchmesser in einen Erlenmeyeh-Kolben von 100 cem Inhalt abfiltriert und Schale wie Filter mit geringen Mengen kochendenWassers so oft ausgewaschen, bis das zuletzt ablaufende Filtrat nicht mehr bitter schmeckt.
x ) Soll in Tinctura Strophantin eine Gehaltsbestimmung vorgenommen werden, so sind51 g (= 5 g Samen) einzudampfen, der Rückstand wie oben zu behandeln und 15 TropfenBleiessig zu verwenden.